Oderbruch
Das Oderbruch ist eine Kulturlandschaft im Osten des deutschen Bundeslandes Brandenburg direkt an der polnischen Grenze. Teile erstrecken sich auf polnisches Staatsgebiet. Die ebene Landschaft ist eine ursprüngliche eiszeitliche Hohlform, in die sich der Fluss Oder eingegraben hat und ein Stromspaltungsgebiet ausbildete. Seit der Trockenlegung und Urbarmachung gilt das Oderbruch als herausragendes Beispiel der preußischen Binnenkolonisation des 18. Jahrhunderts. Im 2. Weltkrieg war es Schauplatz der größten Schlacht auf deutschem Boden.

bläulich-grün = unter 20 m NHN,
Oder im gesamten Ausschnitt deutsch-polnische Grenze
Ho-Fri-Wa = Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße
Begrifflichkeiten
Name
Der Begriff setzt sich aus dem Namen des Flusses „Oder“ und dem Wort „Bruch“ für eine zeitweilig überschwemmte Auenlandschaft zusammen. Diese Auenlandschaft, hier als „Bruch“ bezeichnet war der unzugängliche, verästelte Lauf des historischen Flusses. Dies drückte sich auch im lateinischen Namen aus. Seit dem 16. Jht. wurde die Bezeichnung „Viadrus Fluvius“ benutzt, was so viel wie „Fluss der sich durchschlängelt“ bedeutet. Das Oderbruch vor der Trockenlegung 1753 darf man sich wie den Spreewald vorstellen.
Unterscheidung in Bereiche
Entsprechend der Höhenlage (mNN) wird das Oderbruch in die beiden Hauptbereiche Oberoderbruch und Niederoderbruch unterschieden, wobei die Flussbezeichnung meist entfällt: Oberbruch und Niederbruch. Der höhere Teil, das Oberoderbruch, liegt flussaufwärts im Süden.
Die Grenze zwischen beiden Bereichen verläuft ungefähr auf der Linie Altfriedland – Kienitz, wobei an den Rändern auch Bliesdorf und Neuendorf nach Fontane dazugezählt werden. An der Ostseite kann sogar Zellin als Endpunkt (Deich Lebus – Zellin 1717) angenommen werden. Das Oberoderbruch wird auch als „Hohes Bruch“ bezeichnet.
Als weitere Unterscheidung gibt es den Bereich „Mittelbruch“. Dies ist der Bereich zwischen „Neuer-Oder-Canal“ im Osten (Güstebiese – Hohensaaten), die „Neuenhagener Insel“ im Norden, die „Wriezener Alte Oder“ im Westen und die „Alte Güstebieser Oder“ im Süden bis zur Coupierungsstelle bei Güstebiese. Das Mittelbruch deckt sich ungefähr mit dem Bereich des Altkreises Königsberg/Neumark, der sich westlich der Oder befindet. Es handelt sich also um eine Bezeichnung aus der Zeit nach 1753.
Außerdem gibt es noch den Begriff „Tiefes Bruch“, womit der Bereich zwischen Falkenberg und Oderberg gemeint ist, also die besonders niedrigen Gebiete vor dem Hang bei Liepe.
Weitere Begriffe
Der westlich des Deiches abgetrennte Bereich kann auch als Flußpolder bezeichnet werden.
Geografie

Blick vom Schiffshebewerk Niederfinow
Flächenausdehnung
Die Gebietsbezeichnung „Oderbruch“ gilt für den von der Oder durchflossenen Abschnitt, der von Lebus (Flusskilometer 593,0) im Süden bis Hohensaaten (km 665,9) im Norden reicht.
Im Osten wird das Oderbruch durch die Höhenstufe des neumärkischen Hügellands, das Land Sternberg und den Abschluss der Wartheniederung begrenzt. Die östliche Abgrenzung ist nicht der Fluss, sondern die Hänge östlich, genauso wie auch Küstrin zum Oderbruch gerechnet wird. Im Westen wird es durch die Hochflächen des Barnim und die Lebuser Platte begrenzt. Der Süden wird durch den Eintritt der Oder ins Bruch bei der Stadt Lebus definiert. Als Abschluss -Austritt- im Norden gilt die Passage bei Hohensaaten. Hinzugerechnet werden die Gemeinden, die am Rand (Hanglage) liegen und deren Gebiet sich auch in die Ebene erstreckt, wie z. B. Bad Freienwalde, Wriezen und Seelow.
Von Nord nach Süd beträgt die Länge des zentralen Bereiches (Oderberg – Lebus) fast 60 km. Die Breite schwankt zwischen 12 km im Norden und 20 km im Süden, wobei Beginn und Ende bei Reitwein und bei Oderberg schmale Engstellen mit lediglich 4 km bzw. 1,5 km Breite sind. Die „Neuenhagener Insel“ wird auch dazu gerechnet. Die Fläche beträgt ca. 780 km².
Höhenlage
Im Süden bei Reitwein beträgt die Höhenlage 14,0 m über NN, bei Letschin 7,5 m NN, bei Wriezen 4,5 m NN und bei Hohensaaten nur noch 2,0 m über NN. Von Hohensaaten sind es noch 140 Flusskilometer bis zur Ostsee. Der geringe Höhenunterschied (Wasserspiegel) bis zur Ostsee führt zu einer außerordentlichen Beruhigung des Gewässers, die besonders bei hohen Wasserständen einem schnellen Abfluss behindert und gefährlichen Rückstau bedingen kann. Im Vergleich zum geringen Längsgefälle gibt es aber ein ausgesprochenes Quergefälle des Talbodens. Der Ostteil, also dort wo der Fluss heutzutage fließt liegt ca. 3 – 4 m höher als der Westteil z. B. bei Wriezen. Das ist in jedem Falle niedriger als der mittlere Wasserstand der Oder, die ganz am östlichen Rand fließt.
Geologie
Eiszeitliche Entwicklung
Die Hohlform des Oderbruchs ist im Wesentlichen in der Weichseleiszeit entstanden und hat sich besonders in der Pommerschen Eisrandlage und deren Rückbildung ausgeformt. Dies geschah ca. 18.000 bis 15.000 Jahre v. Chr.
Zu dieser Zeit war das Oderbruch ein Abschnitt des Thorn-Eberswalder Urstomtales, das in die entstehende Nordsee entwässerte („Westabdachung“, Dalchow/Kiesel, 2005). Die auffällige Hohlform entstand aber bereits in der Elster-Kaltzeit durch einen lokal begrenzten Effekt mit einer starken Ausschürfung.
Die „Odersenke“ war dann längere Zeit mit Toteis gefüllt, sodass der Wasserabfluss noch in Richtung Nordsee (Elbe) erfolgen konnte. Als es wärmer wurde und das Toteis vollständig abschmolz (13.500 Jahre vor heute), senkte sich die Sohle des Urstromes im Bereich der Oderbruchausschürfung um 30–40 Meter. Das führte dazu, dass bei Niederfinow eine Geländestufe entstand und die Schmelz- und Oberflächenwasser nicht mehr vollständig zur Nordsee abfließen konnten.
Mit dem vollständigen Zurückweichen der nordischen Gletscher und des ansteigenden Meeresspiegels entstand die Ostsee. Diese nun freigelegte „Nordabdachung“ führte zu einem einseitigen „Köpfen des Urstromtales“ bei Niederfinow durch Nordschwenken der Oder. Bei Oderberg entstand eine „Pforte“. Zuerst mündete die Oder bei Rostock und schließlich bei Stettin ins Meer.
Sekundäre Bedingungen, wie zum Beispiel der eiszeitliche Sander bei Güstebiese lenkten den Fluss (Große Krümme) immer wieder in ein neues Bett. Die zahlreichen Arme bildeten so ein großes Stromspaltungsgebiet, in dem eine Sumpflandschaft entstand. Heute ist das Oderbruch mit dem Fluss ein Abschnitt der unteren Oder.
Geschichte
Überschwemmungsgebiet

