Boris-Pergamenschikow-Preis

Der Boris-Pergamenschikow-Preis ist ein nach dem Cellisten und Pädagogen Boris Pergamenschtschikow benannter Musikpreis der ein zentrales Anliegen, Musik in umfassenden Dimensionen zu vermitteln, aufgreift und die durch die Juroren ausgezeichneten Musiker fördert. Die Schirmherrschaft für den Boris-Pergamenschikow-Preis wird durch Tatjana Pergamenschikow und Sir András Schiff übernommen.[1]

Mit dem Preis werden nach einem alle zwei Jahre ausgetragenen Wettbewerb herausragende kammermusikalische Leistungen ausgezeichnet. Er wurde von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin e.V. initiiert. Die teilnehmenden Musiker durften am Tag des Wettbewerbs das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben und ein Musiker aus dem jeweiligen Kammermusik-Ensemble musste an einer Musikhochschule eingeschrieben sein.[1] Die erstmalige Vergabe des Boris-Pergamenschikow-Preises fand im Jahr 2005 statt.[2]

Juroren von 2005 bis 2022

Der Kreis der Juroren setzt sich aus verschiedenen Persönlichkeiten, Professoren, Dozenten und Musikern unterschiedlicher Institutionen zusammen.[3]

Für die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge im Jahr 2005 waren Elena Bashkirova, Claudio Bohórquez, Prof. Eberhard Feltz, Prof. Stephan Picard, Habakuk Traber, Prof. Tabea Zimmermann und Andrea Gräfin von Bernstorff (1. Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer / ohne Stimmrecht) als Juroren berufen worden.[3]

Im Jahr 2007 wurden die Vorträge von den Juroren Claudio Bohórquez, Prof. Eberhard Feltz, Prof. Eduard Brunner (Neue Musik, Klarinettist, Hochschule für Musik Saar), Winrich Hopp (Künstlerischer Leiter des Musikfest, Berlin), Jana Kuss (Kuss Quartett), Prof. Stefan Litwin (Neue Musik, Klavier, Kammermusik, Hochschule für Musik Saar) und Ingrid-Anna Kade (im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer/ ohne Stimmrecht) bewertet.[3]

Als Juroren waren für die Bewertung der vorgetragenen Wettbewerbsbeiträge im Jahr 2009 Prof. Claudio Bohórquez, Dr. Wolfgang Fuhrmann (Musikwissenschaftler/ Journalist/ Publizist), Prof. Diethelm Kühn (Klarinettist, Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin), Prof. Stefan Litwin (Neue Musik, Klavier, Kammermusik, Hochschule für Musik Saar), Prof. Heime Müller (Violine und Kammermusik, Universität der Künste Berlin), Rainer Pöllmann (Leiter des Ultaschall Festivals, Deutschlandradio Berlin) und Augustin Maurs (im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer/ ohne Stimmrecht) tätig.[3]

Die Bewertung der im Wettbewerb des Jahres 2011 vorgetragenen Musikstücke wurde durch die Juroren Prof. Kolja Blacher, Prof. Claudio Bohórquez, Cathie Milliken (Komponistin/ Leiterin des Education Projekts der Berliner Philharmoniker), Frederik Hanssen (Tagesspiegel), Armin Köhler (Leiter der Donaueschinger Musiktage), Prof. Daniel Ott (Komponist, Leiter des Festival KLANGZEITORT Berlin) und Brigitte von Rümker (im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer/ ohne Stimmrecht) durchgeführt.[3]

Zu den Juroren des im Jahr 2013 vergebenen Preises gehörten Jonathan Aner (Professor für Kammermusik an der HfM Hanns Eisler Berlin), Claudio Bohórquez (Professor für Violoncello an der HfM Stuttgart), Ulli Fußenegger (Kontrabassist beim Klangforum Wien, Dozent an der HfM Luzern), Björn Gottstein (Intendant des Eclat-Festival Stuttgart gemeinsam mit Christine Fischer), Cathie Milliken (Komponistin und Oboistin), Marie-Luise Neunecker (Professorin für Horn an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin), Oliver Wille (Professor für Kammermusik in Hannover, Kuss Quartett) und ohne Stimmrecht Martina von Brüning (für die Gesellschaft der Freunde und Förderer).[3]

