Martin Hauffe

Friedrich Felix Martin Hauffe (* 20. Oktober 1886 in Dahlen (Sachsen); † 1973) war ein deutscher Offizier und Funktionär sowie Verwaltungsleiter.

Leben und Wirken

Er war der Sohn von Friedrich Wilhelm Hauffe und dessen Ehefrau Karoline Wilhelmine geborene Schlegel. Nach dem Schulbesuch schlug er eine militärische Laufbahn ein und stieg bis zum Hauptmann auf. Als solcher wurde er Vorsitzender des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten in Bezirk und Stadt Dresden. In dieser Funktion war er u. a. Mitorganisator des Gautreffens des Stahlhelm-Gaues „Ostsachsen“ in Großenhain am 25./26. Oktober 1930. Im Dezember 1932 musste er schärfste Kritik und Anfeindung über sich ergehen lassen, da in einem vom Stahlhelm herausgegebenen Kalender für die jüdische Firma „Pintas“, die ein Sponsor des Stahlhelm war, geworben wurde. Im Oktober 1933 sprach er neben dem NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann auf dem Brigadetreffen in Chemnitz anlässlich der Unterstellung des Stahlhelms unter die SA und am 9. November 1933 organisierte er eine große Wahlkampfveranstaltung in Dresden, auf der neben Hauffe auch Franz Seldte sprach.

1934 wurde er Landesführer Sachsen des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). Mit der Verordnung des Sächsischen Ministers des Inneren zum Uniform- und Versammlungsverbot des „Stahlhelms“ in Sachsen vom 30. Juli 1935 stand auch das Ende von Hauffes Funktion als Landesführer des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes bevor. Seine letzte Aktivität als solcher war eine Rede gelegentlich des letzten Führerappells des Landesverbandes Sachsen im NSDFB am 16. November 1935 im Vereinshaus zu Dresden, die später auch in Druck erschien. In seinem Aufsatz „Die ganze Kompanie“ hatte er sich im kurz vor dem Verbot 1935 erschienenen Druckwerk „Der NSDFB (Stahlhelm)“ nochmals öffentlich zu Adolf Hitler bekannt.

1945 hatte er den Dienstrang Oberstleutnant, was eine Beteiligung am Zweiten Weltkrieg nahelegt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er am 2. Juni 1945 zum Geheimen Kabinettsrat durch Friedrich Fürst von Hohenzollern ernannt, dessen Verwaltung er fortan leitete.[1] 1951 wurde das beschlagnahmte Schloss Sigmaringen wieder der fürstlichen Familie überlassen.

Nach Kriegsende bemühte sich Hauffe um die Aufklärung des Verbleibs von früheren führenden Stahlhelm-Angehörigen.[2]

Am 29. Mai 1952 erhielt Martin Hauffe das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Familie

Am 9. März 1911 heiratete Hauffe in Dresden Ilva Algunde Franziska Vogel, Tochter des promovierten Philosophen Max Benno Vogel aus Chemnitz. Die Ehe wurde am 10. Dezember 1925 geschieden.

Literatur

  • Rede des Landesführers Hauptmann a. D. Martin Hauffe, geh. gelegentl. d. letzten Führerappells d. Landesverbandes Sachsen im N. S. Dt. Frontkämpfverbund [Stahlhelm] am 16. Nov. 1935 im Vereinshaus zu Dresden. Dresden 1935.
  • Ulrich Gundelach: Der nationale Wehrgedanke in der Weimarer Republik. 1977, S. 455.

Einzelnachweise

  1. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/42QTL5KURZ3JOGT23GNQJUOFCZIUBFFL Ernennungsurkunde][
  2. Eintrag in der Deutschen Digitalen Bibliothek
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