Lockbit
Lockbit ist eine russischsprachige Gruppe, welche Ransomware-as-a-Service betreibt.[1]
Die Gruppe kam zuerst mit einer Schadsoftware ABCD im Jahr 2019 auf. Seit dem Jahr 2020 gibt es die Ransomware Lockbit, mit der auch ein Affiliate-Programm besteht. Anschließend haben sie im selben Jahr eine Website auf geschaltet, indem die Gruppe die erbeuteten Daten entweder bei Nichtbezahlen der Forderung veröffentlichen oder bei Bezahlen ausgehändigt und zerstört. Im Juni 2021 kam Lockbit 2.0 heraus, welches auch ein Tool namens StealBit enthält. StealBit konnte den Datenabfluss automatisieren. Im Juni 2022 kam Lockbit 3.0 heraus. Diese Version enthält auch ein Bugbounty-Programm. Man erhoffte sich so Hinweise auf Schwachstellen im verschlüsselten Messenger TOX oder allgemein Schwachstellen bei Tor.[2][3]
Die größte Attacke von Lockbit bis 2021 war auf Accenture. Lockbit konnte im Jahr 2021 6 Terabyte an Daten von der Beratungsfirma entwenden. Eine Forderung von 50 Millionen Dollar wurde für die Daten gemacht. Jedoch hat Accenture ihre Daten aus Backups wiederherstellen können und der normale Geschäftsverlauf konnte weitergehen.[4][2]
Als weitere große Attacke wurde Ende August gegen den Autozulieferer Continental AG bekannt. Dabei drang Anfang Juli 2022 Lockbit in das Netzwerk vom Konzern ein und erbeuteten insgesamt 40 TB an Daten. Man vermutet, dass ein Mitarbeiter eine Schadsoftware startete welche per Phishing in das Unternehmen kam. Am 4. August 2022 bemerkte Continental, dass jemand in die IT Eingedrungen sei und entfernte mit Hilfe eines externen IT-Dienstleisters den Schädling. Eine Pressemitteilung des Unternehmens veröffentlichte den Vorfall, wobei man betonte, dass der Angriff abgewendet worden sei. Anfang November jedoch veröffentlichte Lockbit einen Screenshot der Verhandlungen, dass diese gescheitert seien. Continental musste darauf hin zugeben, dass man erpresst worden sei. Mitte November kam eine Liste aller erbeuteten Dateinamen mit 54 Millionen Einträgen im Darknet auf, mit der Forderung 40 Millionen Dollar zu zahlen, ansonsten würde man die Dateien anderweitig verkaufen. In dieser Liste finden sich Dateinamen die darauf hindeuten, dass es Geheimhaltungserklärungen mit anderen Firmen aus der Automobilbranche handelt. Weitere Dateien könnten den Jahresabschluss oder den Verwaltungsrat als Thema haben. Auch Dateien zur IT-Administration sind dabei oder Dateien, welche die Gesundheit einzelnen Mitarbeiter betreffen. Gemäß Zeit Online sind die Mitarbeiter nur zögerlich über den Vorfall informiert worden und erst Anfang November gab man an alle Mitarbeiter eine Information über den Vorfall.[5]
Einzelnachweise
- https://www.wired.co.uk/article/lockbit-ransomware-attacks. In: wired.co.uk. Wired, abgerufen am 2. Februar 2022.
- LockBit. 8. Februar 2022, abgerufen am 20. August 2022 (englisch).
- Dirk Knop: Lockbit-Ransomware-Gruppe stellt sich professioneller auf. Die Erpresserbande hinter der Ransomware Lockbit hebt den Professionalisierungsgrad auf eine neue Stufe. Sogar ein Bug-Bounty-Programm hat sie aufgelegt. Abgerufen am 20. August 2022 (Autorenkürzel dmk).
- Pierluigi Paganini: Accenture discloses data breach after LockBit ransomware attack. IT and consulting giant Accenture confirmed a data breach after the ransomware attack conducted by LockBit operators in August 2021. 15. Oktober 2021, abgerufen am 20. August 2022 (englisch).
- Eva Wolfangel: Wenn die psychischen Probleme der Angestellten im Netz landen. Es geht um 40 Terabyte Daten: Der Autozulieferer Continental wird seit einem Cyberangriff erpresst. Im Netz kursiert nun eine Liste mit Dateinamen – sie sind hochbrisant. In: Zeit Online. Zeit Online GmbH, 2. Dezember 2022, abgerufen am 2. Dezember 2022.