Forststeig Elbsandstein

Der Forststeig Elbsandstein ist ein 105 km langer Fernwanderweg im linkselbischen Teil der Sächsischen Schweiz und Böhmischen Schweiz. Der Startpunkt liegt am Bahnhof Schöna der Elbtalbahn. Der Endpunkt befindet sich am Bahnhof Bad Schandau der gleichen Bahnlinie. Die Waldübernachtungsstätten entlang der Route sind von April bis Oktober geöffnet.

Forststeig Elbsandstein
Daten
Länge105 km[1]dep1
LageSächsische Schweiz, Sachsen, Deutschland und Böhmische Schweiz, Tschechien
Betreut durchStaatsbetrieb Sachsenforst und Lesy České republiky
Markierungszeichengelbes „F“ auf grünem Hintergrund[2]
StartpunktSchöna
50° 52′ 36,6″ N, 14° 14′ 5,1″ O
ZielpunktBad Schandau
50° 54′ 55,7″ N, 14° 9′ 0,3″ O
TypFernwanderweg
Höhenunterschied603 Höhenmeterdep1
Höchster PunktDěčínský Sněžník 723 m n.m.
Niedrigster PunktElbufer Bad Schandau 120 m ü. NHN
Schwierigkeitsgradschwer
JahreszeitFrühling bis Herbst[3]
MonateApril bis Oktober[3]
AussichtspunkteGroßer Zschirnstein, Hoher Schneeberg, Zeisigstein, Johanniswacht, Grenzplatte, Schneebergblick, Katzstein, Signal, Lampertsstein, Quirl, Gohrisch, Papststein, Kleinhennersdorfer Stein

Geschichte

Die Sächsische Schweiz ist vorrangig ein Gebiet für Tageswanderungen. Die Nutzung von Freiübernachtungsstellen in Form von „Boofen“ ist nur im Zusammenhang mit dem Klettersport erlaubt. Mehrtägige Wandertouren, wie z. B. entlang des Malerweges setzen also eine klassische Übernachtung (Hotel, Pension, Ferienwohnung) entlang des Weges voraus.

Ab dem Jahr 2012 untersuchten Mitarbeiter des Forstbezirks Neustadt im Staatsbetrieb Sachsenforst die Umsetzbarkeit einer Trekkingtour nach dem Vorbild von Trekkingwegen u. a. in Kanada, Neuseeland und Schweden auch im Gebiet der Nationalparkregion Sächsische Schweiz. Im Gegensatz zum Malerweg sollte dabei auf etablierte Wegeführungen weitgehend verzichtet werden. Stattdessen sollten eher selten genutzte Wege und neu anzulegende Pfade in den Forststeigverlauf einbezogen werden.

Es wurde deutlich, dass sich diese Trekkingidee am ehesten im linkselbischen Gebiet der Sächsischen Schweiz umsetzen ließ, dass vergleichsweise siedlungsarm und von weitläufigen Wäldern und Tafelbergern geprägt ist. In Abstimmung der der Verwaltung des Nationalpark Sächsische Schweiz, dem SBB, dem Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. und Naturschutzverbänden wurde ein Wegeverlauf für eine Trekkingdauer von 6–7 Tagen konzipiert, der teilweise auch grenzüberschreitend in der Böhmischen Schweiz verläuft.

Die zur Übernachtung notwendigen Trekkinghütten wurden aus vorhandenen Waldarbeiterhütten umfunktioniert. Hinzu kamen mehrere neue Biwakplätze mit teils nach studentischen Entwürfen der TU Dresden errichteten Schutzhütten. Die Hütten wurden schrittweise ab 2015 eröffnet.

Nachdem die Routenführung im Frühjahr 2017 von mehreren Wanderteams getestet[4] und Verbesserungsvorschläge berücksichtigt wurden, erfolgte ab Herbst 2017 die Markierung im Gelände. Als Markierungszeichen wurde ein senkrechter gelber Strich gewählt, der sich auch im Logo des Fortsteigs wiederfindet.

Der komplette Wegeverlauf wurde am 28. April 2018 gemeinsam vom Sachsenforst und dem tschechischen Pendant Lesy České republiky eröffnet.[5] An der Route befinden sich 6 Biwakplätze, 5 Trekkinghütten und 1 Campingplatz.[6] Die Trekkinghütten und Biwakplätze sind von April bis Oktober geöffnet. Ihre Nutzung ist gebührenpflichtig.[7]

Verlauf

1. Etappe: Schöna bis Grenzbaude (15 km, 616 Höhenmeter)

Die erste Etappe startet am Bahnhof Schöna der Elbtalbahn und verläuft durch das alte Sandsteinbruchgebiet der Teichsteinbrüche und über das Gelobtbachtal entlang der sächsisch-böhmischen Grenze zum Gipfel und Aussichtspunkt auf dem Großer Zschirnstein und von bis zur Trekkinghütte Grenzbaude westlich des Krippenbachs.

