Even tot hier
Even tot hier (deutsch etwa: nur bis hierher (und nicht weiter)) ist eine satirische Nachrichtensendung im niederländischen Fernsehen. Als Moderatoren fungiert das Komikerduo Van der Laan & Woe, mit Musik und Worteinwurf begleitet durch den musikalischen Leiter Miguel Wiels. Der produzierende Sender ist BNNVARA.
Inhalt
In jeder Folge werden die Tagesnachrichten satirisch aufs Korn genommen, verbunden mit Quizfragen ans Livepublikum, musikalisch begleiteten Parodien und Sketchen. Im Hintergrund sieht man auf einem Monitor abzuarbeitende, gelbe Klebezettel eingeblendet.
Niels van der Laan und Jeroen Woe gestalten zusammen mit ihrem begleitenden Ensemble aus den wichtigsten Ereignissen der Woche ein Musical. Außerdem begrüßten sie jede Woche einen musikalischen Gast, der mit einem eigenen Lied auftrat, dessen Text dem aktuellen Zeitgeschehen angepasst wurde. Bevor das Lied beginnt und der Künstler angekündigt wird, sprechen Van der Laan und Woe noch über das betreffende Ereignis. Während sie sprechen, werden sie nach einem Satz plötzlich von Wiels unterbrochen, der dann immer eine Ähnlichkeit dieses Satzes mit einem Song in Verbindung bringt: „Leute, das ist doch das ’liedje’, oder?“. Dann tritt der oder die Musikerin oder eine Band auf, die dieses Lied spielt. Zudem bringen die Moderatoren selbst in jeder Folge ein einminütiges Musikstück über ein aktuelles Thema, den sie selbst als „heel simpel liedje over een best wel ingewikkeld onderwerp“ („sehr einfaches Lied über ein ziemlich kompliziertes Thema“) bezeichnen. Es gibt in jeder Sendung drei Gäste aus der Gesellschaft, die von einer aktuellen Entwicklung betroffen sind und zu Wort kommen. In den ersten beiden Staffeln waren dies noch Experten, die ein Thema vertieften.
Zwischendurch werden Fragen mit drei vorgegebenen und farblich codierten Antworten ans Publikum gerichtet, das diese mit einem Knopf auswählen kann, woraufhin jeweils vor den Gästen ein Licht der entsprechenden Farbe aufleuchtet. Diese Fragen betreffen meist politische Themen, wobei die unglaublichste Antwort oft die richtige ist und damit auch eine kabarettistische Spitze beinhaltet. Am Schluss wird eine Person aus dem Publikum, welche die meisten Fragen richtig beantworten konnte, zum „Allwissenden“ ernannt (in den ersten Staffeln auch Deus ex machina genannt), der dann im musikalischen Finale die letzte Frage selbst beantworten darf. In der Corona-Krise der Jahre 2020 und 2021 wurde die Rolle des Allwissenden dahingehend angepasst, dass er auf humorvolle Weise verriet, wie eine abgesagte Veranstaltung (welche in einem Video vorgestellt wurde) dennoch stattfinden könnte. Ab der sechsten Staffel werden in den Episoden, in denen das physische und das Online-Publikum kombiniert werden, zwei allwissende Personen eingesetzt (eine im Studio und eine zu Hause), woraufhin die im Studio anwesende Person eine Rutsche hinunterfährt. In der achten Staffel dürfen die verbliebenen Kandidaten Elfmeter schießen, wobei Miguel Wiels als Torwart auftritt.
Themen der „Liedjes“ und Sketche waren neben vielen anderen Julian Assange, Lockdown, digitales Urheberrecht, Hongkong, Marokko, Elon Musk, Thierry Baudet (hierbei trat ein Trompeter in SS-Uniform auf), Home-Office, Astra Zeneca, Triage, Ongehoord Nederland (rechtsgerichteter Rundfunk) oder die Abtreibungspille.
Die ersten zwei Staffeln wurden im Studio 33 in Hilversum aufgenommen. Ab der Staffel 3 werden fast alle Sendungen im Studio 11 (vormals Studio C) in Almere aufgezeichnet. Bis auf wenige Ausnahmen werden die live (mit späterer Ausstrahlung) samstags aufgezeichnet.
Auszeichnungen
- Even tot hier erhielt im Dezember 2021 den Preis „Beste Sendung, die zu Unrecht nie einen Preis erhalten hat“ innerhalb der Verleihung der Medienpreise des AD.[1]
- Im Oktober 2022 erhielt die Sendung den Gouden Televizier-Ring mit über 70 Prozent der Stimmen.[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- Vreugde bij Even Tot Hier, venijn bij Alberto Stegeman en een weigering van Tik 'm aan. In: Algemeen Dagblad. 28. Dezember 2021, abgerufen am 14. Dezember 2022.
- Even Tot Hier wint Gouden Televizierring 2022: ‘Godzijdank hebben ze gewonnen’. In: Algemeen Dagblad. 6. Oktober 2022, abgerufen am 14. Dezember 2022.