Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach
Prinzessin Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach (* 30. September 1811 in Weimar; † 7. Januar 1890 in Berlin) war die Ehefrau Kaiser Wilhelms I., Königin von Preußen und Deutsche Kaiserin.

Leben
Frühe Jahre

Augusta[1] war die zweite Tochter des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa, einer Schwester Zar Alexanders I. von Russland. Während ihr Vater ein schüchterner Mensch war, dessen bevorzugte Lektüre bis zum Ende seines Lebens Märchen blieben, nannte Johann Wolfgang von Goethe ihre Mutter „eine der besten und bedeutendsten Frauen ihrer Zeit“. Augusta selbst erhielt eine umfassende Bildung, die darauf ausgerichtet war, später höfische Repräsentationspflichten wahrzunehmen. Eine Erzieherin war die aus Genf stammende Espérance Sylvestre (1790–1842). Dazu gehörte auch Zeichenunterricht, den ihr die Hofmalerin Louise Seidler erteilte, sowie ein gründlicher Musikunterricht, für den der Hofkapellmeister Johann Nepomuk Hummel zuständig war; von 1818 bis 1819 erhielt sie Unterricht durch Georg Heinrich Nöhden.
Der Hof in Weimar, an dem Augusta aufwuchs, galt als einer der liberalsten; als erstes Land in Deutschland hatte man bereits 1816 eine Verfassung verabschiedet. Weimar war darüber hinaus – dank des weiterwirkenden Einflusses der 1807 verstorbenen Herzogin Anna Amalie von Sachsen-Weimar-Eisenach – gegenüber Kunst und Literatur sehr aufgeschlossen. Goethe, ein gern gesehener Gast am herzoglichen Hof, widmete Augusta unter anderem anlässlich ihres neunten Geburtstages ein Gedicht, das mit den Zeilen begann:
Alle Pappeln hoch in Lüften
jeder Strauch in seinen Düften,
alle sehn sich nach Dir um …
Begegnung mit Wilhelm
Als Gemahlin war Augusta für Prinz Wilhelm nur die zweite Wahl. Er favorisierte seit seiner Jugend eine ehemalige Spielgefährtin aus Kindertagen, Elisa Radziwiłł. Wilhelm kannte die Prinzessin, da sie die Tochter seiner Tante Luise war.[2] Wegen ihrer Abstammung von dem polnischen Adelsgeschlecht Radziwiłł väterlicherseits wurde Elisa jedoch als seinem Rang nicht ebenbürtig eingestuft. Ein Gutachten von 1819 befand, dass dieser Familienzweig innerhalb des Heiligen Römischen Reiches über keine Souveränität verfügt hatte, mit keiner Stimme im Reichstag vertreten war und sich ihre Abkunft von dem litauischen Adel nicht eindeutig bestätigen ließ.[3] Auch Versuche Wilhelms durch Gegengutachten den König umzustimmen oder über eine Adoption Elisa in ihrem Rang aufzuwerten, schlugen fehl. Weder ein Mitglied der königlichen Familie noch der russische Zar waren dazu bereit, Elisa zu adoptieren.[4] Die Suche nach einer anderen Lösung vereitelten Verhandlungen mit dem Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach. Dieser knüpfte eine Vermählung von Wilhelms jüngerem Bruder Carl mit seiner Tochter Marie an die Bedingung, dass Wilhelm nur eine morganatische Ehe mit Elisa eingehen durfte. Eine solche nicht standesgemäße Verbindung wollte Friedrich Wilhelm III. jedoch verhindern und untersagte Wilhelm daher im Juni 1826 eine Heirat mit Elisa.[5] Da inzwischen abzusehen war, dass Wilhelms älterer Bruder, der spätere Friedrich Wilhelm IV., kinderlos bleiben würde, kam Wilhelm nun die Aufgabe zu, legitimen dynastischen Nachwuchs sicherzustellen. So arrangierte Friedrich Wilhelm III. 1829 eine Heirat Wilhelms mit Augusta.[6]
Wilhelm bat am 29. August 1828 schriftlich um die Hand Augustas; Augusta willigte freudig ein. Am 25. Oktober 1828 verlobten sich die beiden. Die Historikerin Karin Feuerstein-Praßer wertete die Korrespondenz der beiden Verlobten aus und zeigte, mit welch unterschiedlichen Erwartungen die beiden die Ehe eingingen: Seiner Schwester Charlotte, der Gemahlin von Zar Nikolaus I., schrieb Wilhelm mit Bezug auf Elisa Radziwiłł „Man kann nur einmal im Leben wirklich lieben“ und gestand bezüglich Augusta sogar ein „Die Prinzessin ist schön und klug, aber sie läßt mich kalt“. Augusta dagegen war in ihren zukünftigen Mann verliebt und voll Hoffnung auf eine glückliche Ehe. Ihr war die unglückliche Liebe zu Elisa Radziwiłł bekannt, doch gab sie sich der Illusion hin, ihm diese ersetzen zu können.
Am 11. Juni 1829, am Tag nach ihrer Ankunft von der dreitägigen anstrengenden Reise von Weimar nach Berlin, heiratete Wilhelm seine vierzehn Jahre jüngere Verlobte in der Kapelle von Schloss Charlottenburg.
Erste Ehejahre und die Geburt der zwei Kinder

Die ersten Ehewochen waren durchaus harmonisch; Augusta wurde am preußischen Königshof wohlwollend aufgenommen. Sie begann jedoch bald, sich an dem militärisch-nüchternen Berliner Hof zu langweilen. Die Wahrnehmung karitativer Aufgaben und Funktionen, die dieser Langeweile hätte entgegenwirken können, blieb ihrer Schwägerin, der Kronprinzessin Elisabeth, vorbehalten. Gleichzeitig fing Wilhelm an, sich am regen Geist seiner nicht einmal zwanzigjährigen Gattin zu stören. Aufschlussreich ist ein Brief, den er im März 1830 an seine Schwester Alexandrine schrieb:
„Wenn Du glaubst, daß Augusta mich oft, als zu kindisch, nicht ganz befriedigt, so ist das nicht der Fall, da sie, ganz im Gegenteil, eigentlich zu wenig die Tendenz ihres Alters hat und mich eher in dieser Hinsicht impatieren könnte. Ihr Verstand ist so gereift und ihre Urteilskraft so scharf, daß sie sich zu oft auf Diskussionen einläßt, die sie allerdings mit voller Umfassung des Gegenstandes durchführt, die aber eigentlich über ihre Sphäre gehen, was ihr dann natürlich nicht nur Selbstgefühl gibt, dergleichen Diskussionen zu suchen, sondern ihr einen Anstrich von femme d’esprit gibt, der nicht erwünscht für sie ist. Weil sie überhaupt schon in der Reputation immer stand, daß der Verstand über das Herz regiert.