Eine mögliche Variante ist, schon am Großen Zschirnstein zu übernachten. Das Zschirnstein-Biwak ist ein Biwakplatz, südlich des Großen Zschirnsteins (561 m) und 300 m nördlich der Grenze zu Tschechien. 3,5 km nordwestlich entfernt von ihm befindet sich die Ortschaft Kleingießhübel. Er verfügt über eine Schutzhütte und 5 Zeltplätze. Der Biwakplatz liegt am Forststeig Elbsandstein, für dessen Wanderer er zur Übernachtung im Zelt zur Verfügung steht.[1]

2. Etappe: Grenzbaude bis Ostrov (15 km, 383 Höhenmeter)

Von der Grenzbaude vorbei am Taubenteich führt die zweite Etappe auf den Schneeberg, den höchsten Gipfel des Elbsandsteingebirges und endet in Ostrov am Campingplatz.

3. Etappe: Ostrov bis Beutwald (14 km, 225 Höhenmeter)

Am Campingplatz startend verläuft die dritte Etappe durch den dichten Beutwald bis auf den Zeisigstein und endet an der Trekkinghütte Kamphütte.

4. Etappe: Beutwald bis Rotsteinhütte (20 km, 555 Höhenmeter)

Von der Kamphütte aus führt die vierte Etappe ihren Weg durch das Bielatal bis zur Grenzplatte. Das Etappenende ist die Trekkinghütte Rotsteinhütte.

5. Etappe: Rotsteinhütte bis Nikolsdorf (20 km, 556 Höhenmeter)

Weiter geht es über den Rotstein bis zur Aussicht am Katzstein und weiter auf den Spitzstein und zur Aussicht am Lampertsstein. Von dort aus geht es durch das sogenannte Labyrinth südlich der Nikolsdorfer Wände bis zum Biwakplatz bei Nikolsdorf, wo die fünfte Etappe endet.

6. Etappe: Nikolsdorf bis Gohrisch (12 km, 347 Höhenmeter)

Etappe 6 geht vom Nikolsdorf-Biwak über den Quirl bis zum Fuße des Gohrisch.

7. Etappe: Gohrisch bis Bad Schandau (9 km, 455 Höhenmeter)

Die letzte Etappe verläuft über den Gohrisch auf den Berggipfel und Aussichtspunkt am Papststein und den Kleinhennersdorfer Stein und endet schließlich am Bahnhof Bad Schandau, wo auch der gesamte Forststeig endet.[1]

Blick vom Papststein

Biwakplätze und Trekkinghütten

 Karte mit allen Koordinaten der Biwakplätze und Trekkinghütten: OSM

Am Forststeig Elbsandstein bieten sechs Biwakplätze und fünf Trekkinghütten Platz zum Lagern und Übernachten. Betrieben werden diese vom Staatsbetrieb Sachsenforst:

Name Typ Erbaut Erbauer Höhe Kapazität Lage Koordinaten Bild
Grenzbaude Trekkinghütte 1915 430 m ü. NHN 12 Schlafplätze 5 km südöstlich von Cunnersdorf
Haselmausbaude Trekkinghütte 395 m ü. NHN 08 Schlafplätze nahe Cunnersdorf
Willys Ruh Trekkinghütte 430 m ü. NHN 10 Schlafplätze nahe Rosenthal
Rotsteinhütte Trekkinghütte 400 m ü. NHN 10 Schlafplätze zwischen Rosenthal und Cunnersdorf
Kamphütte Trekkinghütte 405 m ü. NHN 10 Schlafplätze 2 km westlich von Rosenthal-Bielatal
Zschirnstein-Biwak Biwakplatz 2016 417 m ü. NHN 05 Zelte[8] 5 km südöstlich von Kleingießhübel, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
am Südhang des Großen Zschirnsteins
Taubenteich-Biwak Biwakplatz 2016 400 m ü. NHN 05 Zelte[8] 4 km östlich von Rosenthal-Bielatal, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
500 Meter nördlich der Tschechischen Grenze
Spitzstein-Biwak Biwakplatz 2018 349 m ü. NHN 05 Zelte[8] 3 km westlich von Gohrisch, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
am Spitzstein
Nikolsdorf-Biwak Biwakplatz 2019 330 m ü. NHN 05 Zelte[8] Leupoldishain, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Quirl-Biwak Biwakplatz 2020 242 m ü. NHN 05 Zelte[8] südlich von Königstein, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
südlich des Quirls
Zehrborn-Biwak Biwakplatz 2020 440 m ü. NHN 05 Zelte[8] nordöstlich von Ostrov u Tisé, Okres Ústí nad Labem, Ústecký kraj, Tschechien,
an der Tschechischen Grenze am Bielatal

Film

Zu Fuß durch die Sächsische Schweiz (Einfach Genial, MDR 2017)[9]

Literatur

  • Peter Rölke (Hg.): Forststeigführer. Trekking in der Sächsischen Schweiz. Berg- und Naturverlag Rölke. Dresden 2018. ISBN 978-3-934514-39-3
Commons: Forststeig (Elbsandsteingebirge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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