Edward Francis Cunningham

Edward Francis Cunningham (* um 1742 wahrscheinlich in Kelso; † 1795 in London), manchmal auch Kelso oder Francesco Calza oder Calze genannt, war ein schottischer Porträt- und Historienmaler.

Biografie

Bildnis des Prinzen Friedrich Ludwig Karl von Preußen, 1786

Er stammte aus einer jakobitischen Familie und soll um 1742 in Kelso geboren worden sein. Sein Vater, der 1745 in den Jakobitenaufstand des Thronprätendenten Charles Edward Stuart verwickelt war, musste von Schottland auf den Kontinent fliehen und nahm seinen Sohn mit. Cunningham lebte mit seinem Vater vermutlich in Bologna und Parma, bevor er bei Anton Raphael Mengs in Rom 1757 als einer von sechs schottischen Schülern, die von Andrew Lumisden, Sekretär des Prätendenten, eingeführt wurden, Kunst studierte. 1762 bis 1764 wirkte er in Parma und anschließend in Neapel, Venedig und Paris. Er soll in Italien das Cognomen von „Calze“ angenommen haben. Bald nach seiner Ankunft in Paris erbte er die Familiengüter und kurz darauf fiel ein zweites Vermächtnis an seinen Anteil, aber da er verschwenderisch und extravagant lebte, verbrauchte er schnell sein ganzes Geld und war dann genötigt, der Herzogin von Kingston nach Russland zu folgen.

Nachdem er die Herzogin verlassen hatte, trat er in den Dienst des russischen Hofes und ging danach nach Berlin, wo er eine Vollbeschäftigung als Porträtmaler fand. Dort erwarb er 1787 das Haus Pariser Platz Nr. 1. Wegen der Beeinträchtigung seines Besitzes durch den Neubau des benachbarten Brandenburger Tores machte er 1788 geltend: „daß ihm gerade an diesem Fenster (im zweiten Stock an der Torseite) am mehrsten gelegen sey, indem er solches zu seinen Arbeiten sehr nöthig gebrauche“. Er erhielt darauf die Genehmigung für die Benutzung der Etage über der Wache des Brandenburger Tores.[1] Unglücklicherweise setzten sich seine unvorsichtigen Gewohnheiten fort, so dass er gezwungen war, das Haus 1791 zu verkaufen. Er zog schließlich nach London, wo er 1795 in großer Armut starb. Als Porträtmaler erzielte er einen verdienten Erfolg, und einige seiner Porträts wurden graviert. Er malte auch einige historische Themen.

Literatur

  • Brinsley Ford: A Dictionary of British and Irish Travellers in Italy, 1701−1800. New Haven/ London 1997, ISBN 0-300-07165-5, S. 262. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Veronika Hofmann: Der Maler Edward Francis Cunningham in Preußen. Berlin 2006.
Commons: Edward Francis Cunningham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Laurenz Demps: Der Pariser Platz. Der Empfangssalon Berlins. Henschel Verlag, 1995, ISBN 3-89487-215-2, S. 133–134.
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