Dies ist nun glücklicherweise nicht der Fall, wie ich mit voller Wahrheit versichern kann; aber wer sie nur jene Diskussionen führen hört, wird jene Reputation begründet zu glauben finden, und das ist mir unlieb. Ich habe sie schon oft darauf aufmerksam gemacht und ihr auch namentlich empfohlen, ihre sehr gereiften Geistesgaben wenigstens dadurch in Einklang mit ihrem Alter und ihrem Geschlecht zu halten, daß ihre Äußerungen weniger als festes Urteil erscheinen, als vielmehr als ihre Meinung.“
Auch sexuell schienen die Ehepartner nicht miteinander zu harmonieren. In einem Brief, den Wilhelm am 22. Januar 1831 an seine Schwester Charlotte schrieb, beklagte er sich über die mangelnde Weiblichkeit seiner Frau.
Das erste Kind, der spätere Deutsche Kaiser Friedrich, kam am 18. Oktober 1831 zur Welt. Wilhelm und Augusta waren zu diesem Zeitpunkt schon mehr als drei Jahre verheiratet. Bis zum zweiten Kind Luise, der späteren Großherzogin von Baden, die am 3. Dezember 1838 geboren wurde, vergingen mehr als sieben Jahre. 1842 und 1843 erlitt Augusta jeweils eine Fehlgeburt. Wilhelm hatte früh seine Liebschaften wieder aufgenommen; so diskret diese Beziehungen zu Damen unterschiedlichster Kreise auch abliefen, wird Augusta doch davon Kenntnis gehabt haben. In jedem Fall litt Augusta von 1840 an immer wieder an manisch-depressiven Phasen; sie empfand ihr Leben als reizlos, war niedergeschlagen und litt unter dem enormen Druck, der auf ihr lastete.

Als Sommerresidenz diente Augusta seit 1835 Schloss Babelsberg bei Potsdam. Sie nahm auf den Bau und die Gestaltung des Schlosses großen Einfluss. Ihr Engagement führte zu Konflikten mit den Architekten des Schlosses: Unter anderem blieb Karl Friedrich Schinkel der Einweihung fern.[7] Mehrfach hatte er seine Entwürfe den Wünschen Augustas anpassen müssen.[8] Nach Meinung von Robert-Tarek Fischer halfen Augusta die Gestaltungsaktiväten dabei, sich von ihrer depressiven Erkrankung abzulenken.[9]
Politischer Einfluss


Augustas politischer Einfluss war weder durch die preußische Verfassung von 1848/1850 noch durch das dynastische Hausgesetz rechtlich definiert. Sie stand jedoch über ihre dynastische Stellung und ihre familiäre Verbindung Wilhelm I. besonders nahe. Aus diesem Grund konnte sie bestimmten Personenkreisen einen Zugang zum König verschaffen oder mittels Gesprächen und Briefverkehr auf Wilhelm einwirken. Der Historiker Jan Markert urteilt, dass Augusta insgesamt daran scheiterte, „Wilhelm von Ideen zu überzeugen, die dessen persönlicher monarchischer Wirklichkeitswahrnehmung widersprachen“.[10] Der Monarch habe sie demnach lediglich konsultiert, um sein politisches Programm zu konkretisieren. In der Zeit des Preußischen Verfassungskonfliktes gingen ihre Meinungen jedoch so weit auseinander, dass gemeinsame Besprechungen kaum noch möglich waren. Während Augusta altliberalen Vorstellungen folgte, war Wilhelm konservativer eingestellt. Der König setzte seine Gemahlin nicht über alle Themen in Kenntnis. Die erhalten gebliebene schriftliche Korrespondenz zwischen Wilhelm und Augusta umfasst ungefähr 5800 Briefe und gilt heute als bedeutende Quelle für das Verhältnis des Monarchenpaares.[11]
Wie viele andere liberal gesinnte Menschen hatte Augusta hoffnungsvoll auf die Thronbesteigung ihres Schwagers Friedrich Wilhelm IV. reagiert, der als moderner, aufgeschlossener Mensch galt. Doch Friedrich Wilhelm IV. weigerte sich, seinem Land eine Verfassung zu geben, und regierte weit konservativer, als seine Kronprinzenjahre hatten vermuten lassen. Den Vereinigten Landtag, den Friedrich Wilhelm angesichts der am 22. April 1847 ausgebrochenen Hungerrevolte einberief und dessen Mitbestimmung sich auf finanzielle Fragen beschränkte, löste er schon wenige Monate später wieder auf. Für die blutigen Auseinandersetzungen der Märzrevolution 1848, als das Militär mit Kartätschen und Granaten auf die demonstrierende Berliner Bevölkerung losging, machte die Bevölkerung Wilhelm verantwortlich. Auf Bitten seines königlichen Bruders floh Wilhelm, mittlerweile 51 Jahre alt, nach London. Augusta zog sich mit den zwei Kindern nach Potsdam zurück. In Berlin sang man spöttisch über ihren Mann, der seit Friedrich Wilhelms Thronbesteigung Kronprinz war:
Schlächtermeister Prinz von Preußen
komm doch, komm doch nach Berlin!
Wir wollen Dich mit Steinen schmeißen
und die Barrikaden ziehn.
