arche noVa
arche noVa - Initiative für Menschen in Not e.V. ist eine humanitäre Organisation aus Dresden, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen in Notsituationen unterstützt, langfristige Entwicklungszusammenarbeit leistet und Bildungsprojekte realisiert. Gegründet 1992 von Sven Seifert und einer Gruppe engagierter Menschen, die einen Hilfsgütertransport nach Irakisch-Kurdistan organisierten, widmet sich arche noVa heute schwerpunktmäßig WASH-Projekten, die die drei Komponenten Wasser, Sanitär und Hygiene in unterschiedlichen Kontexten miteinander verbinden. Mehr als 844 Millionen Menschen weltweit fehlt es an einer sicheren Wasserversorgung und knapp ein Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne adäquate Sanitäreinrichtungen mit erheblichen Gefahren für ihre Gesundheit und Entwicklung. Von der Katastrophenhilfe bis zum Wiederaufbau arbeitet der Verein im Ausland mit einheimischen Partnerorganisationen zusammen. Weiterhin führt der Verein in Deutschland Projekte der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit durch. Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete arche noVa e.V. Spenden in Höhe von 1.143.218,36 Euro und Gesamteinnahmen von 13.997.328,50 Euro. Der Verein trägt seit 1993 durchgängig das DZI-Spendensiegel.[1]
| arche noVa | |
|---|---|
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| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1992 in Dresden |
| Sitz | Dresden |
| Zweck | Humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Bildungsarbeit und Freiwilligendienst |
| Aktionsraum | Äthiopien, Kenia, Mali, Republik Kongo, Somalia, Somaliland, Sudan, Uganda, Irak, Libanon, Syrien, Myanmar, Philippinen, Ukraine, Deutschland |
| Vorsitz | Stefan Mertenskötter |
| Geschäftsführung | Mathias Anderson |
| Umsatz | ca. 13,2 Mio. Euro (2021) |
| Beschäftigte | 35 Mitarbeiter im Inland, 20 Teamende im Bildungsprogramm, 215 im Ausland |
| Freiwillige | 5 (2020) |
| Mitglieder | 48 |
| Website | arche-nova.org |
Die Organisation hat ihren Sitz in Dresden und Berlin und ist u. a. Mitglied des Koordinierungsausschusses des Auswärtigen Amtes, über den Paritätischen Wohlfahrtsverband Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft (ADH), sowie bei VENRO und dem deutschen WASH-Netzwerk.
Selbstverständnis
arche noVa setzt sich dafür ein, dass alle Menschen Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser sowie sanitärer Grundversorgung bekommen. Dies ist seit 2010 ein anerkanntes Menschenrecht. arche noVa verknüpft dabei meist WASH mit weiteren Sektoren wie Bildung oder Einkommen. Für die unterstützten Menschen bedeutet dies bessere Gesundheit, größere Ernährungssicherheit, neue Einkommensmöglichkeiten und die Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben. Dabei ist arche noVa vor allem in ländlichen Gebieten tätig, in denen der Zugang zu Wasser und Sanitäreinrichtungen besonders problematisch ist. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen und der einheimischen Bevölkerung arbeitet arche noVa nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei entwickelt arche noVa gemeinsam individuelle Lösungen und setzen vor allem auf lokale Baumaterialien sowie angepasste und einfach zu wartende Technologien. Mit den Dorfgemeinschaften baut arche noVa Selbstverwaltungsstrukturen auf und stärken damit gezielt die Zivilgesellschaft. Mit begleitenden Maßnahmen zur sozialen und ökonomischen Entwicklung der Bevölkerung leistet arche noVa einen Beitrag zur globalen Armutsbekämpfung.
Humanitäre Katastrophen nehmen weltweit zu und ihre Folgen sind verheerend. Durch Aufbereitung und Verteilung von sicherem Trinkwasser und Hilfsgütern sowie Wiederaufbaumaßnahmen unter Achtung der Humanitären Prinzipien steht arche noVa den betroffenen Menschen bei Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben oder kriegerischen Auseinandersetzungen zur Seite. Mit einem hohen Maß an Engagement sowie flexiblen und dem Kontext angepassten Herangehensweisen setzt arche noVa unsere Projekte effizient und transparent um und stärknt so die Resilienz der lokalen Bevölkerung gegenüber wiederkehrenden und andauernden Krisen.
Die Bildungsarbeit von arche noVa umfasst neben Grundbildung und Hygieneschulungen in den Projektländern vor allem Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit BNE will arche noVa im Sinne der Sustainable Developement Goals (SDG) Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln ermutigen. Dabei gilt es zu überdenken, wie die eigenen Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen beeinflussen und welche Wirkung sie in anderen Erdteilen haben, um konkret zu überlegen, wie Zukunft für alle gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann.
