Netzwerk Blühende Landschaft

Das Netzwerk Blühende Landschaft ist ein offenes Forum, welches sich für die Lebensgrundlagen von Insekten in der Kulturlandschaft einsetzt. Ziel ist es, hochwertige Lebensräume zu schaffen, die insbesondere Blüten besuchenden Insekten, aber auch Vögeln und Kleinsäugern als Nahrungs-, Rückzugs- und Bruträume dienen.

Das Netzwerk wurde 2003 auf Initiative des gemeinnützigen Vereins Mellifera gegründet. Es hat sowohl Züge einer Graswurzelbewegung mit seinen 37 vor Ort aktiven Regionalgruppen als auch eines Interessenverbands für bestäubende Insekten mit übergeordneten Projekten und Zielen.

Das Netzwerk arbeitet mit Landwirten, Naturschützern, Imkern, Gärtnern, Kommunen und Wissenschaftlern zusammen und entwickelt Konzepte und Projekte für mehr Blütenvielfalt und bessere Lebensräume in der Kulturlandschaft. Historisch war das Netzwerk zunächst auf die Verbesserung der Nektarversorgung der Westlichen Honigbienen ausgerichtet. Seit 2008 hat es seinen Fokus unter der Leitung von Holger Loritz mehr und mehr auf die Gesamtheit Blüten besuchender Insekten (Wildbienen inkl. Hummeln, Tagfaltern, Schwebfliegen und vielen weiteren) ausgedehnt. Diese Entwicklung ist auch dem Anspruch des Trägervereins Mellifera geschuldet, der mit anthroposophischem Hintergrund eine ganzheitliche Betrachtung der Landschaft für „Biene, Mensch und Natur“ propagiert.

Das gemeinnützige Netzwerk lebt durch Initiative vor Ort. Menschen aus verschiedenen Bereichen schließen sich zu Regionalgruppen zusammen, um in ihrer Region auf verschiedenen Wegen die Nahrungssituation für Blüten besuchende Insekten zu verbessern. Das Netzwerk gibt dazu Hilfestellung und unterstützt die Initiativen mit verschiedenen Infomaterialien wie Flyern, Feldschildern, Handbuch, Referentenvermittlung und vielem mehr.

Beispiele für übergeordnete Projekte

  • Durch das Projekt “BienenBlütenReich“ werden bundesweit nachhaltig erblühende Lebensräume für Bienen, Hummeln und Co. angelegt. Dabei werden mithilfe von Blühpatenschaften mehrjährige Blühflächen, Blühwiesen, Säume, gebietsheimische Staudenbeete und blühende Gehölzanlagen für Bestäuber geschaffen und gepflegt. Das Netzwerk kümmert sich hierbei um Planung, Informierung, Pflege sowie Finanzierung von Saatgut, Maschinenkosten und mehr. Partner aus Landwirtschaft, Kommunen und Privatinitiativen können sich für das Projekt halbjährlich bewerben. Klimapaten bereiten einen guten Boden, indem sie den Einsatz von Pflanzenkohle bei den Projektpartnern ermöglichen und dabei dauerhafte, zertifizierte CO2-Senken schaffen.
  • Im EU-LIFE Projekt "Insektenfördernde Regionen“ schafft das NBL gemeinsam mit anderen Organisationen und Partnern Versuchsregionen für einen ganzheitlich gedachten Insektenschutz, in dem alle Akteur*innen der Landnutzung einbezogen werden. Vom Landwirt bis zum verarbeiteten Lebensmittel werden Konzepte für eine Integration von Insektenschutz in die Wertschöpfungskette entwickelt.
  • “Landwirtschaft 5.0“ ist ein Forschungsprojekt des Netzwerk Blühende Landschaft zusammen mit der Hochschule Offenburg. Dabei wird das Zusammenwirken von Klimaschutz, Landwirtschaft und Biodiversität untersucht, wobei Biodiversitätsstreifen, Biomassestreifen, Pflanzenkohle, Agri-Photovoltaik und Agro-Elektromobilität gemeinsam zum Einsatz kommen.

Dezentrale und ehrenamtliche Tätigkeiten

Das Netzwerk besteht aus Verbindungen zu Organisationen in Naturschutz, Landwirtschaft und weiteren, die jeweils eigenständig operieren und im Netzwerk als "offenem Forum" Synergien suchen. Daneben exisitieren auch ehrenamtliche Regionalgruppen, die teils als eigene eingetragene Vereine fungieren und teils vereinsrechtlich direkt Mellifera e.V. zugeordnet sind. Die Regionalgruppen arbeiten ebenfalls weitgehend autonom und im Gegensatz zu den pilothaften und impulsgebenden Projekten und Aktivitäten der Geschäftsstelle in Form konkreter Blühflächen im direkten geografischen Umfeld der Gruppierungen.

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