In liberalen Kreisen wurde ernsthaft die Idee diskutiert, ob das Königspaar nicht abdanken, der Kronprinz auf den Thron verzichten und stattdessen Augusta, die „edle und freisinnige Fürstin“, die Regentschaft bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes übernehmen sollte. Da Augusta die Briefe und Tagebücher jener Zeit später vernichtete, ist heute nicht mehr nachvollziehbar, ob sie diesen Plan ernsthaft erwogen hatte. Nachdem im Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche über 800 Abgeordnete zur Nationalversammlung zusammengetreten waren, konnte Wilhelm bereits im Juni 1848 wieder nach Preußen zurückkehren. Er wurde 1849 zum Generalgouverneur der Rheinprovinz ernannt, und im Frühjahr 1850 bezog Augusta gemeinsam mit Wilhelm ihre neue Residenz in Koblenz. Sie bewohnten das am Rhein gelegene Schloss des letzten Kurfürsten von Trier.
Koblenzer Jahre (1850–1857)
1850 ernannte König Friedrich Wilhelm IV. Prinz Wilhelm zum „Militärgouverneur am Rhein und in Westfalen“. Seinen Amtssitz bezog der Prinz in Koblenz, der Hauptstadt der Rheinprovinz. Im dortigen Schloss hatte Augusta Gelegenheit, ein Hofleben zu gestalten, wie sie es aus ihrer Kindheit am Weimarer Hof gewöhnt war.[12] Obwohl ihre Repräsentationspflichten in Koblenz auf dem gleichen Niveau wie in Berlin blieben, konnte sie sich mit einem ihr genehmen Personenkreis umgeben, Kontakte zu dem rheinländischen Bürgertum knüpfen und ein weniger distanziertes Verhältnis zu der lokalen Bevölkerung pflegen. Ihre Toleranz gegenüber der katholischen Konfession und karitative Förderungen machte sie bei der lokalen Bevölkerung beliebt. Der Historiker David E. Barclay charakterisiert ihre Inszenierung sowohl als „fürstlich-dynastisch“ als auch „bürgernah“.[13] Einige der Vertrauten Augustas am Koblenzer Hof, oft Angehörige der Wochenblattpartei, wurden in der sogenannten Neuen Ära unter Prinzregent Wilhelm Staatsminister. In Berlin und Potsdam sah der regierende Monarch und teils auch Prinz Wilhelm das Koblenzer Hofleben jedoch kritisch. Besonders missfiel ihnen Augustas konservativ-liberale Personenauswahl.[14] Wilhelm hatte darauf nicht immer Einfluss, da er sich häufig nicht im Koblenzer Schloss aufhielt.[15]
Augusta ließ 1856 die nach ihr benannten Koblenzer Kaiserin-Augusta-Anlagen von den beiden bedeutendsten preußischen Gartenbaukünstlern Peter Joseph Lenné und Hermann von Pückler-Muskau planen und verwirklichen. Ihr Sohn Friedrich studierte derweil im nahen Bonn Rechtswissenschaften und war damit der erste preußische Thronfolger, der eine akademische Ausbildung erhielt. Auch daran war Augustas Einfluss maßgeblich beteiligt. 1856 heiratete Augustas und Wilhelms siebzehnjährige Tochter Luise den Großherzog Friedrich von Baden; im Januar 1858 gaben sich Friedrich und die ebenfalls siebzehnjährige Victoria, genannt Vicki, die Tochter der Königin Victoria von Großbritannien, das Eheversprechen. Diese Heirat zählte Augusta zu den wenigen Triumphen, die sie erringen konnte. Sie sah in Großbritannien das Beispiel einer zeitgemäßen Monarchie und war sich sicher, dass ihre Schwiegertochter hinreichend von ihrer Herkunft geprägt sein würde, um auch Friedrich in Richtung einer liberalen Monarchie zu beeinflussen.
Rückkehr nach Berlin

Gleichfalls im Jahre 1858 wurde Wilhelm als Regent eingesetzt, nachdem sein Bruder nach mehreren Schlaganfällen nicht mehr regierungsfähig war. Augusta musste das von ihr geschätzte Koblenz wieder verlassen und kehrte gemeinsam mit ihrem Mann nach Berlin zurück. Wilhelm entließ den alten Ministerrat und ernannte Minister, die für eine liberalere Politik standen und von denen viele am Koblenzer Hof verkehrt hatten („Wochenblattpartei“): Alexander von Schleinitz, dem Augusta – ebenso wie seiner späteren Gattin, der liberalen Salonière und Bismarck-Kritikerin Marie von Schleinitz – sehr vertraute, wurde Außenminister, August Moritz von Bethmann-Hollweg wurde Kultusminister, und zum Ministerpräsidenten wurde Karl-Anton Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen berufen. Die konservativen Gegner sahen in dieser Auswahl das Wirken Augustas, tatsächlich war ihr politischer Einfluss auf Wilhelm jedoch eher gering. Sie konnte auch nicht verhindern, dass Wilhelm, seit dem 2. Januar 1861 nun König von Preußen, 1862 ein sich seinen Absichten nicht beugendes Parlament wieder auflöste. Gleichfalls konnte sie nicht verhindern, dass ihr Mann Otto von Bismarck als preußischen Ministerpräsidenten berief. Augusta betrachtete Bismarck als ihren Todfeind; Bismarck wiederum verachtete Augusta für ihren Einfluss auf Mann und Sohn und sah in ihr den „Kristallationspunkt“ aller politischen Kräfte, die gegen ihn arbeiteten. Viele Jahre später schrieb er in seiner Autobiografie „Gedanken und Erinnerungen“ über Wilhelms eigenwillige Gemahlin: „der Feuerkopf“, so pflegte Kaiser Wilhelm I. in vertraulichen, aus Verdruß, Respect und Wohlwollen gemischten Stimmungen die Gemahlin zu bezeichnen und diesen Ausdruck mit einer Handbewegung zu begleiten, die etwa sagen wollte: „Ich kann nichts ändern.“ Ich fand diese Bezeichnung außerordentlich treffend; die Königin war, solange nicht physische Gefahren drohten, eine mutige Frau, getragen von einem hohen Pflichtgefühl, aber auf Grund ihres königlichen Empfindens abgeneigt, andere Autoritäten als die ihrige gewähren zu lassen.[16] Augusta stimmte Bismarcks Politik nicht zu, die keinem Krieg aus dem Weg ging. Gleichzeitig entfremdete sie sich immer mehr von ihrem Mann. Bismarck wiederum bezeichnete sie als „alte Fregatte“, hetzte Zeitungen gegen die liberale Königin auf und äußerte sich selbst im Parlament negativ über Augusta. In seinen eigenen Lebenserinnerungen ist der Konflikt mit der Prinzessin und späteren Königin bzw. Kaiserin immer wieder spürbar. An einer Stelle schreibt Bismarck: Gewiß ist, daß der antirussische Einfluß dieser hohen Frau auch in den Zeiten, wo sie Königin und Kaiserin war, mir die Durchführung der von mir für nothwendig erkannten Politik bei Sr. Majestät häufig erschwert hat.[17]
