Carmen Jaquier

Carmen Jaquier (* 1985 in Genf) ist eine Schweizer Filmregisseurin und -autorin.

Biografie

Ursprünglich gelernte Grafikerin, erlangt sie 2011 den Bachelor in Film an der École cantonale d'art de Lausanne (écal). Nach drei Jahren Berufspraxis als Regisseurin macht sie den Master an der écal und der HEAD in Genf im Bereich Drehbuchschreiben.[1]

Ihr Abschlussfilm, der Kurzfilm Le Tombeau des filles wird 2014 am Locarno Film Festival uraufgeführt und auch ausgezeichnet. 2015 wird auch ihr zweiter Kurzfilm, La Rivière sous la langue, in Locarno gezeigt.[2]

Sie gehört zu der Gruppe von zehn Regisseurinnen und Regisseuren des kollektiven Spielfilms Heimatland, der 2015 in Locarno aufgeführt wird.[3]

Carmen Jaquier ist 2018 Preisträgerin des Suissimage Kulturpreis; sie teilt den Preis mit der französisch-schweizerischen Regisseurin Ursula Meier. Der Preis unterstützt sie mit 400'000 CHF in der Herstellung ihres ersten langen Spielfilms Foudre (Thunder).[4] Der Film wird 2022 fertiggestellt und feiert seine Premiere am Toronto International Film Festival.[5]

Zeitgleich arbeitet sie mit dem Regisseur Jan Gassman an einem weiteren langen Spielfilm, Les Paradis de Diane, in dem es um eine Frau geht, die ihr Kind und dessen Vater nach der Entbindung verlässt.[6][7]

In ihrer Filmografie inszeniert Carmen Jaquier eine weibliche Welt, die sie durch ihre eigenen Darstellungen illustriert und der sie einen weiblichen Blickwinkel bietet, der weit entfernt von der Kontrolle männlicher Beschreibungen ist. Sie stellt die Verwandlung junger Mädchen in Frauen dar, enthüllt die weibliche Sexualität und zeugt von der Konstruktion der weiblichen Identität.[8]

Filmografie

  • 2004: Bouffe-moi
  • 2010: Ça ne veut pas dire que je ne t’aime pas
  • 2011: Le Tombeau des filles
  • 2013: Le Bal des sirènes
  • 2015: La Rivière sous la langue
  • 2015: Heimatland
  • 2016: Plante un poète
  • 2022: Foudre (Thunder)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Meet the Talent: Carmen Jaquier. Kino Xenix, abgerufen am 14. Dezember 2022.
  2. Carmen Jaquier. Locarno Film Festival, abgerufen am 14. Dezember 2022 (englisch).
  3. Heimatland. Locarno Film Festival, abgerufen am 14. Dezember 2022 (englisch).
  4. CINEBULLETIN: Ursula Meier und Carmen Jaquier gewinnen den Suissimage-Kulturpreis - CINEBULLETIN. Abgerufen am 14. Dezember 2022.
  5. Thunder / Foudre. TIFF, abgerufen am 14. Dezember 2022 (englisch).
  6. Cinéforom: Carmen Jaquier. Abgerufen am 14. Dezember 2022.
  7. Les arcanes d’un scénario – ISSUE. Abgerufen am 14. Dezember 2022 (französisch).
  8. Review: Thunder. Abgerufen am 14. Dezember 2022 (englisch).
  9. Regisseurin Carmen Jaquier über ihren Gewinnerfilm «Foudre». Abgerufen am 14. Dezember 2022.
  10. La réalisatrice suisse Carmen Jaquier primée à Marrakech pour son film "Foudre". 21. November 2022, abgerufen am 14. Dezember 2022 (französisch).
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