Arnulf Schelcher
Walter Arnulf Schelcher (* 4. November 1886 in Dresden; † 1966) war ein deutscher Architekt der Neuen Sachlichkeit.
Leben und Wirken
Er war der Sohn des späteren sächsischen Ministerialdirektors Walter Schelcher und Bruder des Oberverwaltungsgerichtspräsidenten Herbert Schelcher sowie des Eisenbahningenieurs Gerhard Schelcher.[1] Geboren wurde er im Haus Walpurgisstraße 8 III in Dresden. Nach dem Besuch der dortigen Kreuzschule studierte er Architektur. Nach dem Studienabschluss projektierte er vor allen Wohnhäuser und Stadtvillen. Er gilt als einer der Vertreter der Dresdner Neuen Sachlichkeit.[2] Zu Schelchers Freundeskreis in Dresden zählte auch Erhart Kästner.[3]
Durch seine Schulfreundschaft zu Ivo Hauptmann kannte er auch dessen Vater Gerhart Hauptmann, für den er das heutige Gerhart-Hauptmann-Museum auf der Insel Hiddensee durch eine Erweiterung des bisherigen „Hauses Seedorn“ errichtete.[4] Schelchers einstöckiger Erweiterungsbau (Arbeits- und Speisezimmer) mit Weinkeller (der ursprüngliche Bau hat nur einen Kriechkeller)[5][6] wurde durch einen sogenannten Kreuzgang mit dem zweistöckigen Gebäude aus dem Jahr 1920 verbunden.[7][8]
Bekannt wurde Schelcher außerdem durch den Bau des heutigen Museums Haus Dix in Stuttgart.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verließ Schelcher das besetzte Deutschland und lebte bis 1956 in den USA. Danach lebte er in München.
Einzelnachweise
- Traueranzeige für Walter Schelcher. In: Der Freiheitskampf vom 5. März 1939, S. 26.
- Neue Sachlichkeit in Dresden. Vereinfachung, Ruhe und klare Geometrie
- Freifrau Julia Hiller von Gaertringen: Meine Liebe zu Griechenland stammt aus dem Krieg, 1994, S. 295.
- Gerhart Hauptmanns Leben: Chronik und Bild, 1942, S. 47
- Gerhart Hauptmann Haus (Webseite enthält auch Architekturskizzen) https://www.hauptmannhaus.de/fundraising/ abgerufen 2023-01-18
- Sanierungskonzept Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee https://www.gmw-architekten.de/sanierungskonzept-gerhart-hauptmann-haus-hiddensee (Architekturschnittzeichnung und Foto beider Häuser mit Kreuzgang) erstellt 2021-01-16, abgerufen 2022-02-06
- Sonja Kühne: Gerhart-Hauptmann-Haus in Kloster auf Hiddensee. 2. überarbeitete Auflage. Henschel, Berlin 1998, ISBN 978-3-89487-164-2.
- Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Gerhart-Hauptmann-Haus Sommersitz des Literatur-Nobelpreisträgers https://www.denkmalschutz.de/denkmal/gerhart-hauptmann-haus.htmlabgerufen 2023-01-18