European Sky Shield Initiative
Die European Sky Shield Initiative (ESSI), auch European Skyshield Initiative geschrieben, ist ein geplantes Projekt zum Aufbau eines besseren europäischen Luftverteidigungssystems.

Geschichte
Die Initiative wurde auf Anregung Deutschlands vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine gestartet. Sie wurde von Bundeskanzler Olaf Scholz Ende August 2022 angekündigt.[1] Der derzeit bestehende Schutzschirm ist im Wesentlichen auf mögliche Bedrohungen aus dem Iran ausgerichtet. Er soll beispielsweise Defizite im Bereich der Bekämpfung ballistischer Raketen und bei der Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern aufweisen.[2]
Mit der Initiative sollen Lücken im bisherigen Schutzschirm für Europa geschlossen werden.[3] Mit der Initiative sollen unter anderem gemeinsam neue Waffensysteme eingekauft werden, die dann zusammen möglichst günstig ein großes Gebiet abdecken. Die damalige deutsche Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht versprach sich von dem Projekt „politische, finanzielle und auch technologische Synergieeffekte“ erzielen zu können.[4]
Am 13. Oktober 2022 unterzeichneten Vertreter (Verteidigungsminister) von 15 europäischen Staaten (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Vereinigtes Königreich) eine Erklärung zu dieser Initiative.[5] 14 dieser Länder sind zumindest seit 2004 Mitglied der NATO, nur Finnland nicht, es befindet sich im Beitrittsverfahren und hat Beobachterstatus.
Am 14./15. Oktober 2022 bekundete die Verteidigungsministerin Österreichs Klaudia Tanner Interesse und plädierte für eine Diskussion auf EU-Ebene. Der österreichische Militärexperte Franz-Stefan Gady vom International Institute for Strategic Studies in London forderte am 14./15. Oktober 2022 eine Teilnahme Österreichs.[6]
Systeme
Nach Angaben der damaligen deutschen Verteidigungsministerin Lambrecht sollen die Flugabwehrraketensysteme IRIS-T SLM, MIM-104 Patriot und Arrow 3 beschafft werden.[7] Mit Bezugnahme auf das European Sky Shield verkündete die Hensoldt AG im Dezember 2022, 30 TRML-4D-Radare für das IRIS-T-SLM-Luftverteidigungssystem zu bauen.[8]
Einzelnachweise
- Deutschland startet Initiative für neue Luftverteidigung. In: FAZ.net. 12. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
- NATO-Treffen - Lambrecht unterzeichnet Erklärung zum Ausbau der europäischen Luftverteidigung. In: deutschlandfunk.de. 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
- European Sky Shield Initiative: Europäische Nato-Staaten bringen Luftabwehrschirm auf den Weg. In: zeit.de. 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
- Luftverteidigung: Projektstart für neuen Schutzschirm. In: sueddeutsche.de. 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
- NATO - News: 14 NATO Allies and Finland agree to boost European air defence capabilities. NATO, 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
- Tanner: Österreich nicht zu Luftraumabwehr eingeladen orf.at, 15. Oktober 2022, abgerufen am 15. Oktober 2022.
- Thomas Gutschker: Wie die europäische Luftabwehr funktionieren soll. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Oktober 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022.
- HENSOLDT AG beschleunigt Wachstum und hebt Ziele an. In: hensoldt.net. Hensoldt AG, 14. Dezember 2022.