Zu dieser Situation trug wesentlich bei, dass Augusta zwar intelligent und politisch neugierig war, ihr jedoch jegliches Fingerspitzengefühl und diplomatisches Vorgehen abging. Bismarck verprellte sie auch dadurch, dass sie seine Frau Johanna unhöflich behandelte; gegenüber ihrem Mann fiel sie mit schulmeisterlichen Belehrungen auf. Ihre Umgebung litt außerdem so an ihren manisch-depressiven Phasen, dass der Hofstaat erleichtert reagierte, wenn die Königin immer häufiger nach Baden-Baden zur Kur fuhr. Und während der überwiegende Teil der preußischen Bevölkerung über den Sieg bei Königgrätz jubelte, betrauerte die Pazifistin Augusta die Gefallenen und Verletzten. Auch das wurde ihr übelgenommen. Mit ihrer intelligenten Schwiegertochter, der Kronprinzessin Victoria, verstand sie sich gleichfalls nicht, obwohl beide dieselben politischen Überzeugungen vertraten und Bismarck ablehnend gegenüberstanden. Die gläubige und ausgeprägt pflichtbewusste Augusta empfand Victoria als zu religionslos, nahm ihr gelegentliches Fernbleiben von offiziellen Anlässen übel und fühlte sich durch die vitale Britin von ihrem Sohn entfremdet. Eine gute Beziehung hatte sie lediglich zu ihrem Enkel Wilhelm.
Immerhin war es ihr als Königin von Preußen nun möglich, sich karitativ zu betätigen. Augusta, die Krieg verabscheute, gründete 1866 den Vaterländischen Frauenverein, der sich um verwundete und erkrankte Soldaten kümmerte. Ihre Besuche in Großbritannien nutzte sie unter anderem zum Austausch mit Florence Nightingale, deren Arbeit wesentlich zur Verringerung der Sterblichkeitsziffern in britischen Lazaretten beigetragen hatte. Auf Augustas Initiative gingen mehrere Krankenhausgründungen zurück; dazu zählt das noch heute existierende Langenbeck-Virchow-Haus, das Sitz der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ist. Nach dem Tod des Chirurgen Bernhard von Langenbeck setzte sich Augusta ein, dieser Gesellschaft einen eigenen Wirkungsort einzurichten: „Nicht ein Standbild irgendwelcher Art, und wäre es auch von des größten Künstlers Hand gefertigt und an offener Stelle aufgestellt, könnte den großen Meister der Chirurgie so ehren wie ein Haus, welches der Pflege der von ihm so mächtig geförderten Wissenschaft gewidmet sei; nicht eine Bildsäule Langenbeck’s, sondern ein Langenbeck-Haus solle errichtet werden, den Kranken Heil, der Heilkunst Pflege!“ lautete es in der Kabinettsorder Augustas. Noch heute existieren die bedeutenden Augusta Krankenanstalten in Bochum, ein ihren Namen tragendes Akutkrankenhaus von überregionalem Gewicht. Das Andenken der Kaiserin wird hier gepflegt.
Deutsche Kaiserin

So wie Augusta den deutschen Einigungskriegen ablehnend gegenüberstand und für diese vor allem Bismarck verantwortlich machte, war sie auch eine Gegnerin des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, der ihr am 18. Januar 1871 die Kaiserkrone eintrug. Bismarck berichtete: Man hat mir erzählt, daß die Königin Augusta ihren Gemahl vor ihrer Abreise von Ems nach Berlin in Thränen beschworen habe, den Krieg zu verhüten im Andenken an Jena und Tilsit. Ich halte die Angabe für glaubwürdig bis auf die Thränen.[19]
Augusta empfand die Krone als persönliche Niederlage; sie wollte die Einigung Deutschlands unter preußischer Vorherrschaft durch „moralische Eroberungen“ erreichen, nicht durch Blutvergießen. Ihre Haltung gegen den Krieg fand auch Ausdruck in der Errichtung der Kaiserin-Augusta-Stiftung zuerst in Berlin-Charlottenburg, später in Potsdam, die 1872 „als ein Heim zur Erziehung hilfsbedürftiger Töchter von auf dem Felde der Ehre gebliebenen oder infolge des Krieges von 1870/71 gestorbenen deutschen Offizieren, Militärbeamten, Geistlichen und Ärzten“ gegründet wurde.
Ihre persönlichen Auseinandersetzungen mit Bismarck setzten sich auch nach 1871 fort. Im Kulturkampf, der sich vornehmlich gegen die katholische Kirche richtete, ergriff sie entschieden Partei für die katholische Kirche. Es gelang ihr, Wilhelm dazu zu überreden, die katholischen Orden, die krankenpflegerische Dienste versahen, nicht wie die anderen Orden zu vertreiben. Diesem ersten kleinen Teilsieg folgten weitere, und bis 1878 musste Bismarck nahezu alle Zwangsmaßnahmen gegen die katholische Kirche wieder zurücknehmen. Bismarck empfand dies als persönliche Niederlage und sah die Schuld bei der Kaiserin, auf die er immer wieder die Presse hetzte. Augusta begrub ihre Abneigung gegen Bismarck erst in ihren letzten Lebensjahren. Ausgerechnet Bismarck schien ihr der geeignete Mann, ihren geliebten Enkel Wilhelm auf seine Regierungstätigkeit vorzubereiten.
