Carlo Contarini
Carlo Contarini, (* 5. Juli 1580 in Venedig; † 1. Mai 1656 ebenda) war von 1655 bis 1656, wenn man der Zählweise der staatlich kontrollierten Geschichtsschreiber der Republik Venedig folgt, ihr 100. Doge.

Carlo war Sohn von Andrea Contarini und Elisabetta Morosini. Aus seiner Ehe mit Paula Loredan ging unter anderem der spätere Prokurator von San Marco Andrea Contarini hervor. Carlo Contarini wurde am 27. März 1655 nach 68 Wahlgängen zum Dogen gewählt.
Als er kaum zehn Tage alt war, starb sein Vater. Als Erbe eines großen Vermögens und eines angesehenen Namens besetzte er zahlreiche Ämter. Im Alter hatte er sich bereits ins Privatleben zurückgezogen. Als nach zahlreichen Wahlgängen kein Kandidat die Mehrheit gewann, wurde Carlo als Kompromisskandidat gewählt. Er starb nach nur 13-monatiger Amtszeit.
Er wurde in der Kirche der reformierten Minoriten S. Bonaventura beigesetzt. Sein Grabmal ist das einzige, das durch das Grabmonument eines anderen Dogen, nämlich seines eigenen Urenkels Alvise Pisani ersetzt wurde.[1]
Literatur
- Gino Benzoni: Contarini, Carlo, in: Dizionario Biografico degli Italiani 28 (1983) 129–132.
Weblinks
Anmerkungen
- Benjamin Paul: Les tombeaux des doges vénitiens : de l'autocélébration dans une République, in: Julius A. Chrościcki, Mark Hengerer, Gérard Sabatier (Hrsg.): Les funérailles princières en Europe XVIe-XVIIIe siècle, Bd. 2: Apothéoses monumentales, Presses universitaires de Rennes, Rennes 2013, S. 159–179, hier: S. 169.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Francesco Molin | Doge von Venedig 1655–1656 | Francesco Cornaro |