Gipsbach

Der Gipsbach ist ein Fliessgewässer im Schweizer Kanton Aargau. Er entwässert einen Abschnitt der geschützten Landschaft nördlich des Lägerengrates. Sein Quellgebiet befindet sich im Schutzareal Lägerngebiet des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.[1]

Gipsbach
Gipsgrube über dem Bachgraben (1893)

Gipsgrube über dem Bachgraben (1893)

Daten
Lage Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Surb Aare Rhein Nordsee
Quelle An der Lägeren nordwestlich des Burghorns
47° 28′ 59″ N,  21′ 33″ O
Quellhöhe 630 m ü. M.
Mündung bei Unterehrendingen in die Surb
47° 30′ 21″ N,  20′ 49″ O
Mündungshöhe 432 m ü. M.
Höhenunterschied 198 m
Sohlgefälle ca. 52 
Länge ca. 3,8 km

Geografie

Der Gipsbach entspringt nördlich der Lägeren am steilen, bewaldeten Berghang unterhalb des Lägernsattels. Aus mehreren Runsen kommen Quellbäche, die sich im Tal Langbrätschge treffen und gegen Nordwesten zum Dorf Oberehrendingen fliessen. In der Ortschaft ist der Bach auf mehreren Abschnitten eingedolt.

An der Nordflanke des Quellgebiets liegt eine ehemalige Gipsgrube, die bis in die 1960er Jahre ausgebeutet wurde; die Aufschlüsse der Gipsschichten bilden ein bedeutendes Geotop des Juragebirges. Die Fläche der ehemaligen Grube hat sich zu einem Naturbiotop entwickelt und ist im Besitz von Pro Natura.[2][3] Auf der rechten Seite des Baches liegt die Gipsstrasse, auf welcher der am Berg gewonnene Rohstoff zu den Gipsmühlen im Tal geführt wurde. Um 1900 verarbeitete die Zementfabrik Lägern, die neben dem Gipsbach stand, das Gestein vom Lägerenhang. Im Gebiet Sack liegen im Naturschutzgebiet mehrere Weiher, der grösste davon ist der Ölsee.

Mehrere Seitenbäche fliessen zum Gipsbach, der längste ist der Surebach, der im Oberlauf auch Chrebsbach heisst und bei Niederweningen im Kanton Zürich entspringt.

In Ehrendingen folgt der Bach in einem Graben der Hauptstrasse 279. Mehrere Quartierstrassen überqueren den Bach, der im Talboden unter der Hauptstrasse 17, der Surbtalerstrasse, hindurchgeleitet wird und unmittelbar danach von links in die Surb mündet.

Literatur

  • Schutz- und Unterhaltskonzept für das Gipsgrubengebiet. Baudepartement Kanton Aargau, 1993.

Einzelnachweise

  1. Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, Objekt Nr. 1011: Lägerngebiet.
  2. Gipsgrube auf ehrendingen.ch.
  3. Rolf Meier: Gipsgrube Oberehrendingen – ein Naturparadies mit Vergangenheit. In: Badener Neujahrsblätter. Jg. 76, 2001, S. 141–146.
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