Die letzten Jahre

Die schon seit Jahren von Rheuma gequälte Augusta erlitt im Juni 1881 in Koblenz bei einem Sturz so schwere Verletzungen, dass sie fortan auf Krücken und Rollstuhl angewiesen war. Das hinderte sie nicht daran, weiterhin ihre Pflichten zu erfüllen. Auch das Verhältnis zu ihrem Ehemann, der 1887 seinen 90. Geburtstag feierte, besserte sich nun endlich. Ihr Mann, der Deutsche Kaiser, starb am 9. März 1888. Nur 99 Tage später erlag ihr Sohn, der als Friedrich III. den Thron bestiegen hatte, seinem Kehlkopfkrebs. Sie erlebte noch, dass ihr geliebter Enkel als Wilhelm II. Kaiser wurde. Kaiserin Augusta besuchte alljährlich bis wenige Wochen vor ihrem Tod die Stadt Koblenz, ihr „rheinisches Potsdam“. Sie starb infolge der fälschlich sogenannten Russischen Grippe am 7. Januar 1890 im Alten Palais Unter den Linden, wenige Tage nachdem sie sich bei einem Neujahrsempfang erkältet hatte.[20] Augusta wurde im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg neben ihrem Ehemann beigesetzt.
Rezeption
19. Jahrhundert
Da Bismarck seit der Revolution von 1848 mit Augusta in keinem guten Verhältnis stand, zeichnete er in seiner Autobiographie, den Gedanken und Erinnerungen, ein negatives Bild der Kaiserin: Sie hätte einen schädlichen Einfluss auf Wilhelm I. ausgeübt und sei aufgrund ihrer Sympathien für die französische und englische Kultur unpatriotisch veranlagt gewesen.[21] Bismarck warf ihr auch vor, eine „Landesverräterin“ gewesen zu sein, welche Staatsgeheimnisse an die französische Botschaft weitergegeben habe. Ihre pazifistische Haltung sei realitätsfern und ihre Intrigen hätten ihm die Führung der Staatsgeschäfte erschwert.[22] Der preußische Ministerpräsident und Reichskanzler schrieb der Kaiserin ein „Bedürfniß des Widerspruchs" zu: Wenn er auf einen konservativen Kurs schwenkte, habe sie einen liberalen Personenkreis versucht zu befördern. Agierte er dagegen liberaler, habe sich die Kaiserin auf die Seite der Konservativen und Katholiken gestellt. Bismarck meinte, dass Augusta nur während der sogenannten Neuen Ära nicht gegen die preußische Regierung opponierte. In dieser Phase habe sie sich in der Ministerwahl durchsetzen können.[23] Die Historikerin Petra Wilhelmy kommt zu dem Ergebnis, dass Bismarck Augusta „bis zu einem gewissen Grade Unrecht tat“. Die Monarchin habe nicht aus einem prinzipiellen „Widerspruchsgeist“ zu seiner Politik agiert, sondern sei im Gegensatz zum Reichskanzler vergleichsweise liberal gesinnt und konfessionell tolerant gewesen.[24]
Da im 19. Jahrhundert Augustas politisches Wirken aufgrund der Auseinandersetzung mit Bismarck als gering eingestuft wurde, konzentrierten sich die Urteile auf ihre repräsentative Rolle in der Monarchie. Wie andere Fürstinnen musste sie dem vorherrschenden Rollenbild entsprechen, das heißt sich im Bereich der karitativen Wohltätigkeit und der königlichen Nachrichtenübermittlung betätigen, letzteres besonders während der kriegsbedingten Abwesenheiten Wilhelms. Aus Sicht der Zeitgenossen schien Augusta dafür nur teilweise geeignet. Sie zeigte zwar als Schirmherrin vieler „Vaterländischen Frauenvereine“ Präsenz. Abgesehen von diesem Engagement für die Verwundetenpflege und Mädchenbildung hielt sie sich öffentlich jedoch meist zurück.[25] Die Illustrirte Zeitung kritisierte am 27. Juli 1867, dass Augusta „den größten Theil des Jahres außerhalb der Residenz verlebt, auf ihrem Lieblingssitz zu Koblenz oder in Karlsruhe bei der Tochter, oder in einem deutschen Bad, wo sie die gewöhnliche Cur gebraucht“. Kritik erregte auch, dass sie in der Hauptstadt für eine Monarchin recht unscheinbar in Erscheinung trat.[26] Laut Katrin Feuerstein-Praßer war Augusta außerhalb von Koblenz zu ihren Lebzeiten nie populär. Die Historikerin führt dies darauf zurück, dass Augusta zum einen Schwierigkeiten damit gehabt hätte, intensive Kontakte zu der preußischen Elite zu pflegen. Zum anderen habe es Aufsehen erregt, dass sie überwiegend auf Französisch sprach und schrieb. An den deutschen Höfen war dies in der Reichsgründungszeit schon nicht mehr üblich.[27]

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In Deutschland führen einige Straßen und Krankenhäuser die Kaiserin im Namen. Ursprünglich waren auch manche höhere Schule für Mädchen nach ihr benannt. Vereinzelt wurden ihr auch Denkmäler gewidmet.[28] In Koblenz, wo Augusta jahrelang residiert hatte, wurde 1893 für einen Denkmalbau ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Bruno Schmitz für sich entschied. Bis 1896 errichtete er zusammen mit dem Bildhauer Karl Friedrich Moest das Kaiserin-Augusta-Denkmal.[29] Eine Figur der Kaiserin steht in der Mitte der Anlage. Eine baldachinförmige Vertiefung des Denkmals umfängt die Figur rücklings. Die Verzierungen weisen symbolisch auf Augustas Engagement für das Rote Kreuz und die Stadt Koblenz hin.[30]
Ausstellungen
- 2017: Augusta von Preußen – die Königin zu Gast in Branitz.
