Allargentum

Allargentum ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze und bei einem maximalen Silbergehalt von etwa 99 % Silber nach gediegen Silber das Mineral mit dem höchsten Silbergehalt[3]. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Ag,Sb) und bildet komplexe Verwachsungen mit Silber und kleine Körner von silbergrauer bis gelblicher Farbe.

Allargentum
Allargentum aus Sachsen
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1970 s.p.[1]

IMA-Symbol

All[2]

Chemische Formel (Ag,Sb)
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/A.02
II/A.02-010

2.AA.30
02.02.01.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol 6/mmm
Raumgruppe P63/mmc
Gitterparameter a = 2,94 Å; c = 4,78 Å Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Formeleinheiten Z = 2 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 10,0
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe silbergrau bis gelblich
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz opak
Glanz metallisch

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1949 von Paul Ramdohr in Cobalt in der kanadischen Provinz Ontario gefunden. Er definierte Allargentum als hexagonale Phase im synthetischen System Silber-Antimon.[4] W. L. Petruk, L. J. Cabri, D. C. Harris, J. M. Stewart und L. A. Clark konnten aber zeigen, dass die von Ramdohr verwendete Probe eine quecksilber- und antimonhaltige Silbervarietät ist. Stattdessen benannten sie ein von ihnen ebenfalls in Cobalt gefundenes Silber-Antimon-Mineral mit dem Namen Allargentum.[5] Diese Neudefinition wurde auch von der IMA anerkannt.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Allargentum zu den Legierungen und legierungsartigen Verbindungen, einer Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet es dabei zusammen mit Dyskrasit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es eine eigene Untergruppe der Verbindungen von Halbmetallen mit Kupfer, Silber und Gold.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Dyskrasit eine Untergruppe der Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit einem Verhältnis von (m+n) zu p von 3:1.[6]

Kristallstruktur

Allargentum kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63/mmc mit den Gitterparametern a = 2,94 Å und c = 4,78 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Eigenschaften

Allargentum und Dyskrasit bilden eine Mischkristallreihe.

Bildung und Fundorte

Allargentum bildet sich in Silber-Antimon-Erzen. Es ist vergesellschaftet mit Silber, Dyskrasit, Breithauptit, Domeykit, Kutinait und Stephanit.

Fundorte sind neben der Typlokalität in Kanada Catamarca und Córdoba in Argentinien, Broken Hill und Mount Isa in Australien, Lishu in China, Benešov und Kutná Hora in Tschechien, Ylivieska in Finnland, Bad Schlema in Deutschland, Narsaq auf Grönland, Qostanai in Kasachstan, Karasjok, Porsanger und Hemnes in Norwegen, Dalnegorsk in Russland, mehrere Minen in Schweden, Adrasman in Tadschikistan und Ouray im US-Bundesstaat Colorado. Insgesamt konnte Allargentum weltweit bisher an über 40 Fundorten nachgewiesen werden.[7]

Siehe auch

Literatur

  • Allargentum in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).
Commons: Allargentum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: January 2023. (PDF; 3,7 MB) In: cnmnc.main.jp. IMA/CNMNC, Marco Pasero, November 2022, abgerufen am 26. Januar 2023 (englisch).
  2. Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
  3. Webmineral – Mineral Species sorted by the element Ag (Silver)
  4. Paul, Ramdohr: Neue Erzmineralien. In: Fortschr. Mineral.,1949, 28, S. 69–70, Abstract in: American Mineralogist, 1954, 39, S. 691 pdf.
  5. W. L. Petruk, L. J. Cabri, D. C. Harris, J. M. Stewart und L. A. Clark: Allargentum, redefined. In: Canadian Mineralogist, 1970, 10, S. 163–172, Abstract in: American Mineralogist, 1971, 56, S. 638 pdf.
  6. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  7. Mindat – Localities for Allargentum
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