Falle schieben
Falle schieben bedeutet in der Prostitution, dass einem Freier der Geschlechtsverkehr durch die Prostituierte lediglich vorgetäuscht wird, es kommt zu keiner Penetration.
Das männliche Glied wird geschickt an der Vagina oder am Anus vorbeigeführt und nur zwischen den Schenkeln in die mit Gleitmittel behandelte Hand bzw. Pofalte der Prostituierten bewegt.[1] Es ähnelt dem Schenkelverkehr. Heutzutage gelinge dies einer Prostituierten nicht mehr ganz so leicht, da schon ein Jugendlicher bessere anatomische Kenntnisse über die Geschlechtsorgane einer Frau hat als früher so mancher Erwachsene.[2]
Auch beim vermeintlichen Oralverkehr gebräuchlich. Die Frau liegt über dem Bauch des Freiers, so dass er nicht sieht, was sich "da unten" so genau tut. Mit geschickter Fingerhaltung wird dann so getan, als wäre der Mund im Einsatz.
Im Rotwelsch bedeutete „Falle schieben“ auch, jemandem durch gespielt wohlwollendes Zureden ein Geständnis zu entlocken.[3] Als Synonym gibt es die Formulierung „auf den Schmuss nehmen“.[4]
Einzelnachweise
- Marcel Feige: Das Lexikon der Prostitution: Das ganze ABC der Ware Lust. Die käufliche Liebe in Kultur, Gesellschaft und Politik. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-520-1, S. 222.
- Tamara Domentat: Lass dich verwöhnen: Prostitution in Deutschland. Aufbau-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-351-02550-5, S. 194.
- Siegmund A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen: Deutsche Gaunersprache. Bibliographisches Institut, Mannheim 1956, S. 91.
- F.C.W. Vogel: Archiv für Kriminologie (Kriminalanthropologie und Kriminalstatistik), 1900, S. 278.