- Mit der Ausstellung „Die Kaiserin aus Weimar. Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach“, präsentierte die Geburtsstadt Weimar im Rahmen der Reihe „Varietas – Neues aus den Museen“ Einblicke in das Leben der Prinzessin und späteren Kaiserin. Die Exposition war vom 9. Oktober bis 13. November 2011 im Weimarer Schlossmuseum zu sehen.[31]
Bauwerke, Plätze, Straßen
Nach Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach wurden benannt:
- Kaiserin-Augusta-Kirche (Gnadenkirche) im Invalidenpark, neben dem Invalidenfriedhof, in Berlin-Mitte
- Königin-Augusta-Schule in Tilsit
- Kaiserin Augusta-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg, heute Ludwig-Cauer-Grundschule
- Kaiserin-Augusta-Schule in Köln
- Kaiserin-Augusta-Gymnasium, seit 1948 Görres-Gymnasium in Koblenz
- Augusta-Schule in Cottbus
- Kaiserin-Augusta-Platz in Breslau bis 1945, heute Parkanlage.
- Kaiserin-Augusta-Stift in Berlin-Charlottenburg, später in Potsdam bis 1945, heute Wohnanlage
- Kaiserin-Augusta-Hospital in Berlin-Mitte
- Kaiserin-Augusta-Kinderheilanstalt in Schönebeck-Bad Salzelmen
- Kaiserin-Augusta-Krankenhaus in Koblenz, im Zweiten Weltkrieg zerstört
- Augusta-Krankenhaus in Düsseldorf-Rath
- Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum
- Augusta-Hospitäler in Isselburg-Anholt, Breslau, Köln und Lüneburg
- Königin-Augusta-Halle bzw. Königin-Augusta-Passage in Köln
- Kaiserin-Augusta-Anlagen in Koblenz
- Königin-Augusta-Straße in Berlin-Tiergarten und Berlin-Kreuzberg, jetzt Reichpietschufer
- Königin-Augusta-Ufer, später Kaiserin-Augusta-Ufer bzw. -Promenade in Berlin, jetzt Reichpietschufer
- Königin-Augusta-Allee in Berlin-Lichtenrade, um 1930 aufgegeben
- Kaiserin-Augusta-Straße in Berlin-Lichtenrade, jetzt Rangsdorfer Straße, Berlin-Tempelhof, Berlin-Niederschönhausen, jetzt Tschaikowskistraße und Berlin-Tiergarten, jetzt Köbisstraße
- Kaiserin-Augusta-Allee in Berlin-Charlottenburg, Berlin-Moabit
- Kaiserin-Augusta-Ring in Koblenz, heute Moselring
- Kaiserin-Augusta-Bad in Baden-Baden, 1962 abgerissen[32]
- Kaiserin-Augusta-Brücke in Berlin-Moabit
- Kaiserin-Augusta-Schacht in Oelsnitz/Erzgeb., später Karl-Liebknecht-Schacht und heute Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge
- Augustastraßen in Aachen, Augsburg, Bad Salzuflen, Beckum, Bergkamen, Berlin-Lichterfelde, Berlin-Wilmersdorf (jetzt Blissestraße), Betzdorf, Bielefeld, Bocholt, Bonefeld, Bonn-Bad Godesberg, Bruchmühlbach-Miesau, Bünde, Castrop-Rauxel, Dinslaken, Donaueschingen, Dorsten, Duisburg-Baerl, Duisburg-Homberg-Hochheide, Düsseldorf, Eisenach, Elz (Westerwald), Eschwege, Ettlingen, Flensburg, Fürstenberg/Havel, Fulda, Gelsenkirchen, Görlitz, zwischenzeitlich Dr.-Külz-Straße, Großkrotzenburg, Gütersloh, Gummersbach, Hagen, Halle (Saale), Hamburg, Hamm-Bockum-Hövel, Hanau, Hattingen, Heidelberg, Herborn, Herdecke, Herdorf, Herne, Herten, Herxheim bei Landau/Pfalz, Hilden, Hildesheim, Höxter, Iserlohn, Isselburg, Jüchen, Kaiserslautern, Karlsruhe, Karlsruhe-Beiertheim, heute Karolinenstraße, Köln-Mülheim, Köln-Rodenkirchen, Krefeld, Kronau, Langenfeld (Rheinland), Langenselbold, Leimen (Baden), Leverkusen, Linsengericht (Hessen), Löhne, Ludwigsfelde, Lüdenscheid, Lünen, Mülheim an der Ruhr, Marl, Moers, Mudersbach, Münster, Neubrandenburg, Neumünster, Neuss, Neustrelitz, Neuwied, Oberhausen, Oberhausen-Rheinhausen, Offenburg, Oftersheim, Oranienburg, Potsdam-Babelsberg, heute Rosa-Luxemburg-Straße und An der Sternwarte, Rastatt, Remscheid, Schiffweiler, Schöningen, Schwelm, Schwetzingen, Siegburg, Silberhausen, Solingen, Stahnsdorf, Steinhagen (Westfalen), Stolberg (Rheinland), Tangerhütte, Tangermünde, Trier, Troisdorf, Trossingen, Unna, Viersen, Warstein, Wentorf bei Hamburg, Wesel, Wiesbaden, Wildberg, Witten und Wuppertal-Elberfeld
- Augustenstraße in Stuttgart
- Augusta-Allee in Bad Homburg vor der Höhe
- Augustapromenade in Aschersleben
- Augustawege in Essen-Fischlaken, Konstanz, Lübbecke und Untermeitingen
- Augustaanlage in Mannheim
- Augusta-Ufer in Berlin-Spandau
- Augustaplätze in Baden-Baden, Bad Oeynhausen, Berlin-Lichtenberg, heute Münsterlandplatz, Berlin-Lichterfelde, Dinslaken, Offenburg und Stettin, heute Lotników
Verschiedenes
- Augustaquelle in Rilchingen
- Kaiserin-Augusta-Fluss, heute Sepik, und Kaiserin-Augusta-Bucht, heute Empress Augusta Bay, bei Neuguinea
- SMS Augusta
- SMS Kaiserin Augusta
- Zeche Königin Augusta, später Zeche Kaiserin Augusta in Essen-Fischlaken, Kaiserin-Augusta-Schacht in Neuoelsnitz, 1946 in Karl-Liebknecht-Schacht umbenannt, und Augustaschacht in Hasbergen-Ohrbeck
- Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 in Koblenz, später Spandau, dann Berlin
- Augusta-Kaserne in Koblenz
- Kaiser Wilhelm und Augusta-Stiftung in Berlin, Kaiser Wilhelm-Augusta-Stiftung Altscherbitz, Hoechst, heute Höchster Pensionskasse, Wilhelm-Augusta-Stiftung in Altendorf, Bielefeld, Bonn, Daun, Krefeld, Landsberg an der Warthe, später Verein für Volkswohlfahrt in Landsberg, Lennep, Muskau, Ohligs, Schleusingen, heute Wilhelm-Augusta-Stiftung Service, Stettin, Wuppertal, Wilhelm-Augusta-Stiftung für die taubstummen Kinder in der Rheinprovinz, Wilhelm-Augusta-Stiftung in Daun zur Bekleidung armer Konfirmanden im Kreise Daun, Evangelische Stiftung Augusta in Bochum
