Jokey

Die Jokey Holding GmbH & Co. KG ist die Obergesellschaft der Jokey-Gruppe mit Sitz in Wipperfürth. Nachgeordnet sind die operativen Gesellschaften Jokey SE und die Jokey Gummersbach SE.[1] Die Jokey-Gruppe befindet sich vollständig im Besitz der Familie Kemmerich.

Jokey Holding GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1968
Sitz Wipperfürth
Leitung
  • Herbert Kemmerich
  • Werner Kemmerich
  • Ralf Kemmerich
Mitarbeiterzahl 2100 (2020)
Umsatz 476,3 Mio. Euro (2020)
Branche Verpackungshersteller
Website www.jokey.com
Stand: 31. Dezember 2020

Entwicklung

Im Jahr 1968 gründete Josef Kemmerich das Unternehmen zur Herstellung von Kunststoffverpackungen. Zu dieser Zeit werden Verpackungen überwiegend aus Weißblech, Aluminium oder Glas hergestellt. Das erste Produkt der neu gegründeten Firma waren Eimer aus Thermoplaste. Der Firmenname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Gründers zusammen. Das zusätzliche y war eine Idee des Grafikers. Ab 1970 stiegen nach und nach die vier Söhne ins Unternehmen ein. Im Jahr 1975 starb der Unternehmensgründer.

Im Jahre 1974 ging die Firma Sure Plastik im benachbarten Gummersbach in die Insolvenz. Sure war dreimal größer als Jokey zu diesem Zeitpunkt. Sure Plastik wurde von Jokey übernommen. 1981 wurde der in Nordfrankreich beheimatete Wettbewerber Sicopal übernommen. Das Werk in Frankreich war die erste Auslandsniederlassung.

Bei einem Großbrand wurde im Juni 1981 die Etikettendruckerei in Gummersbach zerstört. Die Druckerei und eine neue Werkhalle wurden an einem neuen Standort in Gummersbach-Rebbelroth wieder aufgebaut.

Ab 1983 wurde das ehemalige Vorwerk-Werk in Wipperfürth-Niedergaul um- und ausgebaut. Das Werk stand teilweise unter Denkmalschutz. Der Werksumbau wurde 1986 vollendet.

Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 die Firma Formaplast in Sohland an der Spree bei Dresden übernommen. Das Werk wurde modernisiert, es wurden neben Kunststoffverpackungen aber weiterhin Badmöbel und technische Kunststoffteile hergestellt.

Im Jahr 2007 wird in Badr in Ägypten ein neugebautes Werk in Betrieb genommen. Beliefert werden soll von hier der gesamte arabische Raum und hier insbesondere die Farben- und Lackhersteller.[2]

Zum 1. Januar 2008 wurden die Sieper-Werke in Hilchenbach-Müsen im Kreis Siegen-Wittgenstein von der Firma Riedel KMT übernommen. Ende 2009 gingen die Riedel KMT GmbH und die SieBad GmbH in die Insolvenz.[3] Jokey übernahm die Marken Sieper und Imogolux. Die Spiegelschränke, Dampfduschen, Infrarotkabinen, Badmöbel und insbesondere Spiegel wurden fortan im Werk in Sohland a.d. Spree produziert.

Die Firma Kristall ging 2008[4] und erneut 2016 in die Insolvenz. Jokey übernahm die Kristallform Spiegel GmbH noch im Jahre 2016 und wurde so zum größten Spiegelhersteller in Deutschland. Die Produktion erfolgt im Werk in Sohland.

Im September 2013 wurde im russischen Uljanowsk mit dem Bau eines Werkes begonnen, dass den Markt in den ehemaligen GUS-Staaten bedienen soll. Die Inbetriebnahme des Werkes mit 100 Mitarbeitern erfolgte im August 2014[5].

Im Jahr 2017 wurde der spanische Hersteller Trebolin übernommen. Nachfolgend begannen die Planungen, um ein neues Werk zu errichten. Der Neubau wurde 2021 in Molina de Segura eröffnet.[6]

Im November 2022 wurde mitgeteilt, dass in der Grafschaft Northamptonshire ein Grundstück erworben wurde, um dort ein Werk zu errichten. Die Produktion soll im September 2023 anlaufen und die Märkte in England, Wales, Irland und Schottland bedienen.[7]

Mit Stand 2022 existieren 15 Produktionsbetriebe in 12 Ländern. Produziert wird in Deutschland (Wipperfürth), Frankreich (Labourse), Polen (Kedzierzyn Kozle), Tschechien, Serbien (Nova Pazova), Weißrussland (Mogilew), Russland, Kanada, Türkei (Dilovası), Algerien, Ägypten (Badr) und Spanien (Molina de Segura). In den Konzernabschluss werden insgesamt 36 Tochtergesellschaften einbezogen.

Die Meik Werkzeugbau GmbH (heute Jokey Werkzeugbau GmbH) in Lindlar wird 2002 übernommen. Hier werden die Spritzgusswerke für alle Werke konstruiert, hergestellt und ggfs. umgebaut und repariert.[8]

Einzelnachweise

  1. Jokey Group: Stammwerke Wipperfürth und Gummersbach sind jetzt Europäische Aktiengesellschaften. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  2. Jokey Plastic: Neues Werk in Ägypten. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  3. 51 Jobs gehen verloren - Hilchenbach. 26. November 2020, abgerufen am 5. Dezember 2022.
  4. FINANCE Magazin, FINANCE Magazin: M&A-Deals: Bastei Lübbe, Wagner Solar, Bridgepoint. In: FINANCE. 12. September 2014, abgerufen am 5. Dezember 2022 (deutsch).
  5. https://www.kunststoffweb.de/branchen-news/jokey_baubeginn_fuer_erstes_werk_in_russland_t226402/
  6. Jokey Group: Neues Werk in Spanien. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  7. Jokey: Verpackungshersteller richtet Produktion in Großbritannien ein. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  8. Jokey Werkzeugbau GmbH, Lindlar. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
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