Martin Kugler
Martin Kugler (* 1630; † 12. August 1682 in Sankt Margarethen im Burgenland[2]) war ein Steinmetzmeister und Bildhauer im Handwerk der Steinmetzen und Maurer zu St. Margarethen.






Er war der Begründer der St. Margarether Kugler–Steinmetzdynastie mit 14 Meistern.
Leben
Lehre in der Wiener Dombauhütte
Im Bruderschaftsbuch der Wiener Dombauhütte zu St. Stephan in Wien ist die Aufdingung des Lehrlings Martin am 3. Juli 1646 durch Steinmetzmeister Peter Concorz dokumentiert.[3]
Handwerk der Steinmetzen und Maurer in St. Margarethen
Zwischen den Haupthütten zu Wien, auch Wiener Neustadt entstand ein intensiver Schriftverkehr mit den Steinbruchzentren zu St. Margarethen und dem Kayserl. Steinbruch am Leithaberg.
Schreiben der Wiener Meister vom 2. Februar 1647 an die Herren von Eisenstadt
„auszugsweise: ... wegen unserer in Handten habenden Neuen Khayserlichen Freyheit samt dem Patent, daß Ihr ein vidimierte Abschrift von uns nehmet ...“
1653 entstand am Steinbruch eine eigene Steinmetzzunft, der sich auch die fürstlichen Steinmetze in Eisenstadt anschlossen. Steinmetzmeister Hans Peichtmann war Gründungsmitglied und erster gewählter Unterzechmeister der Zunft.[4] Sie waren der Wiener Dombauhütte incorporiert.
Familie
Der Steinmetz Martin heiratete Elisabeth N., wohl die Tochter eines Steinmetzmeisters, da sie sich nach seinem Tode als Witwe wieder mit einem Steinmetzmeister verheiratete. 1666 wurde er Meister in der St. Margarethener Steinmetzzunft[5]. Im Jahr darauf erfolgte die Geburt des Sohnes Adam.[6] Sohn Michael wurde am 28. Juni 1678 geboren.[7]
- Meister Martin Kugler erhielt das Ehrenamt des Kirchenvaters und war Stifter eines Sebastianaltars.
Das Bürgerhaus, Hauptstraße 173 ist das älteste Steinmetzhaus im Dorf, mit Arkaden, Kleinplastiken und einer Madonna in einer gassenseitigen Nische, es wird Kugler zugeordnet. Das Haus ist traufenseitig modernisiert worden.
Werke
Stephansdom in Wien
St. Margarethener Kalksandstein#Historische Bedeutung
Mit Meister Martin Kugler ist keine Verbindung zum Stephansdom dokumentiert, ab 1841 wurde im Römersteinbruch die Stephanswand etabliert.
Das Lieblingsmotiv auf seinen Bildstöcken waren die ,,Arma Christi” (Leidenswerkzeuge).
Pietá bei der St. Georgner Sandstätte 1672
Steinmetzzeichen aus 1672 am Kapitell der Pietásäule bei der Sandgrube von St. Georgen am Wallfahrtsweg nach Loretto, an der Hottergrenze Eisenstadt und St. Georgen. Zeichen beidseitig mit Initialen und Ornamenten.[8]
Figurenbildstock hl. Sebastian in Pernitz
In Pernitz ein reich reliefierter quadratischer Schaft bezeichnet 1674 mit Steinmetzzeichen, darauf Statue hl. Sebastian.
Ecce Homo Großhöflein auf der Straße nach Kleinhöflein 1677
Ecce Homo an der Straße von Großhöflein nach Kleinhöflein, bezeichnet 1677.
Tod
Meister Martin Kugler starb am 12. August 1682. Witwe Elisabeth Kuglerin verheiratete sich mit dem Steinmetz Adam Toll, der 1687 die Meisterprüfung ablegte.[9]


Nachkommen
Sohn Adam war von 1694 bis 1755 Steinmetzmeister, war 1723–1724 Marktrichter in St. Margarethen. Meister Adam verwendete in den ersten Jahren seiner Tätigkeit als junger Unternehmer auf seinen Rechnungen an das Rentamt der Herrschaft S. Margarethen das geerbte Petschaft mit dem Steinmetzzeichen seines Vaters Martin Kugler. Bis er sich ein Siegelwerkzeug mit dem eigenen Zeichen anschaffte.
Anmerkung
Josef Altenburger, Steinmetzforscher aus St. Margarethen, sprach 1992 bei der Präsentation des Buches „Elias Hügel, Hofsteinmetzmeister“ im Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch „Begleitende Worte“. Martin Kugler war in seinen Augen der Vorläufer für Elias Hügel.[10]
Literatur
- Josef Altenburger[11]: Steinmetzzeichen im Burgenland. Ein kulturhistorischer Beitrag zur Zunftgeschichte. In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 88, Heft 2, 1988, S. 62–74 (zobodat.at [PDF]).
- Karl Ginhart: Die Denkmale des politischen Bezirkes Eisenstadt und der freien Städte Eisenstadt und Rust. Herausgegeben vom kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Band XXIV. Benno Filser Verlag, Wien 1932, St. Margarethen S. 277 ff.
Weblinks
- Kunstwerke am Wegesrand. Bildstöcke und Kapellen der Marktgemeinde St. Margarethen. Die Steinmetzzunft von St. Margarethen.
- Ecce Homo-Bildstock St. Margarethen Restaurierung
- Geologische Bundesanstalt: Gaissriegel (Osliper Betonwerk)
- Geologische Bundesanstalt: St. Margarethen (Hummel)
Einzelnachweise
- Ein Dorf voll „edler Steine.“ In: Josef Altenburger: Erinnerungen an ein Leben im Dorf. St. Margarethen 2000, S. 191.
- Diözesanarchiv Eisenstadt Matriken St. Margarethen 1682.
- Kugler Martin, Andreas, Paul. In: Otto E. Plettenbacher: Geschichte der Steinmetze von Wien im 17. Jahrhundert. Eine wirtschafts- und kulturhistorische, als auch soziologische Untersuchung. Dissertation, Universität Wien 1960, S. 273.
- Eintragung im Zunftbuch vom 24. August 1653.
- Eintragung im Meisterbuch des St. Margarethener Steinmetzhandwerkes.
- Der Todestag ist durch das Epitaph und die Sterbematriken für den 17. August 1755 dokumentiert. Dort wird sein Lebensalter mit 88 Jahren angegeben.
- Diözesanarchiv Eisenstadt Matriken St. Margarethen Taufbuch 1678.
- Kugler Martin. In: Eisenstädter bildende Künstler und Handwerker der Barockzeit. Biographische Daten und Werke (= Burgenländische Forschungen. 105). Amt der Burgenländischen Landesregierung – Hauptreferat Landesarchiv und Landesbibliothek, Eisenstadt 2013, ISBN 978-3-901517-77-8, S. 98.
- Eintragung im Zunftbuch der St. Margarether Steinmetzzunft, Meister am 16. August 1687.
- Begleitende Worte von Josef Altenburger. In: Helmuth Furch: Mitteilungen des MuKV Kaisersteinbruch. Nr. 23, Dezember 1992, S. 6 f.
- regiowiki Josef Altenburger