Gerd Presler

Gerd Presler (* 27. November 1937 in Hannover) ist ein deutscher Theologe, Religionspädagoge und Kunstwissenschaftler.

Gerd Presler (2004)

Leben

Presler schrieb an der Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität bei Ernst Haenchen eine 1970 Dissertation über den dänischen Philosophen und Theologen Søren Kierkegaard. 1972 übernahm er eine Professur an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe für Systematische Theologie und Religionspädagogik. Im Rahmen seiner theologischen Forschungsarbeit veröffentlichte er über Martin Luther King, Jr. und Søren Kierkegaard. An der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg wurde er 1996 mit einer Arbeit über die Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner zum zweiten Mal promoviert.

Werk

Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens liegt in der Bildenden Kunst. Zu seinen Publikationen gehören Bücher über die Künstlergruppe Die Brücke, Art brut (L’Art Brut. Kunst zwischen Genialität und Wahnsinn) sowie über die Neue Sachlichkeit (Malerei der Neuen Sachlichkeit. Glanz und Elend der 20er Jahre).

Presler erarbeitete mehrere Werkverzeichnisse. So zur Druckgraphik des Dangaster Malers Franz Radziwill und aktualisierte die Neuauflage zum druckgraphischen Werk des Dänen Asger Jorn. Mit Werkverzeichnissen über die Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Ludwig Meidner, Asger Jorn, Karl Hofer und Walter Stöhrer sowie Mitarbeit bei Max Beckmann und Willi Baumeister schuf er die Grundlagen zur Terminologie und systematischen Erfassung dieser bis dato kaum erforschten Sparte künstlerischen Schaffens. In Das Skizzenbuch – Glücksfall der Kunstgeschichte, erschienen 2017, legte er wissenschaftlichen Kriterien für die Charakterisierung des schöpferischen Ortes „Skizzenbuch“ vor. Das Spektrum der Untersuchungen reicht dabei von Degas, Munch, Kandinsky, Picasso, Kirchner über Marc, Arp, Beckmann, Schiele und Jorn bis zu Baumeister, Oskar Schlemmer, Joan Mitchell, Paul Thek und Arnulf Rainer. In den Kunstzeitschriften art – Das Kunstmagazin und Weltkunst veröffentlichte Presler umfassende thematische Aufarbeitungen. Er hatte Forschungsaufenthalte in Oslo, Silkeborg (DK), Washington, Davos, Genf, Zürich, Albissola, Hamburg, München, Nürnberg, Leipzig, Stuttgart.

Er publizierte zu den europäischen Kupferstichkabinetten in Basel, Wien, Berlin, Dresden („Bibliotheken des Sehens“) sowie zu den „Zentren der Neuen Sachlichkeit“ (Karlsruhe, Berlin, Hannover, München). Im FAZ-Magazin erschienen Interviews zu Pontus Hultén, Ernst Beyeler, Werner Haftmann, Thomas Grochowiak, Roman Norbert Ketterer und Eberhard W. Kornfeld.

Schriften (Auswahl)

Publikationen[1]
  • Martin Luther King. Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN 978-3-499-50333-7, 18. Auflage 2016.
  • Ernst Ludwig Kirchner. Seine Frauen, seine Modelle, seine Bilder. Prestel. München 1998, ISBN 3-7913-1976-0.
  • Gerd Presler: Munch – ein Realist der Gefühle. Munch und kein Ende. Woher kommt die anhaltende Popularität des modernen Klassikers? In: art – Das Kunstmagazin, Nr. 2, Februar 2001, S. 12–25
  • Referate schreiben, Referate halten. Zeichnungen von Jürgen Döhmann. Fink, München 2002, ISBN 3-8252-2343-4.
  • Die Brücke. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-50642-0.
  • Am Anfang, Zeichnungen aus der Kindheit großer Künstlerinnen und Künstler. Weingarten/baden 2021, ISBN 978-3-00-069585-8.
Werkverzeichnisse
  • Edvard Munch, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Oslo/Karlsruhe.
  • Ernst Ludwig Kirchner, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Davos/Karlsruhe.
  • Asger Jorn, Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Silkeborg/Karlsruhe.
  • Franz Radziwill, Werkverzeichnis der Druckgrafiken.
Commons: Gerd Presler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. presler.de - Publikationen. Abgerufen am 18. Oktober 2022.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. Additional terms may apply for the media files.