Friedrich von Treuberg

Friedrich Treuberg, seit 1814 Ritter von Treuberg, seit 1824 Freiherr von Treuberg (angeblich * 3. Januar 1775 in Michelstadt;[1]30. Dezember 1831 in Würzburg) war ein bayerischer Generalleutnant.

Herkunft

Treuberg war der älteste Sohn des Grafen Ludwig II. Friedrich Karl Eginhard von Erbach-Fürstenau (1728–1794) aus dessen Beziehung mit der bürgerlichen Christine Sophie Küchler mit der der Graf 1784 eine morganatischer Ehe einging. Seine Ehefrau wurde „Madam Treuberg“ und damit die morganatische Familie Treuberg begründet. Der bayerische Oberst Eginhard von Treuberg (1780–1827) war sein Bruder.

Leben

1790 trat Treuberg als Fähnrich in die Dienste des 9. holländischen Infanterie-Regiments. 1793 wurde er bei der Belagerung von Maubeuge schwer verwundet. Er nahm in holländischen Diensten 1794/95 am Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich teil und wurde zum Oberleutnant in der 2. holländischen Halbbrigade befördert. Ende 1796 erwarb er eine Stelle als Oberleutnant im 3. bayerischen Grenadier-Regiment und wurde 1798 zum Hauptmann befördert. Im Zweiten Koalitionskrieg nahm er an den Feldzügen 1799/1800 gegen Frankreich teil. 1805 wurde er Major im 9. Königlich Bayerischen Infanterie-Regiment. Da das Königreich Bayern sich dem Rheinbund angeschlossen hatte, war von Treuberg nun auf französischer Seite an den Kriegen von 1805, 1807 und 1809 gegen Österreich und Preußen beteiligt. 1809 wurde er Oberstleutnant und Bataillonskommandeur. Er nahm 1812 am Russlandfeldzug im Rang eines Obersten teil und machte sich bei der Rückführung der bayerischen Truppenteile verdient. Nachdem Bayern mit dem Vertrag von Ried (8. Oktober) die Fronten gewechselt hatte, zog Treuberg als Kommandeur des 9. Infanterie-Regiments in den Feldzug 1813 gegen die Franzosen.

Das fünfte Armee-Corps der Alliierten unter General Graf von Wrede, zu dem Treubergs Regiment gehörte, erreichte vor Weihnachten den Raum Basel und belagerte die Festungen Hüningen und Belfort. Außerdem entsandte er Abteilungen zur Besetzung der kleineren befestigten Plätze im Oberelsass. Am 26. Dezember 1813 nahm Treuberg mit dem 1. Bataillon des 9. Königlich Bayerischen Infanterie-Regiments verstärkt durch kleine Abteilungen von Kavallerie und Artillerie die Festung Landskron ein, die er seit dem 23. Dezember belagert hatte. Am 10. Januar 1814 übernahm Treuberg nach der Verwundung des kommandierenden Generals Deroy[2] das Kommando über die bayerischen Truppen, die auf Sainte-Marguerite und Saint-Dié-des-Vosges vorrückten, und nahm diese Orte ein.

Am 1. April 1815 wurde von Treuberg zum Generalmajor und Brigadier ernannt. Er befehligte im Feldzug 1815 die 2. Brigade der 2. Infanterie-Division. Im Mai 1829 erfolgte die Ernennung zum Generalleutnant und Kommandanten der 2. Armee-Division und ein Jahr später jene zum Kommandanten der 4. Armee-Division.

Ehrungen

Im Februar 1814 erhielt von Treuberg den Russischen Orden des Heiligen Georg. Am 22. Juni 1814 wurde er zum Ritter des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt, mit dem der persönliche Adel verbunden ist, und am 16. Juli 1814 erhielt er den preußischen Orden Pour le Mérite. Am 15. Juni 1824 wurde er in den erblichen Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben.[3] In der Festung Germersheim wurde das nördlichste rechtsrheinische Vorwerk nach ihm benannt.

Familie

Treuberg war zweimal verheiratet. Er heiratete 1799 in Würzburg Maria Anna Battberger. Das Paar hatte einen Sohn: Friedrich (* 5. Oktober 1803; † 5. März 1868). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1824 in Augsburg Johanna Barbara Hasel. Das Paar hatte einen Sohn: Karl (* 16. November 1825; † 18. September 1844).[4]

Literatur

  • Bernhard von Poten: Treuberg, Friedrich Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 581.
  • Baptist Schrettinger: Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder, München 1882, S. 902–908 Digitalisat
  • Bayerische Blätter für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst, S.133f Nekrolog
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1867, S.967f
  • Heinrich J. Dingeldein: Gräflich-Erbacher Familienzweige „zur linken Hand“. Illegitime Kinder und morganatische Ehen im Grafenhaus Erbach bis zum Ende der Monarchie. Mit Anmerkungen zu ihrer Heraldik. Gendi-Verlag, Otzberg 2020. ISBN 978-3-946295-19-8, S. 34–55, 141f.
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Einzelnachweise

  1. Das in der Allgemeinen Deutschen Biographie 38 (1894), S. 581, genannte (und auch sonst von ihm selbst so angegebene) Geburtsdatum „3. Januar 1775 zu Michelstadt“ findet im dortigen Kirchenbuch keine Bestätigung. Hingegen steht im Kirchenbuch des unweit von Höchst (Odenwald) gelegenen Dorfes Seckmauern zum 30. Dezember1773 ein Taufeintrag, nachdem "in der Durchreise" ein am 28. d. M. geborenes Knäblein die Heilige Taufe erhalten habe und dem der Name Friedrich gegeben wurde, mit dem Zusatz „der Zunahme heißet Fidelis“. Dieser Zuname wurde später (wie auch bei vieren von fünf später geborenen Geschwistern in anderen Kirchenbüchern) gestrichen und durch „Treuberg“ ersetzt; vgl. Johann Heinrich Kumpf: Sechs Oberschichtfamilien in der Oberzent um 1800: Klump, Luck, Berninger, Jännsch, Küchler, Treuberg. In: gelurt. Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte 2021. Kreisarchiv Odenwaldkreis 2020, S. 61.
  2. Franz Xaver Graf von Deroy (1778–1829); siehe Baptist Schrettinger: Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder, München 1882, S. 145–151 Digitalisat
  3. Maximilian Gritzner, Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte : . Anhalt bis Bayern, S.248
  4. Stammbaum Treuberg
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