Als Juroren waren für die Bewertung der vorgetragenen Musikstücke im Wettbewerb des Jahres 2016 Prof. Claudio Bohórquez, Prof. Wiliam Forman, Prof. Dr. Daniel Göritz, Prof. Florian Hölscher (Prof. für Klavier in Lucern/ Mitbegründer und Pianist im Ensemble Ascolta), Prof. Reinhard Latzko, Eckhard Roelcke (Autor/ Journalist in Berlin), Prof. Iris ter Schiphorst (Komponistin/ Prof. für Komposition in Wien) und Martina von Brüning (1. Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer/ ohne Stimmrecht) berufen.[3]

Im Jahr 2019 wurden die Vorträge von den Juroren Prof. Axel Bauni, Prof. Claudio Bohórquez, Prof. Konstantia Gourzi, Dr. Lydia Jeschke, Prof. Martin Spangenberg, Prof. Marcus Weiss und einem Mitglied des Verein der Freunde und Förderer (ohne Stimmrecht) bewertet.[3]

Für die Bewertung der Vorträge im Rahmen des Wettbewerbes im Jahr 2022 gehörten Prof. Gerhard Schulz (Alban Berg Quartett, Wien), Cathy Milliken (Oboe/Komponistin, Berlin), Prof. Claudio Bohórquez (Cello, Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin), Prof. Dr. Ariane Jeßulat (Vizepräsidentin Universität der Künste Berlin/ Ensemble Die Maulwerker), Andreas Brenner (Zürcher Hochschule der Künste/ Ensembleleiter für Neue Musik), Dr. Winrich Hopp (Musikfest Berlin, Berliner Festspiele) und Andrea Gräfin von Bernstorff (Förderverein der Hochschule, ohne Stimmrecht) der Jury an.[3]

Preisträger von 2005 bis 2022

Den Wettbewerb im Jahr 2005 gewann das „Chagall-Quartett“ bestehend aus Stefan Hempel (Violine), Serge Verheylewegen (Violine), Max Schmiz (Viola) und Jan Ickert (Violoncello).[4]

Preisträger des Jahres 2007 wurde das „Trio Ovid“ mit Katja Lämmermann (Violine), Amalia Aubert (Viola) und Mischa Meyer (Violoncello). Mit dem Kompositionsauftrag für ein Streichtrio wurde Sarah Nemtsov prämiert.[4]

Mit dem Preis des Jahres 2009 wurde das „Trio Vis“ mit den Musikern Roy Amotz (Flöte), Matan Porat (Klavier) und Ira Givol (Violoncello) ausgezeichnet. Der Kompositionsauftrag wurde an Matan Porat verliehen.[4]

Im Wettbewerb des Jahres 2011 wurde der Boris-Pergamenschikow-Preis zweimal verliehen. Prämiert wurden das „Anima Quartett“ mit Evgeniya Norkina (Violine), Alexandra Samjedova (Violine), Maria Dubovik (Viola) und Vladimir Reschetko (Violoncello). Die zweite Prämierung wurde an das „Trio Onyx“ mit Rho-MeiYu (Schlagzeug), Eva Boesch (Violoncello) und Marie Schmit (Violoncello) vergeben. Die Sonderpreise für jeweils einen Kompositionsauftrag wurden an Ana Sokolovic (Commedia dell`arte III) und Johannes Schöllhorn (notturno (lucciole)) verliehen.[4]

Preisträger des Wettbewerbs im Jahr 2013 wurde das „Trio Korngold“ bestehend aus Diana Tishchenko (Violine), Kajana Packo (Violoncello) und Joachim Carr (Klavier). Mit dem Kompositionsauftrag wurde Mirela Ivicevic von den Juroren prämiert.[4]

