Jeff Doucet

Jeffrey Paul Doucet (* 3. Februar 1959 in Port Arthur, Texas; † 17. März 1984 in Baton Rouge, Louisiana) war ein US-amerikanischer pädophiler Entführer, der im März 1984 einen zwölfjährigen Jungen entführte. Kurz nach dessen Freilassung wurde Doucet vom Vater des Jungen auf dem Flughafen von Baton Rouge, einem Akt der Selbstjustiz gleich, erschossen.

Leben

Über Jeff Doucets frühes Leben ist nur wenig bekannt. Er wuchs in Port Arthur, Texas heran, und soll bereits als Kind von einem Erwachsenen sexuell missbraucht worden sein. Daher soll er bereits früh begonnen haben, ebenfalls andere Jungen geschlagen und bedroht zu haben. Als junger Mann zog er nach Baton Rouge nach Louisiana, wo er zunächst seinen Militärdienst in der United States Marines absolvierte und danach begann, Jungen Karate an einer Karateschule beizubringen.

Er galt unter seinen Schülern als beliebt, vor allem, wenn er mit ihnen ins Kino oder mit ihnen zum Skaten ging. Im Frühjahr 1983 lernte Doucet die Brüder Mikey und Jody Plauché kennen. Jody Plauché, geboren am 27. April 1972, war das Kind von Scheidungseltern, der rasch in Jeff Doucet eine Art Vaterersatz fand. Und zunächst schien Doucet auch einen positiven Einfluss auf den Jungen auszuüben, da Jody einen Preis beim Fort Worth Pro-Am, einem Nachwuchswettbewerb für angehende Karateka gewinnen konnte.

Im Frühsommer 1983 nahm Doucet Jody mit auf einen Ausflug mit seinem Auto. Es kam zum ersten sexuellen Missbrauch, dem in den kommenden Monaten noch viele folgen sollten. Vor allem, weil er sich so gut mit seinem Karatelehrer verstand, schwieg Jody. Da er auch keine Probleme mit seinen Eltern bekommen wollte, die eigene Probleme hatten, sagte er auch ihnen nichts von den sexuellen Übergriffen.

Im Februar 1984 erreichte die kriminelle Energie ein neues Level, als Doucet beschloss, Jody zu entführen. Er holte den Jungen am 19. Februar 1984 bei seiner Mutter ab, mit dem Vorwand, ihm einen Teppich zeigen zu wollen, den er gerade in seiner Wohnung verlegen wollte. In 15 Minuten würde Jody zurück sein. In Wahrheit bestiegen sie kurze Zeit später bei einem Busterminal einen Bus in Richtung Los Angeles. Zehn Tage befand sich Jody in der Gewalt seines Entführers. Dieser hatte sich nicht nur seinen Bart rasiert, sondern zudem befohlen, Jodys blonde Haare braun zu färben. In verschiedenen Motels, in denen sie eincheckten, kam es zu sexuellem Missbrauch. Über Zwischenstopps in Texas, New Mexico und Arizona erreichten Vater und Sohn, für das Doucet die beiden ausgab, Anaheim in Kalifornien, wo die beiden das Disneyland besuchten. Hier erlaubte Doucet dem Jungen mit seiner Mutter zu telefonieren. Es war sein Fehler, da es dem FBI gelang, den Anruf bis zum Motel zurück zu verfolgen. Noch am selben Tag, am 29. Februar 1984, wurde Doucet festgenommen und Jody Plauché befreit.

Nach seiner Wiedervereinigung mit seinen Eltern erfuhr Gary Plauché, Jodys Vater, immer mehr Details, nicht nur der Entführung, sondern auch der vergangenen Monate. Er beschloss, sich an Jeff Doucet zu rächen. Als er über die Medien erfuhr, dass das Flugzeug, mit dem Doucet von Kalifornien nach Louisiana überstellt wurde, am Abend des 16. März, gegen 21:08 Uhr landen würde, besorgte sich Gary Plauché eine Waffe, einen .38 Special-Revolver, betrat, in einer Zeit mehr als nicht vorhandener Sicherheitsvorschriften das Flughafengebäude und ging bei den Münzfernsprechern in Stellung. Es existiert ein Video, auf dem der Moment zu sehen ist, wie Jeff Doucet die Reihe der Münzfernsprecher passiert und plötzlich ein Mann eine Waffe zückt und aus nächster Nähe auf Doucet feuert. Jeff Doucet wurde in den Kopf geschossen und sofort ins Krankenhaus gebracht. Hier starb er wenige Stunden später, am Morgen des 17. März 1984.

Nachwehen

Gary Plauché wurde wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt sowie zum Ableisten von 300 Sozialstunden. 1989 wurde er wegen guter Führung entlassen. 2011 erlitt er einen Schlaganfall, war ab diesem Zeitpunkt auf Pflege angewiesen und starb 2014, kurz vor seinem 69. Geburtstag.

Joseph Boyce "Jody" Plauché studierte Psychologie, Sprachwissenschaften und Philosophie an der Louisiana State University. Bereits als Student war er Mitglied bei Men Against Violence, einer Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen Gewalt am Campus vorzugehen. Von 1995 bis 2002 lebte er in Norristown, Pennsylvania, wo er im Victim Services Center of Montgomery County tätig war. Im Jahr 2002 war er Gast an The White House Conference on Missing, Exploited, and Runaway Children, wo er unter anderem mit US-Präsident George W. Bush und US-Außenminister Colin Powell zusammentraf. Heute hält er Vorträge an Schulen, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu sensibilisieren.

Siehe auch

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