Oberlin College
Oberlin College ist eine bedeutende Hochschule in Oberlin im US-Bundesstaat Ohio mit etwa 3000 Studenten.
| Oberlin College | |
|---|---|
| Gründung | 1833 |
| Trägerschaft | privat |
| Ort | Oberlin, Ohio, |
| Präsident | Carmen Twillie Ambar (seit 2017)[1] |
| Studierende | 2.953 (Herbst 2021)[2] |
| Mitarbeiter | 1.100 |
| davon Dozenten | 358 (Herbst 2021)[2] |
| Stiftungsvermögen | 1,30 Mrd. US-Dollar (2021)[3] |
| Hochschulsport | North Coast Athletic Conference |
| Website | new.oberlin.edu |


Geschichte
Das Oberlin College wurde 1833 zusammen mit der Stadt gleichen Namens von zwei presbyterianischen Geistlichen gegründet. Der Name bezieht sich auf den sozialreformerisch tätigen elsässischen Pastor Johann Friedrich Oberlin. Das College wird privat geleitet. Die beliebtesten Fächer sind Anglistik, Geschichtswissenschaft und Biologie. Zur Hochschule gehört auch das Oberlin Konservatorium, das einen hervorragenden Ruf genießt. Oberlin gilt als eine der besten US-amerikanischen Kunstakademien und ist insbesondere für seine Liberalität bekannt.
Das Oberlin College war ein Vorreiter in der Koedukation, der es sich 1834 verschrieb. Seit 1835, damals als erstes höheres Bildungsinstitut in den USA, nimmt es gleichberechtigt weiße und afroamerikanische Studierende auf.[4] Es galt als eine der „Brutstätten“ des Abolitionismus, war eine Haltestation (Nr. 99) der Underground Railroad und 1858 in eine aufsehenerregende Rettung eines entlaufenen Sklaven verwickelt (Flüchtige Sklaven mussten zu dieser Zeit auch in Staaten, in denen es keine Sklaverei gab, aufgegriffen und ihren „Besitzern“ übergeben werden).
Berühmt ist das Kunstmietprogramm des Colleges: Für eine Gebühr von 5 US-Dollar pro Semester können Studierende sich Werke berühmter Künstler wie Warhol, Dalí, Picasso an die Wand hängen. Dieses Programm wurde 1940 von der Kunstdozentin Ellen Johnson ins Leben gerufen, „um die ästhetische Sensibilität der Studierenden zu entwickeln und geordnetes Denken und Unterscheidungsvermögen auch in anderen Lebensbereichen zu fördern“.
Im Dezember 1965 erhielt das College den Status eines National Historic Landmarks zuerkannt.[5] Seit Oktober 1966 ist es als Stätte im National Register of Historic Places eingetragen.[6]
2022 wurde das Oberlin College dazu verurteilt, den Eigentümern der lokalen Bäckerei Gibson mehr als 36 Millionen Dollar Schadenersatz einschließlich Zinsen zu leisten. Nach einem Ladendiebstahl im Jahr 2016 durch Studierende des Oberlin College wurden die Eigentümer durch College-Angehörige, darunter auch Beschäftigte, des Rassismus beschuldigt. Weiterhin erfolgten offizielle Anschuldigungen durch den Studierendensenat des Colleges, und das Oberlin College beendete seine Geschäftsbeziehung mit der Bäckerei. Die Eigentümer erhoben daraufhin wegen Verleumdung Klage gegen das Oberlin College. Die Studierenden, die 2016 mutmaßlich den Ladendiebstahl begangen hatten, stellten zwischenzeitlich klar, dass sie nicht wegen ihrer Hautfarbe beschuldigt worden waren.[7]
Zahlen zu den Studierenden, den Dozenten und zum Vermögen
Im Herbst 2021 waren 2.953 Studierende am Oberlin College eingeschrieben.[2] Davon strebten fast alle, nämlich 2.942 (99,6 %) ihren ersten Studienabschluss an, sie waren also undergraduates.[2] Von diesen waren 58 % weiblich und 42 % männlich; 5 % bezeichneten sich als asiatisch, 6 % als schwarz/afroamerikanisch, 8 % als Hispanic/Latino, 61 % als weiß und weitere 11 % kamen aus dem Ausland.[2] 11 (0,4 %) arbeiteten auf einen weiteren Abschluss hin, sie waren graduates.[2] Es lehrten 358 Dozenten an der Universität, davon 308 in Vollzeit und 50 in Teilzeit.[2]
Der Wert des Stiftungsvermögens der Universität lag 2021 bei 1,296 Mrd. US-Dollar und damit 35,8 % höher als im Jahr 2020, in dem es 954,9 Mio. US-Dollar betragen hatte.[3] 2009 waren es 550 Mio. US-Dollar gewesen.
Persönlichkeiten
Dozenten
- Richard Exner (1929–2008), Literaturwissenschaftler und Lyriker
- Charles Grandison Finney (1792–1875), Theologe, ab 1835 am Oberlin Collegiate Institute
- Elisha Gray (1835–1901), Erfinder (Telegrafie)
- Jeffrey F. Hamburger (* 1957), Kunsthistoriker
- Stephen Hefling, Musikwissenschaftler
- Daniel Kinsey (1902–1970), Olympiasieger 1924
- Wendell Logan (1940–2010), Jazzmusiker und Komponist
- Edward Drake Roe (1859–1929), Mathematiker und Gründer der mathematischen Gesellschaft Pi Mu Epsilon, 1892 bis 1899 am Oberon
- Sheldon Wolin (1922–2015), Politikwissenschaftler
Absolventen
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Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
- Carmen Twillie Ambar. In: Oberlin College www.oberlin.edu > Campus Resources > Offices > Office of the President > Staff. Oberlin College, Oberlin, 15. August 2017, abgerufen am 11. Dezember 2022 (englisch).
- College Navigator – Oberlin College. In: Integrated Postsecondary Education Data System https://nces.ed.gov/ > College Navigator > Oberlin College. National Center for Education Statistics (NCES), U.S. Department of Education, Institute of Education Sciences (IES), 2022, abgerufen am 11. Dezember 2022 (englisch).
- Historic Endowment Study Data – 2021 Total Market Values. In: NACUBO-TIAA Study of Endowments. National Association of College and University Business Officers NACUBO®, 2021, abgerufen am 5. Dezember 2021 (englisch).
- National Historic Landmarks Program Oberlin College (Memento vom 17. Oktober 2007 im Internet Archive) (englisch). Eingesehen am 14. März 2010
- Listing of National Historic Landmarks by State: Ohio. National Park Service, abgerufen am 6. Februar 2020.
- Oberlin College im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 6. Februar 2020.
- Uwe Buse: Warum ein US-College einer Familie in Ohio 36 Millionen Dollar zahlen muss. In: Der Spiegel. Band 2022, Nr. 45, 6. November 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. November 2022]).