Beim Globalen Lernen thematisiert arche noVa die Wechselwirkungen zwischen Ländern des Globalen Nordens und des Globalen Südens. Der Fokus liegt dabei auf der Vermittlung der vielfältigen Ursachen globaler Ungerechtigkeit sowie auf der weltweiten Durchsetzung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Menschenrechte. Das Thema Wasser ist für uns auch in der Bildungsarbeit zentral, wird jedoch durch weitere Themen ergänzt.
Unsere Bildungsarbeit im In- und Ausland ist zielgruppengerecht und beteiligungsorientiert; arche noVa legt Wert auf die Aktualität unserer Materialien, Methoden und Zielsetzungen und orientieren uns an der Alltagswelt der Teilnehmenden.
arche noVa sieht sich als Teil eines weltweiten Netzes von zivilgesellschaftlichen Akteuren. Daher unterstützt arche noVa aktiv die qualitative Weiterentwicklung der Arbeitsfelder WASH und Globales Lernen/BNE durch Qualifizierung und aktive Netzwerkarbeit.
Als Organisation ist uns ein kollegiales Miteinander sehr wichtig. arche noVa versteht sich als Team, das mit unterschiedlichen Kompetenzen an gemeinsamen Zielen arbeitet. Die Ideen aller sind dabei gefragt und Gestaltungsspielräume für individuelles Agieren vorhanden. Mitarbeitende im In- und Ausland begegnen sich respektvoll und auf Augenhöhe. Die Sicherheit der Mitarbeitenden hat höchste Priorität. Inklusion und Diversität sind uns ein Anliegen.
Auf Transparenz legt arche noVa vor allem in Finanzbelangen größten Wert. arche noVa trägt seit 1993 durchgängig das DZI-Spendensiegel. Die jährlichen Geschäftsberichte sind öffentlich einsehbar.
Schwerpunkt Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH)

Wasser ist eine Überlebensfrage
Leben ist ohne Wasser nicht möglich. Wir trinken Wasser, wir brauchen es für die Hygiene, wir tränken damit das Vieh und bewässern die Felder. Wir nutzen es in der Industrie, für den Transport und in der Freizeit. Weil Wasser so existentiell ist, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht. arche noVa setzt sich für dieses Recht ein. Es ist unser Kernthema. Deshalb ermöglichen arche noVa benachteiligten Menschen den Zugang zu Trink- und Nutzwasser sowie zu Sanitärversorgung und widmen uns den Hygienepraktiken vor Ort.
844 Millionen Menschen weltweit fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Sie leben tagtäglich mit der Gefahr, krank zu werden, weil das Wasser, auf das sie zurückgreifen müssen, verunreinigt ist. Jeden Tag sterben 4.000 Kinder an Krankheiten, die durch schlechte Wasserqualität und mangelnde Sanitäranlagen verursacht werden. Das sind mehr Kinder als bei allen kriegerischen und gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet werden.
Vor allem in Ländern südlich der Sahara gehen Millionen Frauen und Kinder täglich kilometerweit, nur um Wasser zu holen. Sie haben keine andere Wahl, weil Wasserholen überlebenswichtig ist. Durch die weiten Wege und langen Warteschlangen an Wasserstellen oder Pumpen verlieren die Frauen und Kinder viel Zeit und die Chance, sich um anderes zu kümmern, wie zum Beispiel Schule, Ausbildung oder Erwerbstätigkeit. Noch schwerer haben es alte und kranke Menschen, die überdurchschnittlich stark unter schlechter Wasserversorgung leiden.
Wasser - die Krise
Der unzureichende Zugang zu Wasser betrifft vor allem Länder des globalen Südens, insbesondere afrikanische Länder südlich der Sahara. Hier wie in anderen Erdteilen gilt: Menschen in ländlichen Gebieten sind meist schlechter versorgt als die Stadtbevölkerung. Noch entscheidender für die existentielle Frage nach der Qualität der Wasserversorgung ist der finanzielle Hintergrund der Menschen. Einkommensstarke Haushalte leiden fast nie, arme überdurchschnittlich oft unter unzureichenden Wassersystemen.
Aber selbst da, wo es funktionierende Strukturen gibt, werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts, Alters, Gesundheitszustands, Status, ethnischer Herkunft oder religiöser Identität benachteiligt. Sie haben es im Vergleich zur Mehrheitsgesellschaft besonders schwer regelmäßig an ausreichend Wasser zu kommen.
Weltweit beobachten wir, dass sich lokale Wasserkrisen in Folge des Klimawandels verschärfen. Experten schätzen, dass 2025 die Hälfte der Menschheit von Wasserknappheit bedroht sein wird. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf Jahr für Jahr. Hauptverantwortlich sind die Industrie und die industrielle Landwirtschaft sowie der Konsum und das Bevölkerungswachstum.
