Emanuel Schulz
Emanuel Schulz (* 2. März 1975 in Wien[1]) ist ein österreichischer Komponist und Dirigent.
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Leben und Wirken
Familie und musikalische Laufbahn
Emanuel Schulz entstammt einer bekannten Wiener Musikerfamilie. Seine Mutter ist Ingeborg Schulz; sein Vater Walther Schulz war Erster Solocellist der Wiener Symphoniker und ist Cellist des Haydn-Trio Wien.
Schulz begann im Alter von sechs mit dem Klavierspiel, später lernte er auch Violine. An der Wiener Musikuniversität studierte er Komposition bei Iván Eröd, Medienkomposition bei Klaus-Peter Sattler, Dirigieren bei Leopold Hager und Violine bei Gerhard Schulz.[1] Sein Studienabschluss erfolgte mit dem Magister artium.
2003 übernahm er die musikalische Leitung der Mozart-Konzerte Schloss Stuppach.[1][2] Seit 2008 ist er künstlerischer Leiter der Camerata Schulz, die im Jahre 2000 vom Flötisten Wolfgang Schulz gegründet wurde,[3] mit der er unter anderem beim Carinthischen Sommer[4] gastierte.
Als Dirigent leitete Schulz unter anderem die den Wiener Jeunesse Chor,[5] das Wiener Mozart Orchester,[1] die Wiener Sängerknaben, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das MAV Symphony Orchestra Budapest, das Orchestra Sinfonica Portuguesa, die Gustav Mahler Akademie Bozen und mit Auftritten unter anderem im Wiener Musikverein, im Wiener Konzerthaus und an der Wiener Staatsoper. CD-Veröffentlichungen erfolgten bei Camerata Tokyo und ORF, u. a. mit dem Ensemble Wien Berlin, das sich aus Solisten der Wiener Philharmoniker und Berliner Philharmoniker zusammensetzt.
Schulz arbeitete mit Künstlern zusammen wie unter anderem Paul Gulda, Melvyn Tan, Hans-Jörg Schellenberger, Christian Altenburger, Sebastian Holecek, Werner Hollweg, Musikern der Wiener und Berliner Philharmoniker, dem Fernsehmoderator Hans Georg Heinke, dem Ensemble Wien-Berlin, dem Regisseur Titus Hollweg, dem indischen Künstler Prabhakar Dhakade Guruji und dem Rockmusiker Matthew Malley (ehemaliges Mitglied der Formation Counting Crows; Spieler der Mohan Veena), mit Franz Bartolomey, Wolfgang Schulz, Walter Auer, dem Haydn-Trio Wien sowie der japanischen Harfenistin Naoko Yoshino.
Eine musikalische Zusammenarbeit erfolgte außerdem mit der österreichischen Boy-Band iBros,[6]
Lehrtätigkeit
Schulz unterrichtete an der Sommerakademie Allegro Vivo, der University of Bloemfontein (Südafrika) und an der Gustav Mahler Akademie Bozen. Von 2012 bis 2013 leitete er zusammen mit dem Regisseur Titus Hollweg die Opernwerkstatt der Wiener Sängerknaben: die Oper U-Musik wurde gemeinsam mit Schülern des Oberstufenrealgymnasiums der Wiener Sängerknaben geschrieben, komponiert und aufgeführt.[7] 2016/2017 war er Kompositionsdozent und künstlerischer Leiter des Musicals Trumpf sticht bei den Wiener Sängerknaben. Seit 2020 leitet er eine Kompositionsklasse am Theresianum Wien.
Kompositorisches Werk
Kompositionsaufträge erhielt Schulz in den Bereichen Theater, Film, Konzert und Corporate Music. Seine Spezialitäten sind die Einbeziehung fremder Kulturen (Indien, Afrika), die Übersetzung archetypischer Urbilder in Musik und die künstlerische Arbeit mit und für Jugendliche. Er komponierte mehrere Bühnenwerke für die Jeunesse Musicale: die Kinderoper Der fremde Planet und das Oratorium Lichtung. Für die Wiener Sängerknaben komponierte er die Kinderoper Märchen Matrix, deren Uraufführung im Wiener Musikverein auch Aufführungen in der Wiener Kammeroper folgten.[8]
Kompositionen auf dem Gebiet Theater / Film sind Hamlet – der Film im Off Theater Wien, das Musical Homodrom im Studio Moliere Wien, William Blake’s Divine Humanity im New Player’s Theatre London und mehrere Image-Filme für Telemach Film (u. a. für den Verlag Goldman) sowie für Ecoduna. Für das Schauspiel Mahabharata[9] im Dschungel Wien (Theaterhaus) zeichnete er für die Kompositionen und das Sounddesign verantwortlich. Gemeinsam mit einer Kompositionsgruppe der Wiener Sängerknaben komponierte er die Musicals U – Music und Trumpf sticht,[10] deren Aufführungen er selbst im MuTh dirigierte. Für „Stimmen & Co.“ komponierte er 2019 die Musicals The Secret Garden und X-Mess rettet Weihnachten,[11] die beide 2019 im Dschungel Wien uraufgeführt wurden.
