Daniel Bax
Daniel Bax (* 1970 in Blumenau, Brasilien) ist deutscher Journalist und Autor. Er arbeitete langjährig für die taz, ging dann zum Mediendienst Integration und ist seit 2020 Pressesprecher des DeZIM-Instituts.
Leben
Daniel Bax wuchs in Freiburg im Breisgau und danach in Berlin auf, wo er seit 1985 lebt.[1] Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er unter Neo-Sannyas.[1] Bax studierte Publizistik und Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin mit Magister-Abschluss. Von 1998 bis 2017 war er Redakteur bei der taz in Berlin, zunächst als Musikredakteur im Kulturressort, dann im Ressort Meinung und Debatte, später als Parlamentskorrespondent. Zuletzt war er im Inlandsressort der taz für Integrations- und Migrationspolitik zuständig. Außerdem schreibt er zu Islam- und außenpolitischen Themen.[1] Ab 2017 war Bax Projektmanager und Redakteur beim Mediendienst Integration.
Daniel Bax verfasste für mehrere Themenhefte des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Beiträge – zu türkischem Rechtsextremismus (Graue Wölfe), Islam und Popkultur oder Rassismus im Alltag. Er veröffentlichte Beiträge sowie Interviews mit Künstlern aus dem Bereich Weltmusik wie Tarkan oder Goran Bregović. Darüber hinaus verfasste er mehrere Booklet-Texte zu Platten. Er ist Mitglied der Neuen deutsche Medienmacher*innen und war von 2014 bis 2020 ehrenamtlich in deren Vorstand aktiv.
2015 erschien sein erstes Buch Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten im Westend Verlag. 2018 erschien sein zweites Buch über die Hintergründe für den Erfolg von Rechtspopulisten.[2]
2020 publizierte Bax einen Beitrag in dem von Wolfgang Benz herausgegebenen Sammelband „Streitfall Antisemitismus“ über den Leitungswechsel im Jüdischen Museum Berlin. Er führte den Rücktritt des Direktors Peter Schäfer auf eine Kampagne der israelischen Außenpolitik zurück, der sich der Zentralrat der Juden angeschlossen habe. Der Band wurde in der Frankfurter Rundschau als „Beitrag zur Versachlichung der Debatte“ beschrieben.[3] Christiane Habermalz nannte den Band im Deutschlandfunk Kultur einen „wichtigen Beitrag zu einem hochbrisanten Thema“[4]. Im Internet-Blog Hagalil wurden dem Band dagegen „Polemik“ und „Faktenfehler“ vorgeworfen.[5]
Veröffentlichungen
- Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten. Westend, Frankfurt 2015. ISBN 978-3-86489-099-4
- Klasse und Kultur. Der Mythos von den Abgehängten. In: Gesellschaftsforschung (1), 2017, S. 3–4.
- Die Volksverführer – Warum Rechtspopulismus so erfolgreich ist. Westend, Frankfurt 2018. ISBN 978-3-86489-178-6
- Was ist die „islamische Welt“? In: Mediendienst Integration (Hg.): Handbuch Islam und Muslime. Mediendienst Integration, 2019, S. 32–36.
- Nicht „jüdisch genug“. Chronik einer Kampagne. In: Benz, Wolfgang (Hg.): Streitfall Antisemitismus: Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen. Metropol Verlag, 2020, S. 100–118. ISBN 978-3-86331-532-0
Weblinks
Einzelnachweise
- Rüdiger Rossig: Personalie: Adieu, Daniel Bax. In: taz hausblog. 10. November 2017, abgerufen am 25. April 2021.
- Rudolf Walther: Allzu simple Feindbilder. In: sueddeutsche.de. 23. November 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
- „Streitfall Antisemitismus“: Wenn Kritik an Israel vorschnell verurteilt wird. 13. August 2020, abgerufen am 21. März 2022.
- deutschlandfunk.de: Antisemitismus - Wie ein eindeutiger Begriff zum Streitfall wurde. Abgerufen am 21. März 2022.
- "Streitfall Antisemitismus". In: haGalil. 27. Juli 2020, abgerufen am 17. Februar 2021 (deutsch).