Doch nicht nur die schiere Menge der Wassernachfrage ist ein Problem und sorgt dafür, dass an manchen Orten einfach nicht genug Wasser für jede und jeden verfügbar ist. Vielerorts ist es gerade die mangelhafte Wasserqualität, die die Menschen bedroht. Weltweit fehlt es an Abwasserbehandlung. Gleichzeitig gelangen mehr und mehr Verunreinigungen darunter auch Pestizide, Düngemittel und Rückstände von Medikamenten in den Wasserkreislauf.
Ob in entlegenen Gemeinden, nach Naturkatastrophen oder in Krisengebieten: arche noVa ermöglicht weltweit Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser. So verschieden die Bedürfnisse und Bedingungen vor Ort sind, so unterschiedlich sind auch die Wasserprojekte von arche noVa. Es werden natürliche Quellen eingefasst, Brunnen gebohrt und Regenwasser gesammelt sowie aufbereitet. Unsere Projekte reichen von der akuten Nothilfe, bei der Menschen beispielsweise mit Trinkwasser aus Tanklasterlieferungen versorgt werden, bis zu nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit.
WASH - das Thema für arche noVa
WASH ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Angesichts der Dimension der Aufgabe arbeitet arche noVa eng mit anderen NGOs und internationalen Institutionen zusammen. arche noVa ist Mitglied in allen relevanten Netzwerken und engagiert sich für die weitere Vernetzung internationaler und lokaler Organisationen. arche noVa fördert aktiv die Fortbildung und den Austausch von WASH-Experten weltweit.
Auszeichnungen
Die Vereinsarbeit wurde mehrfach ausgezeichnet[2]
- Bundesverdienstkreuz für den ehemaligen Geschäftsführer Sven Seifert, 2016[3]
- "Verein des Jahres 2010", ausgelobt von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Sächsischen Zeitung[4]
- Preis der lokalen Agenda 21 für Dresden e.V., 2008[5]
- „best practice“ Projekt für Bildung für nachhaltige Entwicklung/ Globales Lernen verliehen vom Sächsischen Kultusministerium und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), 2007
- Preis für besonderes soziales Engagement der PDS für Irak-Einsatz, 2003
- Preis der Stiftung „Lebendige Stadt – Dresden verein(t)“, 2003
- Förderpreis der Robert Bosch Stiftung für humanitäre Hilfe in Ost- und Südosteuropa, 1998[6]
- Dresdner Friedenspreis der AnStiftung, 1996
Mitgliedschaften
- Aktion Deutschland Hilft (ADH); ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen[7]
- Koordinierungsausschuss des Auswärtigen Amtes
- Paritätischer Wohlfahrtsverband (Sektion Parität International)[8]
- VENRO - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen[9]
- WASH-Netzwerk; eine Initiative deutscher Nichtregierungsorganisationen zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene[10]
- Sustainable Sanitation Alliance (SuSanA); ein internationals Netzwerk von Partnerorganisationen aus 45 Ländern, die die Vision von einer nachhaltigen Lösung der weltweiten Sanitärkrise teilen[11]
- Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen (ENS); ein Zusammenschluss von Vereinen, Gruppen und Initiativen, die sich für zukunftsfähige Entwicklung und weltweite Gerechtigkeit einsetzen[12]
- Aktionsbündnis Dresden Hilft; ein Bündnis von arche noVa und der Landeshauptstadt Dresden Tsunami-Katastrophe 2004[13]
Weblinks
Einzelnachweise
- Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. November 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- Profil (Memento vom 7. Mai 2010 im Internet Archive). Website von arche noVa. Abgerufen am 4. Mai 2010.
- Sven Seifert erhält das Bundesverdienstkreuz | arche noVa - Initiative für Menschen in Not e.V. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 8. Februar 2017; abgerufen am 8. Februar 2017.
- Verein des Jahres-Preisträger vergangener Jahre (Memento des Originals vom 3. Januar 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. website der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Dresdner Agenda 21: Preisträger 2008. Dresdner lokale Agenda 21. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Bosch Stiftung Liste Preisträger (Memento des Originals vom 13. Juni 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 160 kB). Preisträgerliste auf der website der Bosch-Stiftung. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.. Website "Aktion Deutschland Hilft". Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Mitgliedsorganisationen A-D (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . Website des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Mitgliederdatenbank. Website des Verbandes Entwicklungspolitischer Nicht-Regierungsorganisationen in Deutschland. Abgerufen am 17. September 2015.
- Die Vision, dass alle Menschen Zugang zu einer nachhaltigen und sicheren Wasser- und Sanitärversorgung haben und eigenverantwortlich grundlegende Prinzipien der Hygiene praktizieren. Website Wash-Netzwerk. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Mehr Nachhaltigkeit bei Sanitärversorgungs-Konzepten Website von SuSanA. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Mitglieder. Website des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen. Abgerufen am 30. Januar 2012.
- Dresden Hilft (Memento vom 29. April 2010 im Internet Archive). Website der Landeshauptstadt Dresden - Stadt, Verwaltung und Rat. Abgerufen am 30. Januar 2012.
