Mers-el-Kébir

Mers-el-Kébir (spanisch: Mazalquivir, arabisch المرسى الكبير, DMG al-Marsā al-kabīr ‚der Große Hafen‘) ist eine Hafenstadt mit etwa 18.000 Einwohnern an der Nordwestküste Algeriens, nahe der Großstadt Oran.

المرسى الكبير
Mers-el-Kébir
Mers-el-Kébir (Algerien)
Koordinaten 35° 44′ N,  43′ W
Basisdaten
Staat Algerien
Mers el-Kébir, 1953
Mers-el-Kébir, 2012

Geschichte

In dem seit der Antike bestehenden Hafen Mers-el-Kébir befand sich ein Arsenal des Almohaden Abd el-Moumen.[1] Die Katholischen Könige[2] Kastilien und Aragóns eroberten den Ort 1505.[2] Mers-el-Kébir war lange der einzige hochseetaugliche Hafen der Region. Mit der französischen Eroberung ab 1831 wurde jedoch der Hafen von Oran ausgebaut und Mers-el-Kébir blieb fortan der französischen Kriegsmarine vorbehalten.[1] Die Franzosen nannten den Landstrich die Corniche oranaise[1] und siedelten in Mers-el-Kébir vor allem italienische Fischer an.[1] 1885 hatte der Ort 1876[1] Einwohner.

Am 3. Juli 1940[1] – trotz der eigentlich bestehenden Allianz zwischen Briten und Franzosen – griff die britische Royal Navy die in Mers-el-Kébir vor Anker liegenden Schiffe der französischen Marine an, um deren mögliche Auslieferung – da Teile der militärischen und politischen Führung Frankreichs im Vichy-Regime mit den Deutschen kollaborierten – an das Deutsche Reich zu verhindern (Operation Catapult). Vorher hatte sich der französische Befehlshaber geweigert, die Schiffe an die Briten zu übergeben. Militärisch war die Operation, bei der 1297[1] französische Seeleute ums Leben kamen und 351[1] verletzt wurden, nur teilweise ein Erfolg. Zwar konnten zwei Schiffe versenkt werden, doch entkam die restliche Flotte in Richtung der südfranzösischen Häfen. Dort versenkte sie sich befehlsgemäß mit dem Einmarsch der Deutschen im Jahr 1942. 1950 hatte Mers-el-Kébir 7674[1] Einwohner.

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Einzelnachweise

  1. Teddy Alzieu: Oran. In: Collection Memoire en images. Éditions Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2001, ISBN 2-84253-577-4, S. 115, 119 ff., 126.
  2. Friedrich Edelmayer: Die spanische Monarchie der Katholischen Könige und der Habsburger (1474–1700). Hrsg.: Peer Schmidt (= Universal-Bibliothek. Nr. 17039). Reclam Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-017039-7, S. 123–207, hier S. 129.
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