Geze (Unternehmen)

Geze ist ein Deutsches Familienunternehmen, das Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik fertigt. Geze war lange Jahre für die Produktion von Skibindungen bekannt, trennte sich jedoch in den 1980er Jahren von dem Geschäftsbereich und ist heute auf integrierte und vernetzte Schließ- und Sicherheitssysteme von Gebäuden und Technologien für Smarthomes spezialisiert.

GEZE GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1863
Sitz Leonberg, Baden-Württemberg
Leitung
  • Andrea-Alexandra Alber[1]
  • Marc Philipp Alber
  • Sandra Daniela Alber
  • Tomislav Jagar
Mitarbeiterzahl mehr als 3.000 weltweit (2020/2021)[2]
Umsatz 456 Mio. € (2020/2021)[2]
Website www.geze.de
Hauptverwaltung in Leonberg

Das Unternehmen befindet sich seit der Gründung durchgehend in Familienbesitz, beschäftige 2021 weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter und setzte 450 Mio. Euro um. Der Hauptsitz ist in Leonberg.

Standorte

Geze betreibt eigene Produktionsstätten in Leonberg, in Tianjin (Volksrepublik China), in Zrenjanin (Serbien) und in der Türkei. Vertriebsniederlassungen befinden sich in Österreich, Frankreich, Schweiz, Großbritannien, Italien, Skandinavien, Benelux, Spanien, Polen, China, Vereinigte Arabische Emirate, Ungarn, Ukraine, Südafrika, Singapur, Russland und der Türkei.

Geschichte

Geze nahm ihren Anfang 1863, als in Stuttgart Friedrich Carl Bauer die „Baubeschläge Fabrik“ und Georg Friedrich Vöster die „Dreherei Vöster & Co“ gründeten.[2] 1898 begannen die Neffen von Bauer mit der Produktion von Skibindungen, um die Auslastung in der Winterzeit zu verbessern. 1901 wurde die Firma „Baubeschläge Fabrik“ in „Gretsch & Co.“ umbenannt. 1911 wurde mit der Produktion von Oberlichtöffnern, Türschließern und Feststellanlagen für Türen und Fenster begonnen. Die beiden Unternehmen „Dreherei Vöster & Co.“ und „Gretsch & Co.“ fusionierten 1924. 1928 wurde die Produktion von Beschlägen für die Verkehrstechnik aufgenommen. Bei den Olympischen Spielen von 1936 fuhren die Olympiasieger Christl Cranz und Franz Pfnür mit Geze Kandahar Skibindungen. 1938 beschäftigte das Unternehmen 300 Mitarbeiter.

1959 zog das Unternehmen nach Leonberg um, da die alten Werksanlagen in Stuttgart-Feuerbach nicht mehr ausreichten. 1963 übernahm Reinhold Vöster die Unternehmensleitung, nach dem Tod seines Sohnes, mit dem er das Unternehmen gemeinsam geführt hatte. Gretsch & Co beschäftigte zu diesem Zeitpunkt knapp 900 Mitarbeiter. Fünf Jahre später, 1968, verstarb dann auch Reinhold Vöster, der kurz zuvor seine Anteile an die Enkelin Brigitte Vöster überschrieben hatte. Sie übernahm ab diesem Zeitpunkt, mit 24 Jahren, die Geschäftsführung des Unternehmens.[3]

1980 wurde das Unternehmen zur Geze GmbH umfirmiert, wobei der neue Name eine Anlehnung an die ersten beiden Buchstaben der bisherigen Firmierung Gretsch & Co ist.[4] Gleichzeitig wurde die Fertigung auf Schließsysteme für Türen und Fenster mit automatischem Schiebe- und Drehtürantrieb konzentriert. 1996 stieg Geze in den asiatischen Markt ein und gründete ein Werk in Tianjin, China. 1997 wurde auch die Tochter Geze Service GmbH mit 60 Mitarbeitern gegründet, die für Montage und Wartungsarbeiten der Geze-Produkte verantwortlich ist.

1999 wurde ein neues technisches Zentrum auf dem Firmengelände errichtet, in Boxberg-Schweigern entstand die Tochter Geze Sonderkonstruktionen, welche Speziallösungen für Schiebetür- sowie Karusselltüranlagen fertigte. Bis zum Jahr 2015 stieg die Zahl der Tochtergesellschaften auf 31. Zur Vergrößerung seiner Entwicklungskapazität investierte Geze in den Bau eines neuen Entwicklungszentrums. Am 20. Oktober 2017 fand die Einweihung unter dem Beisein der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg, des Leonberger Oberbürgermeisters und der Geze Geschäftsführung statt.

Die Exportquote liegt bei ca. 60 %. Das Unternehmen hält weltweit 1226 Patente und Patentanmeldungen.[5][2]

2020 zog sich Brigitte Vöster-Alber nach 52 Jahren mit 78 von der Geschäftsführung des Unternehmens zurück; ihr Ehemann Hermann Alber hatte ihr über 31 als Geschäftsführer zur Seite gestanden. Sie übergaben die Unternehmensleitung an die nächste Generation, die bereits im Unternehmen tätig waren.[3]

Produktfelder

Geze Türschließer TS4000
  • Die Türtechnik umfasst Obentürschließer, Bodentürschließer, Integrierte Türschließer sowie Schiebebeschlagsysteme für manuelle Schiebeelemente.
  • Im Bereich RWA und Fenstertechnik werden manuelle sowie elektrische Oberlichtöffnungssysteme, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sowie Beschlagsysteme für Großflächenfenster gefertigt.
  • Zu den Automatischen Türsystemen gehören Schiebe- und Drehtürantriebe sowie Karussell-, Teleskop- und Sondertüranlagen.
  • In der Sicherheitstechnik wird das Geze SecuLogic Rettungswegsystem angeboten. Auch Zutrittskontrollsysteme und der Bereich Schlosstechnik mit selbstverriegelnden Panikschlössern gehören zu diesem Produktbereich.
  • Zu den Geze Glassystemen gehören das Manuelle Schiebewandsystem MSW sowie das Integrierte Ganzglassystem IGG.
  • Sonderkonstruktionen für den Eingangsbereich wie z. B. Karusselldrehtüren wurden von 1999 bis 2015 in Boxberg-Schweigern und seither in Leonberg hergestellt.
  • Das Tochterunternehmen Geze Service bietet Service- und Wartungsverträge für Geze-Produkte.
Commons: GEZE GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Impressum | GEZE. Abgerufen am 21. Oktober 2020.
  2. Wir über uns – Weltweit erfolgreiches Familienunternehmen. Abgerufen am 23. Februar 2022.
  3. Hall of Fame: Von Skibindungen zu automatisierten Türen – Wie dem Familienunternehmen Geze die Transformation gelungen ist. Abgerufen am 22. Dezember 2022.
  4. 150 JAHRE GEZE. 24. Dezember 2013, abgerufen am 22. Dezember 2022.
  5. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Deutsche Standards Editionen, Köln, 2. Aufl. 2014, ISBN 978-3-86936-656-2, S. 234–237.

This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. Additional terms may apply for the media files.