Atelier Goldstein
Das Atelier Goldstein der Lebenshilfe e. V. Frankfurt am Main ist eine Künstlerkolonie in einem Atelier in Frankfurt-Sachsenhausen. Die Gruppe besteht aus vierzehn Künstlern (Stand 2022) mit Handicaps wie Autismus, Down-Syndrom oder ähnlichem, sowie Fachbetreuern mit künstlerischer bzw. kunstpädagogischer Ausbildung. Aufnahmebedingungen für das Atelier sind eine kognitive Behinderung und außergewöhnliche künstlerische Begabung. Die Arbeiten der Künstler sollen in Museen und Sammlungen und auf dem internationalen Kunstmarkt ihren Platz finden.[1]

Geschichte
Im Jahr 2000 hatte die Bühnen- und Kostümbildnerin Christiane Cuticchio[1] die Idee für dieses Atelier, zu der sie unter anderem durch die Präsentation der Werke des Schweizer Künstlers Adolf Wölfli (1864–1930) auf der documenta 5 angeregt wurde. Sie suchte dafür in Frankfurt am Main den Kontakt zum Verein Lebenshilfe e. V. Frankfurt am Main. Da sie keine Ausbildung für die Arbeit mit behinderten Menschen und Künstlern hatte, machte sie parallel zu ihrer Tätigkeit für die Frankfurter Oper bei verschiedenen Stellen des Vereins ein zweijähriges Praktikum. Danach fanden sich durch einen befreundeten Künstler Atelierräume in einem Weltkriegsbunker in Frankfurt-Goldstein.[2] Das Stadtviertel wurde zum Namensgeber des Ateliers. Später konnten die Künstler durch die Unterstützung der Peter Paul und Emy Wagner-Heinz Stiftung an ihren jetzigen Standort umziehen, die Remise einer 1881 – im Auftrag von Philip Peter Heinz – erbauten Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen.[3]
Bis 2020 wurde das Atelier von Christiane Cuticchio geleitet. Sie wurde von der Regisseurin Sophia Edschmid und dem Künstler Sven Fritz abgelöst.[1]
Künstlerinnen und Künstler
- Perihan Arpacilar (1949–2022), Gemälde
- Wolfgang Bielaczek (1959–2020), Zeichnungen
- Julius Bockelt (* 1986), Zeichnungen und Fotografie
- Dustin Eckhardt (* 1999), Zeichnungen
- Holger Frischkorn (* 1974), Gemälde
- Hans-Jörg Georgi (* 1949), Kunstobjekte und Zeichnungen
- Stefan Häfner (* 1959), Architektur
- Tina Herchenröther (* 1998), Gemälde und Zeichnungen
- Julia Krause-Harder (* 1973), Kunstobjekte
- Snezana Milenkovic (* 1971), Gemälde
- Franz von Saalfeld (* 1961), Gemälde und Bühnenstücke
- Christa Sauer (1952–2019), Gemälde
- Babak Sayahzadeh (* 1996), Computerkunst
- Markus Schmitz (* 1980), Scherenschnitte
- Selbermann (* 1962), Zeichnungen, Malereien, Plastiken, Fotografien
- Andreas Skorupa (* 1967), Zeichnungen
- Lothar Zaubitzer (* 1964), Kunstobjekte
- Juewen Zhang (* 1995), Gemälde und Zeichnungen
- Birgit Ziegert (1966–2017), Gemälde und Zeichnungen
Auszeichnungen
- 2012 Binding-Kulturpreis
Siehe auch
- Galerie ART CRU Berlin. Abgerufen am 16. Dezember 2022.
Literatur
- Johan Bettum, Holger Frischkorn: Atelier Goldstein Künstler : Holger Frischkorn ... ; Arbeiten von acht Künstlern aus dem Atelier Goldstein. Hrsg.: Gabi Schirrmacher, Atelier Goldstein. Jovis, Berlin 2007, ISBN 978-3-936314-89-2.
Weblinks
- Atelier Goldstein
- Lebenshilfe e. V., Frankfurt am Main
- Perihan Arpacilar auf YouTube
- Mehrere Künstler bei der Arbeit
- Almut F. Kasper: Haus der bezaubernden Talente. In: stern.de. 29. April 2008, abgerufen am 5. Dezember 2022.
Einzelnachweise
- Tobias Haberl, Matthias Ziegler: „Am Ziel sind wir erst, wenn es unser Atelier nicht mehr braucht“. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 17. November 2022, abgerufen am 20. November 2022.
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