Geleitstraße (Weimar)
Die Geleitstraße in Weimar verläuft vom Ende der Rittergasse in Verlängerung der Windischenstraße nach Norden und biegt nach Einmündung in das Eisfeld in dessen Richtung nach Westen zum Goetheplatz ab. Dort befindet sich unter Geleitstraße 12a das Restaurant Anno 1900.[1] Die Böttchergasse trifft beidseitig auf die Geleitstraße.

Die Bezeichnung Geleitstraße ist wohl erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich und rührt vom Geleithaus her, einem ursprünglich als Wohngebäude genutzten Renaissancebau aus dem Jahre 1574, der von 1764 bis 1817 als Einnahmestelle der auf die Waren durchreisender Händler erhobenen Abgaben, der Geleitgelder, diente.[2] Heute beherbergt das Gebäude ein Weinrestaurant. Nebenan befindet sich die Geleitschenke. Die Giebelseite des Geleithauses Ecke Scherfgasse weist ein für den mitteldeutschen Raum typisches Sitznischenportal auf.


An der Ecke der Geleitstraße zur Rittergasse befindet sich auch der Donndorfbrunnen, benannt nach seinem Schöpfer Adolf von Donndorf. Die Geleitstraße 4 ist das Wohnprojekt „Hababusch“. Am Palais 4 befindet sich zudem das Franziskanerkloster (ehemals Geleitstraße 1–3)[3], in dem auch der Reformator Martin Luther mehrfach zu Gast war.[4] Eine kleine Gedenktafel erinnert daran. Gegenüber dem Donndorfbrunnen befand sich das Weimarer Landgericht am Eingang in die Böttchergasse. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Weimar zerstört.[5] Von 1878 bis zu seiner Zerstörung wurden hier Hinrichtungen vollzogen.
Die gesamte Straße steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles).[6]
Einzelnachweise
- https://www.weimar-tourist.de/essen-und-trinken/anno-1900.html
- Art. Geleitstraße, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 139 f.
- Hannelore Henze, Ilse-Sibylle Stapff: Streifzüge durch das alte Weimar. Weimar 2004, S. 39 f.
- Werner Schmidt: Hier wohnte... Eine Weimarer Chronik von Lucas Cranach bis Louis Fürnberg (Weimar. Tradition und Gegenwart Heft 10), 3. Aufl., Weimar 1976, S. 7 f.
- Eine Aufstellung der durch die Luftangriffe auf Weimar eingetretenen Verluste.
- Denkmalliste der kreisfreien Stadt Weimar. (pdf) Stadt Weimar, abgerufen am 26. März 2022 (Stand 22. Juni 2020, S. 2).