Am Wettbewerb des Jahres 2016 durften Kammermusik-Ensembles aller Musikhochschulen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich teilnehmen, die mit mindestens einem Violoncello besetzt sind. Neben der Aufführung eines oder mehrerer Stücke aus der Zeit nach 1950 muss das Ensemble einen Vortrag über das Stück gestalten, der das Werk in seinen zeitgeschichtlichen Kontext und in seine Beziehung zu anderen Kunstgattungen setzt. Das Siegerensemble wird mit dem Preis ausgezeichnet, mit dem eine Dotierung über 10.000 Euro verbunden ist. Das Preisträgerensemble erhielt zudem den Sonderpreis für einen Kompositionsauftrag der zusätzlich mit 3.000 Euro dotiert war. Des Weiteren wurde ein Förderpreis für den besten mündlichen Vortrag vergeben der mit 2.000 Euro dotiert war. Die beiden Zusatzpreise wurden mit der Unterstützung durch die Hans und Stefan Bernbeck-Stiftung ausgelobt. Wie im Jahr 2011 wurde der Preis zweimal verliehen und es gewannen das „Furiant Quartett“ mit Stefano Mesaglio (Violine), Vlad Popescu (Violine), Gregor Hrabar (Viola) und Nika Svarc (Violoncello), sowie das „Trio uBu“ mit Anna Neubert (Violine), Esther Saladin (Violoncello) und Christoph Stöber (Klavier). Die beiden Kompositionsaufträge wurden von der Jury jeweils an Márton Illés und Huihui Chen verliehen.[4]

Mit dem Preis des Jahres 2019 wurde das „Trio Tempestoso“ bestehend aus den Musikern Andraž Golob (Klarinette), Urban Megušar (Violoncello) und Sanja Mlinarič (Akkordeon) ausgezeichnet. Der ausgeschriebene Sonderpreis für den besten mündlichen Vortrag wurde an das „Nerida Quartett“ mit Nevena Tochev (Violine), Saskia Niehl (Violine), Pietro Montemagni (Viola) und Alma Tedde (Violoncello) verliehen.[4]

Am Wettbewerb des Jahres 2022 waren Kammermusik-Ensembles aller Musikhochschulen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zur Teilnahme zugelassen, die mit mindestens einem Violoncello besetzt sind. Neben der Aufführung eines oder mehrerer Stücke aus der Zeit nach 1950 muss das Ensemble einen Vortrag über das Stück gestalten, der das Werk in seinen zeitgeschichtlichen Kontext und in seine Beziehung zu anderen Kunstgattungen setzt. Nach dem Abschluss der beiden Wettbewerbsrunden vom 10. und 11. November 2022 wurde der Boris-Pergamenschikow-Preis 2022 dem Siegerensemble „ensemble N“ mit Paolo Vuono (Violine), Irini Liu (Violoncello) und Luca Lavuri (Klavier) am 14. November 2022 zuerkannt. Den zweiten Preis gewann das „Trio Orelon“, der dritte Preis wurde an das „Trio Glenn Gould“ verliehen und den Förderpreis erhielt das „Percaso Quartet“. Das Gewinnerensemble aus dem Jahr 2019, das slowenische „Trio Tempestoso“, spielte im Preisträgerkonzert den mit dem Sonderpreis verbundenen Kompositionsauftrag für Klarinette, Violoncello und Akkordeon von Maximilian Zimmermann.[5]

Einzelnachweise

  1. Boris-Pergamenschikow-Preis. In: Wettbewerbsbeschreibung. Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin;.
  2. Boris Pergamenschikow Preis für zeitgenössische Kammermusik. In: Zusammenfassung. Deutscher Musikrat gGmbH, 9. August 2022;.
  3. Übersicht der Jurymitglieder. In: Zusammenstellung. Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin;.
  4. Preisträger. In: Liste. Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin;.
  5. Ensemble N gewinnt 1. Preis beim Boris-Pergamenschikow-Preis. In: Pressemeldung. Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, 14. November 2022;.
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