Jan Baťa
Jan Antonín Baťa (* 7. März 1898 in Uherské Hradiště, Österreich-Ungarn; † 23. August 1965 in São Paulo, Brasilien) war ein tschechisch-brasilianischer Unternehmer und Halbbruder der Mitbegründer des internationalen Baťa-Schuhkonzerns. Er übernahm 1932 die Leitung dieses Konzerns.

Leben und Wirken
Er war der Sohn aus der dritten Ehe seines Vaters. Durch den tragischen Unfalltod von Tomáš Baťa wurde Jan Baťa 1932 Konzernchef. Unter seiner Leitung wurde u. a. die 15-stöckige Baťa-Zentrale, der sogenannte Baťa-Wolkenkratzer (Baťův mrakodrap) in Zlín errichtet und 1939 fertiggestellt. Unter dem Motto „Kollektiv arbeiten – individuell wohnen“ ließ er Werksiedlungen nebst firmeneigenen Kindergärten, Schulen sowie ein Krankenhaus, ein Warenhaus und das damals größte Kino Mitteleuropas in Zlín errichten. Dadurch kann die Stadt für sich den Anspruch erheben, aufgrund der streng rationalen, an der Optimierung aller Funktionen orientierten Stadtplanung unter Einbeziehung sozialer und psychologischer Aspekte erste funktionalistische Stadt der Welt im Sinne der Charta von Athen (1933) zu sein.[1]
Die Tschechoslowakei war bis zur Okkupation durch das Deutsche Reich im Jahr 1939 das Zentrum des Baťa-Konzerns, dessen Teil in der Tschechoslowakei 1945 verstaatlicht wurde. Nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei wurde Jan Baťa am 15. März 1939 verhaftet, jedoch bald entlassen. Er flüchtete mit seiner Familie. Nach einem kurzen Aufenthalt in den USA ließen sie sich in Brasilien nieder. Er baute den Konzern aus den ausländischen Teilen neu auf. Jan Baťa gründete auch mehrere Städte, unter ihnen Batayporã, Bataguassu, Batatuba, Anaurilândia und Mariaopolis.
Literatur
- Tobias Ehrenbold: Bata, Schuhe für die Welt. Geschichten aus der Schweiz. Hier + Jetzt, Baden 2012, ISBN 978-3-03919-256-4.
Weblinks
Einzelnachweise
- vgl. Hubertus Adam: Janusgesicht der Moderne: Die Baťa-Stadt Zlín – ein funktionalistisches Baudenkmal von Weltrang in Südmähren. In: NZZ. 16. Januar 2010, Nr. 12 (PDF).