Linda Teßmer
Linda Teßmer, auch Linda Tessmer, geborene Picard, (* 15. Februar 1923 in Malente[1]; † um 1999),[2] war eine deutsche Krimi- und Hörspielautorin.
Leben
Linda Teßmer war im März 1950 von Kleinmachnow nach Marwitz umgezogen. Vermutlich nach dem Tod ihres Ehemannes, Adolf Reinhold Teßmer (1908–1971), zog sie von Marwitz nach Hennigsdorf, wo sie ab Oktober 1972 in der Kirchstraße 8 gemeldet war. Hier schrieb die Autorin bis Anfang der 1980er Jahre zahlreiche Blaulicht-Erzählungen, die in der Deutschen Demokratischen Republik als Heftromane im Verlag Das Neue Berlin erschienen. Die Blaulicht-Erzählungen veröffentlichte sie anfangs bis 1976 unter dem ihrem Mädchennamen angelehnten Pseudonym Leon Picard.[3][4] Die Blaulicht-Erzählungen, die zwischen 1976 und 1984 erschienen, wurden unter ihrem richtigen Namen Linda Tessmer veröffentlicht.
Außerdem verfasste sie Hörspiele, hauptsächlich Kriminalhörspiele, für den Rundfunk der DDR, die als Radiokrimis gesendet wurden. Teilweise basierten die Hörspiele auf den literarischen Vorlagen. Mehrfach verwendete sie ihre literarischen Stoffe sowohl für einen Heftroman als auch für ein Kriminalhörspiel. Sie war auch die Autorin der zwölf-teiligen Hörspielserie Gemeindeschwester Erika (1982), Regie: Klaus Zippel, u. a. mit Dagmar Dempe und Gertrud Brendler als Sprecherinnen der Hauptrollen.
Mit Erreichung des DDR-Rentenalters für Frauen (60 Jahre) stellte Linda Teßmer im Oktober 1983 den Antrag auf Entlassung aus der DDR-Staatsbürgerschaft und Übersiedlung in die Bundesrepublik. Der legale Verzug zu ihrem Halbbruder nach Elberfeld erfolgte am 18. Januar 1984.[5] Zuletzt lebte Linda Teßmer, die 1999 starb, wieder in Malente.[6]
Werke
Kriminalerzählungen als Leon Picard
- Zwischen neun und zehn. (Blaulicht 101). Berlin. Das Neue Berlin, 1969.
- Zwischen Abend und Morgen. (Blaulicht 131). Berlin. Das Neue Berlin, 1971.
- Überfall in Bärenau. (Blaulicht 135). Berlin. Das Neue Berlin, 1972.
- Der Tote im Dornbusch. (Blaulicht 148). Berlin. Das Neue Berlin, 1973.
- Am schwarzen Mann. (Blaulicht 168). Berlin. Das Neue Berlin, 1976.
Kriminalerzählungen als Linda Tessmer
- Iltisfang 19. (Blaulicht 172). Berlin. Das Neue Berlin, 1976.
- Gefährlicher Job. (Blaulicht 180). Berlin. Das Neue Berlin, 1977.
- Der letzte Besuch. (Blaulicht 196). Berlin. Das Neue Berlin, 1979.
- Das Alibi bin ich. (Blaulicht 200). Berlin. Das Neue Berlin, 1980.
- Ein Toter zuviel. (Blaulicht 205). Berlin. Das Neue Berlin, 1980.
- Lepinal. (Blaulicht 207). Berlin. Das Neue Berlin, 1980.
- 20 Uhr Erlenpark. (Blaulicht 227). Berlin. Das Neue Berlin, 1983.
- War es Mord?. (Blaulicht 232). Berlin. Das Neue Berlin, 1984.
Hörspiele
- 1973: Am schwarzen Mann, Regie: Joachim Staritz, (Rundfunk der DDR)
- 1975: Der Fall Tina Bergemann. Regie: Hannelore Solter, (Rundfunk der DDR)
- 1976: Kennzeichen: Rosa Nelke, Regie: Fritz Göhler, (Rundfunk der DDR)
- 1976: Das Handicap, Regie: Klaus Zippel, (Rundfunk der DDR)
- 1977: Gefährlicher Job. Regie: Wolfgang Brunecker, (Rundfunk der DDR)
- 1978: Das Alibi bin ich. Regie: Horst Liepach, (Rundfunk der DDR)
- 1978: Der Überfall, Regie: Ingo Langberg, (Rundfunk der DDR)
- 1981: Der letzte Besucher. Regie: Werner Grunow, (Rundfunk der DDR)
- 1981: Ein Toter zuviel. Regie: Günter Bormann, (Rundfunk der DDR)
- 1982: Gemeindeschwester Erika, Hörspiel-Serie in 12 Folgen, Regie: Klaus Zippel, (Rundfunk der DDR)
- 1982: Gesucht wird Heiko, Regie: Detlef Kurzweg, (Rundfunk der DDR)
- 1983: Einundzwanzig Uhr Erlenpark, Regie: Fritz-Ernst Fechner, (Rundfunk der DDR)
- 1983: Indra Sing, Regie: Detlef Kurzweg, (Rundfunk der DDR)
Weblinks
- Blaulicht-Krimis; Titel und Cover Nr. 1–285
- Suche Linda Tessmer in der ARD-Hörspieldatenbank
- Radio Krimi: Der Fall Tina Bergemann - Linda Teßmer; Hörspiel auf YouTube
- Radio Krimi: Das Handikap - Linda Teßmer; Hörspiel auf YouTube
Einzelnachweise
- Meldeauskuft Stadt Hennigsdorf vom 7. Februar 2023
- Kürschners Deutscher Literaturkalender 2000/2001 verweist auf S. 1105 die Autorin mit * in den Nekrolog, ohne dass allerdings dort ihre Lebensdaten näher ausgewiesen werden.
- Das Neue Berlin, 1972 - 1973 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. BAM. Portal zu Bibliotheken Archiven Museen. Abgerufen am 26. April 2015
- Das Neue Berlin Bestand im Bundesarchiv. Abgerufen am 26. April 2015
- Auskunft des Stadtarchivs Hennigsdorf vom 10. Februar 2023
- Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1998, S. 1204, Eintrag ohne Geburtsangaben