Maria Rave-Schwank
Maria Rave-Schwank (* 1935 in Karlsruhe) ist eine deutsche Psychiaterin.
Maria Rave-Schwank studierte Medizin an der Universität Heidelberg. Ihre Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie absolvierte sie an der der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie arbeitete in verschiedenen psychiatrischen Kliniken, ab 1979 ärztliche Direktorin des Psychiatrischen Krankenhauses Philippshospital Riedstadt und publizierte einschlägige Beiträge zur psychiatrischen Krankenpflege. Ihr gemeinsam mit Christa Winter-von Lersner verfasstes Lehrbuch Psychiatrische Krankenpflege erschien zwischen 1974 und 1997 in insgesamt sieben Auflagen. Daneben wirkte sie als Kustodin der Sammlung Prinzhorn für bildnerische Kunst aus psychiatrischen Anstalten.
1990 wurde sie ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Nach ihrer Verrentung erarbeitete sie ehrenamtlich zusammen mit einer regionalen Gruppe der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie ein Gedenkbuch zu den mehreren Hundert Opfern der Euthanasie im Nationalsozialismus in Karlsruhe, das sie 2020 in Verbindung mit dem Stadtarchiv Karlsruhe herausgab.
Im Januar 2023 erhielt Maria-Rave-Schwank für ihr langjähriges Engagement das vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz, das ihr der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup überreichte.[1]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- (mit Christa Winter-von Lersner): Psychiatrische Krankenpflege. Eine praktische Einführung für Schwestern und Pfleger . G. Fischer, Stuttgart 1974. ISBN 978-3-437-00150-5 (5., neu bearb. u. erw. Aufl. 1990, ISBN 978-3-437-00468-1; unter dem Titel Psychiatrische Pflege in 7., überarbeiteter Auflage 1997, ISBN 978-3-437-25318-8)
- (Hrsg.): Gesundheit und Erziehung in interkulturellen Gruppen. Beispiele aus der Praxis. Mabuse-Verlag, Frankfurt a. M. 2014, ISBN 978-3-86321-213-1
- (Hrsg.) Gegen die Macht des Vergessens. Gedenkbuch für die Karlsruher Euthanasie-Opfer der Aktion T4 . INFO-Verlag, Karlsruhe 2020, ISBN 978-3-96308-049-4
- Aufbruch in die Psychiatrie. Erinnerungen 1960–2020 . Psychiatrie-Verlag, Köln 2022, ISBN 978-3-96605-197-2
Literatur
- Martina Erhard: Eine prägende Persönlichkeit. Maria Rave-Schwank erhält Bundesverdienstkreuz. In: Badische Neueste Nachrichten, 14. Januar 2023, S. 26.
Weblinks
- Literatur von und über Maria Rave-Schwank im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- SWR-Gespräch: Ein Leben für die seelisch Kranken und Behinderten – die ehemalige Psychiaterin Maria Rave-Schwank, in: SWR3, 20. Mai 2020
- Ludwig-Marum-Preis 2018 mit Angaben zum Lebenslauf
Einzelnachweise
- Maria Rave-Schwank aus Karlsruhe erhält Bundesverdienstkreuz. In Badische Neueste Nachrichten online. 13. Januar 2023. Unter dem Titel Eine prägende Persönlichkeit. Maria Rave-Schwank erhält Bundesverdienstkreuz in der gedruckten Ausgabe am 14. Januar 2023, Seite 26.