Matka-Canyon
Der Matka Canyon (mazedonisch-kyrillisch Кањон Матка) ist eine Schlucht, welche sich etwa 17 Kilometer südwestlich der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje befindet. Mit einer Fläche von etwa 5000 Hektar ist der Matka Canyon eines der beliebtesten Outdoor-Reiseziele in Nordmazedonien und beherbergt mehrere mittelalterliche Klöster. Der Matka-See im gleichnamigen Canyon ist zudem der älteste künstliche See des Landes. Der Matka Canyon ist zum großen Teil aufgrund seiner Nähe zu Skopje ein beliebtes Ziel für Bürger und Touristen. Der Canyon ist zudem ein wichtiges alpines Kletterzentrum in Nordmazedonien. Kajakfahren auf dem Treska-Fluss ist eine beliebte Aktivität, ebenso wie Bergwandern, Angeln, Jagen und Schwimmen.[1]


Geologie
Es gibt zehn Höhlen im Matka Canyon, von denen die kürzeste 20 Meter und die längste 176 Meter lang ist. Die Schlucht weist auch zwei vertikale Gruben auf, die sich beide ungefähr 35 Meter in die Tiefe erstrecken. Die am rechten Ufer des Treska-Flusses gelegene Vrelo-Höhle wurde im New 7 Wonders of Nature-Projekt als eines der Top 77 besten Naturstätten der Welt aufgeführt. Die Vrelo-Höhle hat viele Stalaktiten, darunter einen großen in der Mitte der Höhle, der aufgrund seiner Form als „Kiefernzapfen“ bekannt ist. Am Ende der Höhle existieren noch zwei Seen. Der kleinere See ist an seiner längsten Stelle 8 Meter und an seiner tiefsten Stelle 15 Meter tief. Der größere See ist an seiner längsten Stelle 35 Meter und an seiner tiefsten Stelle 18 Meter lang.
Obwohl die genaue Tiefe der Höhle unbekannt ist, spekulieren einige, dass es sich um die tiefste Unterwasserhöhle der Welt handeln könnte.
Flora und Fauna
Der Matka Canyon beherbergt eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren, von denen einige in der Region einzigartig sind. Ungefähr 20 % der Pflanzenwelt von Matka ist endemisch und kommt nur hier vor. Die Schlucht ist auch die Heimat von 77 einheimischen Schmetterlingsarten sowie der giftigsten Schlange Südeuropas, der Hornotter. Die Höhlen der Schlucht beherbergen große Populationen von Fledermäusen.[2]
Kirchen und Klöster
Aufgrund der Besonderheiten des Geländes selbst und der schwierigen Zugänglichkeit, die mehr Sicherheit bot, wurden in der Vergangenheit in der Matka-Schlucht eine Vielzahl von Kirchen und Klöstern und anderen Sakralbauten errichtet. Aufgrund der vielen Kirchen und Klöster trägt Matka auch den Namen Sveta Gora, angelehnt an Athos. Heute sind die meisten Kirchen aus dem Mittelalter vorhanden, einige sind jedoch in Ruinen oder nur noch ihre Fundamente vorhanden. In der Matka-Schlucht gibt es folgende Kirchen und Klöster:
- Kloster „Sveti Nikola Šiševski“ (Nikolaus-Kirche von Šiševo)
- Kloster „Uspenie na Presveta Bogorodica“ (Mariä-Entschlafens-Kirche)
- Kirche „Sveti Andreja“ (Apostel-Andreas-Kirche)
- Kirche „Sveti Spas“ (Christi-Himmelfahrt-Kirche) mit Resten der frühchristlichen Kirchen „Sveta Troica“ (Dreifaltigkeits-Kirche) und „Sveti Georgi“ (Georgs-Kirche)
- Kirche „Sveta Nedela“ (Heilige Kyriaki; in Ruinen)
Neben den hoch in der Matka-Schlucht gelegenen religiösen Sakralbauten befinden sich die Überreste der ehemaligen mittelalterlichen Festung Markov Grad. Es wurde zur Zeit der Ankunft der Osmanen als Zufluchtsort für die Bevölkerung und die Klosterkirchen erbaut.
Einzelnachweise
- Adam McCulloch: Top 10 European canyons and gorges for walking and hiking trips. the Guardian, 13. August 2015, abgerufen am 16. November 2022 (englisch).
- Matka Canyon. exploringmacedonia.com, abgerufen am 16. November 2022 (mazedonisch).