Al-Jouf-Klasse
Die Al-Jouf-Klasse ist eine Klasse schneller Patrouillenboote, die in den 1980er Jahren für Blohm + Voss entworfen wurde.
| ||||||||||||
| ||||||||||||
| ||||||||||||
Sie wird von der saudi-arabischen Polizei eingesetzt. Der Export der Kriegswaffe ist beim Bundessicherheitsrat genehmigungspflichtig. Es bestehen Lizenzvereinbarungen mit der Royal Thai Coast Guard. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 38 kn und hervorragenden Seeverhaltenseigenschaften ist dies ein sehr bewährtes Design, das sich perfekt für den Einsatz in Küstenwachen eignet.[1]
Ende 2012 wurde bekannt, dass die Armee Saudi-Arabiens Patrouillenboote für umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro von der Werftengruppe Lürssen kaufen wollte. Die Grenzschutzboote sollen laut Spiegel zum Stückpreis zwischen 10 und 25 Millionen Euro bis 2015 an Saudi-Arabien übergeben werden.[2] Die Anfrage der Lürssen-Werft an den Bundessicherheitsrat wurde 2013 positiv beschieden. Während die Bundes-SPD die Lieferung kritisierte, hielt sich die Rot-Grüne Landesregierung Bremens mit einer Stellungnahme zurück. Die Lürssen-Werft äußert sich zu dem Geschäft mit Saudi-Arabien nicht öffentlich.
Mindestens weitere 48 Patrouillenboote baut Lürssen für Saudi-Arabien. 2016 genehmigte der Bundessicherheitsrat die Ausfuhr. Otfried Nassauer vom spendenfinanzierten Berlin Information Center for Transatlantic Security mutmaßt, dass die Schiffe mit 20-mm-Geschützen zum Selbstschutz ausgestattet würden und wies darauf hin, dass Saudi-Arabien ursprünglich insgesamt 146 Boote bestellt hatte.[3]
Nach dem Mord an Jamal Khashoggi verständigte sich der Bundessicherheitsrat auf eine Unterbrechung deutscher Waffenexporte nach Saudi-Arabien.[4] Das Kabinett Merkel IV will Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge auch der Peene-Werft in Wolgast helfen, den Schaden aus den von Saudi-Arabien bestellten Küstenschutzschiffe zu minimieren, die zum Teil bereits gebaut sind, aber nicht ausgeliefert werden dürfen. Die Boote sollen entweder in Deutschland eingesetzt – also etwa vom Bund angekauft – werden. Oder aber es soll versucht werden, dass weitere Schiffe für Saudi-Arabien zwar gebaut, aber noch nicht ausgeliefert werden.[5]
Trivia
Für den Namen stand die Provinz al-Dschauf Pate.
Fußnoten
- herausgegeben von Thean Potgieter, Reiner Pommerin, Maritime Security in Southern African Waters, S. 136S. 136
- Deal mit Lürssen-Werft: Saudi-Arabien will deutsche Militärschiffe kaufen. Spiegel, 10. Februar 2013
- taz Bremen: Lürssen beliefert Saudi-Arabien. 8. Juli 2016
- Nach Khashoggi-Mord: Deutschland stoppt alle Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien, Deutschland liefert ab sofort keinerlei Rüstungsgüter mehr nach Saudi-Arabien. Auch bereits vereinbarte Exporte würden gestoppt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Der Spiegel, 19. November 2018, Deutsche Rüstungsexporte: Lieferstopp nach Saudi-Arabien gilt nur für zwei Monate. Die Bundesregierung kündigte nach der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Khashoggi harte Konsequenzen an. Doch der Lieferstopp für Waffenexporte gilt nach SPIEGEL-Informationen zunächst nur für kurze Zeit. Der Spiegel, 23. November 2018,
- Um sechs Monate Bundesregierung verlängert Rüstungsembargo gegen Saudi-Arabien Der Spiegel, 29. März 2019,