Orden
Ihr Ehemann König Wilhelm I. verlieh ihr am 17. Januar 1861 den Hohen Orden vom Schwarzen Adler mit der Kette.[33]
Augusta-Fonds
Vorfahren
| Ahnentafel Augustas von Sachsen-Weimar-Eisenach | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Urgroßeltern | Herzog
Ernst August II. von Sachsen-Weimar-Eisenach (1737–1758) ⚭ 1756 Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel (1739–1807)
|
Landgraf
Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (1719–1790) ⚭ 1741 Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken (1721–1774) (1752–1782) |
(1728–1762) ⚭ 1745 Zarin Katharina II. von Russland (1729–1796) |
Friedrich Eugen (Württemberg)
(1732–1797) ⚭ 1753 Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg-Schwedt (1736–1798) | ||||
| Großeltern | Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach
(1757–1828) ⚭ 1775 |
Zar Paul I. von Russland
(1754–1801) ⚭ 1776 | ||||||
| Eltern | Großherzog Karl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783–1853)
⚭ 1804 Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa (1786–1859) | |||||||
| Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890) | ||||||||
Nachfahren
| Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890) ∞ 1829 Wilhelm I. (1797–1888) | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kinder | Kaiser Friedrich III. (1831–1888) | Großherzogin Luise (1838–1923) | |||||||||
| Schwiegerkinder | Kaiserin Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901) | Großherzog Friedrich I. von Baden (1826–1907) | |||||||||
| Enkel | Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) | Herzogin Charlotte (1860–1919) | Heinrich (1862–1929) | Sigismund (1864–1866) | Prinzessin Viktoria (1866–1929) | Waldemar (1868–1879) | Königin Sophie (1870–1932) | Landgräfin Margarethe (1872–1954) | Großherzog Friedrich II. von Baden (1857–1928) | Königin Viktoria (1862–1930) | Ludwig Wilhelm (1865–1888) |
Literatur
Biografien
- Friederike Charlotte Bornhak: Kaiserin Augusta. Züge aus einem fürstlichen Frauenleben, Berlin 1886.
- Otto Schrader: Augusta. Herzogin zu Sachsen, die erste deutsche Kaiserin. Züge und Bilder aus ihrem Leben und Charakter nach mehrfach ungedruckten Quellen, Weimar 1890.
- Paul von Bojanowski: Weimar und die Kaiserin Augusta, Weimar 1911.
- Heinz Bosbach: Fürst Bismarck und die Kaiserin Augusta. Diss. phil. Köln 1936.
- Marie von Bunsen: Kaiserin Augusta, Berlin 1940.
- Helmut H. Schulz: Kaiserin Augusta. Ihre Ehe mit Wilhelm I., Berlin 1996.
- Karin Feuerstein-Praßer: Die deutschen Kaiserinnen 1871–1918. Regensburg 1997, ISBN 3-492-23641-3.
Aufsätze
- Hermann von Petersdorff: Augusta, deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 89–143.
- Walter Goetz: Augusta. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 451 f. (Digitalisat).
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, 2. Teil (CD-R), München, Berlin 2004, S. 77–82.
- Alexa Geisthövel: Augusta-Erlebnisse: Repräsentation der preußischen Königin 1870, in: Ute Frevert, Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung, Frankfurt/M., New York 2005, S. 82–114.
- Georg Wagner-Kyora: Beruf Kaiserin. Die mediale Repräsentation der preußisch-deutschen Kaiserinnen 1871-1918, in: Historische Anthropologie 15/3 (2007), S. 339–371.
- Frank Lorenz Müller: „Frauenpolitik“. Augusta, Vicky und die liberale Mission, in: Ausstellungskatalog Frauensache. Wie Brandenburg Preußen wurde, Dresden 2015, S. 252–259.
- Susanne Bauer, Jan Markert: Eine „Titelaffaire“ oder „mehr Schein als Wirklichkeit“. Wilhelm I., Augusta und die Kaiserfrage 1870/71. In: Ulrich Lappenküper/Maik Ohnezeit (Hrsg.), 1870/71. Reichsgründung in Versailles. (Friedrichsruher Ausstellungen Bd. 8), Friedrichsruh 2021, S. 70–76.
Weblinks
- Denkmal der Kaiserin Augusta in Baden-Baden
- Biografie der Kaiserin Augusta
- Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. In: FemBio. Frauen-Biographieforschung (mit Literaturangaben und Zitaten).
- Nachruf auf Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. In: Neue Freie Presse, 8. Jänner 1890, S. 1 (online bei ANNO).
- Nachruf auf Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. In: Das Vaterland, 8. Jänner 1890, S. 4 (online bei ANNO).
- Christiane Kopka: 30. September 1811 - Kaiserin Augusta wird geboren. WDR ZeitZeichen vom 30. September 2021
Einzelnachweise
- Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, …, Findbuch (Hofmarschallamt): 2603a – Zeremoniell bei der Taufe der Prinzessin Maria Luise Augusta Catherina, geb. 30.9.1811, der späteren deutschen Kaiserin. In: archive-in-thueringen.de. Abgerufen am 6. Oktober 2022 (Der Taufname lautete: Maria Luise Augusta Catherina, Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach).
- Karin Feuerstein-Praßer: Augusta. Kaiserin und Preußin. München 2011, ISBN 978-3-492-26456-3, S. 41 und 44.
- Daniel Schönpflug: Die Heiraten der Hohenzollern. Verwandtschaft, Politik und Ritual in Europa 1640–1918 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 207), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-37030-8, S. 97.
