Friedrich Seck

Friedrich Seck (* 18. Juni 1936 in Hannover) ist ein deutscher klassischer Philologe und Bibliothekar.

Friedrich Seck studierte nach der in Stuttgart abgelegten Reifeprüfung Chemie und Philosophie, später Klassische Philologie an den Universitäten Stuttgart (1956–1959), Freiburg/Br. (1959) und Hamburg (1960–1965). 1965 promovierte er in Klassischer Philologie bei Hartmut Erbse an der Universität Hamburg. Im gleichen Jahr legte er dort auch das Staatsexamen ab. Von 1965 bis 1967 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kepler-Forschungsstelle der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Weil der Stadt tätig. An der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart legte er von 1967 bis 1969 das Referendariat für den Höheren Bibliotheksdienst ab (Fachprüfung am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen). Von 1969 bis 2001 war Seck an der Universitätsbibliothek Tübingen tätig, dort leitete er die Katalogisierungs- und Handschriftenabteilung.

In seinen zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich vor allem mit dem Astronomen Johannes Kepler und dem Mathematiker und Astronomen Wilhelm Schickard. Hervorzuheben ist außerdem seine intensive Mitarbeit (zusammen mit Wilhelm Ott) an der Entwicklung des für die Textverarbeitung vor allem für die Geisteswissenschaften bedeutsamen Programmpakets TUSTEP. Mit Hilfe dieses Programmes war Friedrich Seck an der Entstehung zahlreicher Veröffentlichungen und Editionen beteiligt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Untersuchungen zum Isokratestext. Mit einer Ausgabe der Rede an Nikokles. Dissertation Universität Hamburg 1965.
  • (als Hrsg.): Isokrates (= Wege der Forschung, Bd. 351). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1976, ISBN 3-534-05713-9.
  • (als Hrsg.): Wilhelm Schickard 1592–1635. Astronom, Geograph, Orientalist, Erfinder der Rechenmaschine (= Contubernium, Bd. 25). Mohr, Tübingen 1978, ISBN 978-3-515-08003-3.
  • (zus. mit Gisela Krause und Ernestine Stöhr): Bibliographie zur Geschichte der Universität Tübingen (= Contubernium, Bd. 27). Mohr, Tübingen 1980, ISBN 3-16-442542-2.
  • (als Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte um Wilhelm Schickard. Vorträge (= Contubernium, Bd. 26). Mohr, Tübingen 1981, ISBN 978-3-515-08004-0.
  • Die Quellen zur Geschichte der Universitätsbibliothek Tübingen. In: Bausteine zur Tübinger Universitätsgeschichte, Bd. 1 (1981), S. 28–42.
  • Eine Zeittafel zur Geschichte der Universitätsbibliothek Tübingen. In: Bausteine zur Tübinger Universitätsgeschichte, Bd. 1 (1981), S. 43–90.
  • Das Kepler-Museum in Weil der Stadt. Ein Führer. Kepler-Gesellschaft e.V., Weil der Stadt 1982.
  • Johannes Keplers Studium in Tübingen. In: Bausteine zur Tübinger Universitätsgeschichte, Bd. 2 (1984), S. 49–67.
  • Wilhelm Schickard in Briefen. Ein Tübinger Gelehrtenleben im Dreißigjährigen Krieg (= Nürtinger Museumshefte, Bd. 1). Schwäbischer Heimatbund, Nürtingen 1987.
  • (als Hrsg.): Zum 400. Geburtstag von Wilhelm Schickard. Zweites Tübinger Schickard-Symposion, 25. bis 27. Juni 1992 (= Contubernium, Bd. 41). Thorbecke, Sigmaringen 1995, ISBN 978-3-515-08019-4.
  • (als Hrsg.): Wilhelm Schickard / Briefwechsel. Zwei Bände. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, ISBN 3-7728-2162-6.
  • Robert Gradmanrn als Bibliothekar. In: Winfried Schenk (Hrsg.): Robert Gradmann. Vom Landpfarrer zum Professor der Geographie (= Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, Bd. 42). DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2002, S. 43–51, ISBN 3-87181-742-2.
  • (als Hrsg., zus. mit Thomas Wilhelmi): Nikodemus Frischlin (1547–1590). Bibliographie (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 4). DRW.-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2004, ISBN 3-87181-704-X.
  • Keplers zweites Gedicht für Zacharias Schäffler. In: Sönke Lorenz (Hrsg.): Tubingensia. Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte; Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 10). Thorbecke, Ostfildern 2008, S. 285–292, ISBN 978-3-7995-5510-4
  • (Bearb, zus. mit Volker Bialas): Johannes Kepler. Gesammelte Werke, Bd. 21,2,1 (Manuscripta harmonica). Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-57871-7.
  • Wilhelm Schickard – Herkunft und Werdegang. In: Ulrich Köpf u. a. (Hrsg.): Die Universität Tübingen zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg. Festgabe für Dieter Mertens zum 70. Geburtstag (=Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 14). Thorbecke, Ostfildern 2010, S. 347–386, ISBN 978-3-7995-5514-2.
  • Der Rhetoriker und Poet Christoph Kaldenbach (1613–1698). In: Ulrich Köpf (Hrsg.). Die Universität Tübingen zwischen Orthodoxie, Pietismus und Aufklärung (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 25). Thorbecke, Ostfildern 2014, S. 283–314, ISBN 978-3-7995-5525-8.
  • Johannes Keplers Tod in Regensburg. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 74 (2015), S. 87–98.
  • (als Hrsg.): Johannes Kepler / Sämtliche Gedichte (= Spudasmata, Bd. 180). Olms, Hildesheim 2018, ISBN 978-3-487-15730-6 (2. Aufl. 2020).
  • (Bearb.): Bruno Baron von Freytag gen. Löringhoff / Wilhelm Schickards Tübinger Rechenmaschine von 1623. 6. Aufl. (= Kleine Tübinger Schriften, Bd. 45). Universitätsstadt Tübingen/Kulturamt 2022, ISBN 978-3-941818-47-7.

Literatur

  • Eigener Lebenslauf in der Dissertation Universität Hamburg 1965.
  • Verein Deutscher Bibliothekare (Hrsg.): Jahrbuch der deutschen Bibliotheken, Bd. 58 (1999/2000), S. 636.
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