Else Heller
Else Heller (* 4. Februar 1884 in Wien[1]; † unbekannt) war eine österreichische Theater- und Stummfilmschauspielerin.
Leben und Wirken
Am Theater
Die gebürtige Wienerin erhielt ihre künstlerische Ausbildung unmittelbar nach Anbruch des 20. Jahrhunderts in ihrer Heimatstadt bei dem deutschen Oberregisseur Ernst Niedt (1844–1902) und gab 1901 ihr Bühnendebüt am Stadttheater des österreichisch-ungarischen Bielitz. Nach einer Zwischenstation in Olmütz kehrte sie 1903 nach Wien heim, um einer Verpflichtung an das Raimund-Theater nachzukommen. In jungen Jahren war Hellers Rollenfach das der Naiven und Sentimentalen, und die junge Künstlerin reüssierte unter anderem mit klassischen Bühnenfiguren wie dem Gretchen, dem Klärchen und der Ophelia, war aber auch als Berta (in Die Ahnfrau), Kitty (in Sodoms Ende), Marikke (in Johannisfeuer), Mali (in Mutter Sorge), Anna Danby (in Kean) und als die Fee Cheristane (in Der Verschwender) zu sehen[2]. Nach nur einer Spielzeit am Raimund-Theater und einer Stippvisite ans finnischen Nationaltheater in Helsinki (1904/05) wechselte sie 1905 ans Wiener Bürgertheater, dem sie bis 1912 die Treue hielt.
Beim Film
In dieser Zeit gab Else Heller mit dem titelgebenden Kind Marie in dem 22-minütigen Drama Der Müller und sein Kind, dem ältesten erhaltenen österreichischen Film, einen sehr frühen Einstand vor der Kamera. Dennoch blieb die Künstlerin, die 1912 nach Deutschland übersiedelte, zeitlebens primär eine Theaterschauspielerin (seit 1912 am Magdeburger Stadttheater, ab 1916 am Koblenzer Stadttheater und ab 1921 am Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Leitung von Louise Dumont), auch wenn sie gegen Ende der Stummfilmzeit und beim Anbruch der Tonfilm-Ära wieder vermehrt mit kleinen bis mittelgroßen Kinorollen bedacht wurde. Auf der Leinwand sah man sie zuletzt in künstlerisch durchaus ambitionierten Inszenierungen wie Joe Mays Asphalt, Paul Czinners Fräulein Else, Hans Tintners Cyankali und G. W. Pabsts Westfront 1918. Meist wurde sie hier als Ehefrau oder Mutter besetzt. Else Heller, die bereits 1904 den jüdischen Glauben abgelegt hatte[3], soll laut einigen Internetseiten angeblich bereits 1930 gestorben sein, doch gibt es dafür keinen belastbaren Beleg.
Filmografie
- 1911: Der Müller und sein Kind
- 1912: Kaiser Josef II.
- 1918: Der Märtyrer seines Herzens
- 1926: Liebe
- 1929: Asphalt
- 1929: Fräulein Else
- 1929: Man schenkt sich Rosen, wenn man verliebt ist
- 1930: Die letzte Kompagnie
- 1930: Cyankali
- 1930: Westfront 1918
- 1930: Lohnbuchhalter Kremke
- 1931: Tropennächte
Weblinks
- Else Heller in der Internet Movie Database (englisch)
- Else Heller bei filmportal.de
- Biografie in: Der Humorist
Einzelnachweise
- Else Heller im Fachinformationsdienst für Darstellende Kunst
- Kurzbiografie. In: Der Humorist (1880-1926), 10. August 1903, S. 2 (online bei ANNO).
- Austrittsliste