Aufträge für Interkulturelle Kompositionen erhielt Schulz von den Wiener Philharmonikern (Mangaung String Programme, Südafrika) und dem Festival Allegro Vivo unter der Leitung von Bijan Khadem-Missagh für das indisch westliche Oratorium Puja Trinity.[12] Die Uraufführung wurde auf Ö1 übertragen und ist 2008 auf der ORF-CD Metamorphosen erschienen.[13]
Projekte
Schulz entwickelte das System „Archetype Music“ (Archetypen-Musik-Methode), in welchem jeder Person gemäß der Archetypenlehre nach C.G. Jung gemäß seiner Charakterzüge eine Tonart zuzuordnen ist.[14] Hier wirkte er unter anderem als Komponist im Wiener Hotel Imperial und komponierte dort auf die Gäste zugeschnittene Musik.[14][15] Zu diesem System veranstaltet Workshops und hält Vorträge.[16][17] Außerdem hat Schulz zusammen mit seiner Frau Elisabeth eine Methode entwickelt, die das westliche Tonartensystem, die Archetypenlehre und indische Musiktherapie miteinander verbindet und leitet hierzu Workshops.[18]
Literatur
- Barbara Boisits: Schulz, Familie. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5
Weblinks
- Website von Emanuel Schulz
- YouTube-Kanal von Emanuel Schulz
- Website des Schauspiel-Projekts „Mahabharata“. Abgerufen am 4. Jänner 2015.
Einzelnachweise
- Barbara Boisits: Schulz, Familie Wolfgang:. In: Österreichisches Musiklexikon online. 2002, abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Konzerte. In: Mozarts letztes Schloss, Schloss Stuppach. Abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Camerata Schulz Wien. In: musicasacra.at. Abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Kurzgeschichten über Götter und Heimkehrer. In: Der Standard. 12. Juli 2011, abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Wiener Zeitung Online: - Jeunesse-Chor. Abgerufen am 10. Dezember 2022.
- iBROS. - mid-september (full video). In: YouTube-Kanal von iBros. Abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Wenn Sterne zu leuchten beginnen. Website MuTh – Musik & Theater, Konzertsaal der Wiener Sängerknaben. Rubrik: Start Up. Abgerufen am 29. Dezember 2013.
- Märchen Matrix. In: Wiener Sängerknaben. Archiviert vom Original am 31. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Archivierte Kopie (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) Mahabharata - Schauspiel in 99 Minuten. Uraufführung am 26. Mai 2014, Dschungel Wien. Veranstaltungshinweis auf "Dschungel Wien", abgerufen am 26. Dezember 2014.
- „Musical: Trumpf sticht“. Website MuTh / Wiener Sängerknaben. Abgerufen am 2. Oktober 2020.
- Musical: X Mess rettet Weihnachten. Website Stimmen & Co., Wien. Abgerufen am 2. Oktober 2020.
- APA ots Aussendung zu Allegro Vivo Programm 2005 vom 28. April 2005, abgerufen am 29. Dezember 2013.
- Archivierte Kopie (Memento vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive) Infos zur CD Metamorphosen der Academia Allegro Vivo im ORF Shop, abgerufen am 29. Dezember 2013.
- Alexander Musik: Jeder Person ihr eigener Ton. In: DRadio Wissen. Archiviert vom Original am 1. Januar 2014; abgerufen am 10. Dezember 2022.
- Luxushotels: So viel Service muss sein - Der Komponist. In: Die Zeit online. Abgerufen am 10. Dezember 2022 (2010-01-25).
- Musik & Archetypen – Beethoven, Mozart & Indien. In: Unum Institut. Archiviert vom Original am 27. September 2020; abgerufen am 10. Dezember 2022.
- FEELHARMONY mit Frau Elisabeth Schulz und Herrn Mag. Emanuel Schulz. In: Privatklinik Goldenes Kreuz. Archiviert vom Original am 24. Januar 2021; abgerufen am 10. Dezember 2022.
- "FeelHarmonie mit Allegro Vivo im Kunsthaus Horn". Website der inews.at/Kulturvernetzung Niederösterreich. Abgerufen am 3. Jänner 2014.