- Daniel Schönpflug: Die Heiraten der Hohenzollern. Verwandtschaft, Politik und Ritual in Europa 1640–1918 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 207), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-37030-8, S. 98.
- Daniel Schönpflug: Die Heiraten der Hohenzollern. Verwandtschaft, Politik und Ritual in Europa 1640–1918 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 207), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-37030-8, S. 98–99.
- Robert-Tarek Fischer: Wilhelm I. Vom preußischen König zum ersten Deutschen Kaiser. Böhlau, Köln 2020, ISBN 978-3-412-51926-1, S. 64–65.
- Sabine Bohle-Heintzenberg: Ludwig Persius – Architekt des Königs, Baukunst unter Friedrich Wilhelm IV. Mann, Potsdam 1993, ISBN 3-7954-1586-1, S. 21.
- Heidrun Liepe, Roland Handrick: Park und Schloss Babelsberg. (Amtlicher Führer der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg), 3. Auflage, Potsdam 1999, S. 21
- Robert-Tarek Fischer: Wilhelm I. Vom preußischen König zum ersten Deutschen Kaiser. Böhlau, Köln 2020, ISBN 978-3-412-51926-1, S. 68.
- Jan Markert: Ein System von Bismarcks Gnaden? Kaiser Wilhelm I. und seine Umgebung – Plädoyer für eine Neubewertung monarchischer Herrschaft in Preußen und Deutschland vor 1888, in: Wolfram Pyta/Rüdiger Voigt (Hrsg.), Zugang zum Machthaber. (Staatsverständnisse Bd. 171) Baden-Baden 2022, S. 127–156, hier S. 133, 135.
- Jan Markert: Ein System von Bismarcks Gnaden? Kaiser Wilhelm I. und seine Umgebung – Plädoyer für eine Neubewertung monarchischer Herrschaft in Preußen und Deutschland vor 1888, in: Wolfram Pyta/Rüdiger Voigt (Hrsg.), Zugang zum Machthaber. (Staatsverständnisse Bd. 171) Baden-Baden 2022, S. 127–156, hier S. 134–135.
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, München, Berlin 2004, S. 77–82, hier S. 78.
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, München, Berlin 2004, S. 77–82, hier S. 80.
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, München, Berlin 2004, S. 77–82, hier S. 81.
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, München, Berlin 2004, S. 77–82, hier S. 80.
- Bismarck, Otto von: Gedanken und Erinnerungen. Band 2. In: deutschestextarchiv.de, abgerufen am 6. Oktober 2022.
- Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Band 1. J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, 1905.
- Karin Feuerstein-Praßer: Augusta. Kaiserin und Preußin. München 2011, ISBN 978-3-492-26456-3, S. 248.
- Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Die Emser Depesche. In zeno.org, abgerufen am 6. Oktober 2022.
- Rundschau »Deutsches Reich«. In: zefys.staatsbibliothek-berlin.de / Teltower Kreisblatt. 7. Januar 1890, abgerufen am 21. April 2013: „Die greise Kaiserin ist an der Influenza erkrankt, nachdem sie sich am Freitag bei einem Dinner … erkältet hatte“
- David E. Barclay: Großherzogliche Mutter und kaiserliche Tochter im Spannungsfeld der deutschen Politik. Maria Pawlowna, Augusta und der Weimarer Einfluß auf Preußen (1811-1890), in: „Ihre Kaiserliche Hoheit“. Maria Pawlowna. Zarentochter am Weimarer Hof, München, Berlin 2004, S. 77–82, hier S. 77.
- Andreas Rose: Die „alte Fregatte“ und ihr „Todfeind“. Augusta und der „Eiserne Kanzler“. In: Truc Vu Minh und Jürgen Luh (Hrsg.): Die Welt verbessern. Augusta von Preußen und Fürst Pückler-Muskau (= Kulturgeschichte Preußens – Colloquien. 7). 2018, S. 3 (perspectivia.net).
- Petra Wilhelmy: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780–1914). Band 73, Walter de Gruyter, Berlin, New York 1989, S. 245.
- Petra Wilhelmy: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780–1914). Band 73, Walter de Gruyter, Berlin, New York 1989, S. 246.
- Alexa Geisthövel: Augusta-Erlebnisse: Repräsentation der preußischen Königin 1870, in: Ute Frevert, Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung, Frankfurt/M., New York 2005, S. 82–114, hier S. 82 und 85.
- Alexa Geisthövel: Augusta-Erlebnisse: Repräsentation der preußischen Königin 1870, in: Ute Frevert, Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung, Frankfurt/M., New York 2005, S. 82–114, hier S. 86.
- Karin Feuerstein-Praßer: Augusta. Kaiserin und Preußin. München 2011, ISBN 978-3-492-26456-3, S. 226–227.
- Alexa Geisthövel: Augusta-Erlebnisse: Repräsentation der preußischen Königin 1870, in: Ute Frevert, Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung, Frankfurt/M., New York 2005, S. 82–114, hier S. 84.
- Marco Zerwas: Lernort Deutsches Eck. Zur Variabilität geschichtskultureller Deutungsmuster. Logos, Berlin 2015, ISBN 978-3-8325-3856-9, S. 89.
- Johanna Yeats: Bruno Schmitz (1858–1916). Reformarchitekt zwischen Historismus und beginnender Moderne. PublIQation, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7458-7010-7, S. 310.
- Elena Rauch: Ausstellung würdigt Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach. Thüringer Allgemeine, 9. November 2011, abgerufen am 21. April 2013: „Vor 200 Jahren wurde in Weimar Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach geboren. Eine Ausstellung im Schlossmuseum der Klassikerstadt erinnert an die spätere Regentin“
- Kaiserin-Augusta-Bad in Baden-Baden. In: stadtwiki-baden-baden.de, abgerufen am 6. Oktober 2022.
- Liste der Ritter des Kgl. Preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, S. 213(37).
| Vorgängerinnen | Amt | Nachfolgerin |
|---|---|---|
| Elisabeth | Königin von Preußen 1861–1888 | Victoria (Kaiserin Friedrich) |
| Titel neu geschaffen | Deutsche Kaiserin 1871–1888 | Victoria (Kaiserin Friedrich) |