Im Oderbruch ist die Oderniederung Teil des in der Weichseleiszeit entstandenen Thorn-Eberswalder Urstromtals. Bis ins 18. Jahrhundert schlängelte sich die Oder in mehreren Armen durch diese Niederung, die mehrmals im Jahr zu großen Teilen von Hochwasser überflutet wurde, wobei sich auch Verlauf und Bedeutung von Oderarmen änderten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts floss der Hauptstrom der Oder bis Güstebiese (heute Gozdowice) am Ostrand der Niederung, von dort westwärts auf Wriezen zu, von dort an Freienwalde entlang und westlich um den Moränenrücken des Neuenhagener Sporns herum in Richtung Oderberg und dann ostwärts nach Hohensaaten, wo ihr heutiges Bett anschließt. Der dargestellte Lauf ab Güstebiese wird heute Alte Oder genannt. Der wichtigste linke Nebenarm, heute ebenfalls „Alte Oder“, zweigte schon am Reitweiner Sporn nördlich von Lebus in Richtung Seelow ab und floss am Westrand der Niederung nordwestwärts nach Wriezen. Der untere Teil dieses Oderarms heißt heute Friedländer Strom und mündete bei Wriezen in den damaligen Hauptstrom. Ein alter rechter Seitenarm floss am Nordostrand der Niederung. Teilweise ist er im heutigen Hauptstrom aufgegangen. Das unterste (westlichste) Stück ist als Stille Oder erhalten. Wichtiger Erwerbszweig der Orte am Rand und der damals wenigen Orte im Oderbruch war die Fischerei.
Trockenlegung

PW = Pumpwerke


Das heutige Landschaftsbild des Oderbruchs wurde durch die Begradigung der Oder im 18. Jahrhundert geprägt. Die Eindeichung und Trockenlegung des Feuchtgebietes erfolgte nach Anfängen ab 1735 im Wesentlichen zwischen 1747 und 1762 unter dem preußischen König Friedrich II. Ihm zu Ehren steht in Letschin ein Denkmal als Dank für die veranlasste Trockenlegung des Oderbruchs.
Nach den Plänen des Wasserbauingenieurs und Oberdeichinspektors Simon Leonhard von Haerlem, die von dem Schweizer Mathematiker Leonhard Euler bestätigt wurden, wurde der Lauf der Oder am Ostrand der Niederung am Oderbruch entlanggeführt. Dazu wurde ein 18,83 km langer, mit Deichen eingefasster, weitgehend geradliniger Kanal gebaut, der den Flusslauf um rund 25 km verkürzte. Bei Hohenwutzen wurde zur Verkürzung des Oderlaufs an geeigneter Stelle der Moränenrücken des Neuenhagener Sporns durchstochen, der dadurch zur Neuenhagener Oderinsel wurde. Ein System von Abzugsgräben sorgte für die Trockenlegung des Feuchtgebietes. Am 2. Juli 1753 wurde der Fangdamm bei Güstebiese durchstochen und damit der neue Flusslauf der Oder geflutet. Seither wird die Oder am Ostrand der Oderniederung am Oderbruch vorbeigeleitet, während sich das Wasser aus dem Meliorationsgebiet in der Alten Oder sammelt. Wie geplant lagen nach kurzer Zeit große Gebiete trocken und konnten besiedelt werden, etwa 130.000 Morgen (32.500 ha) fruchtbares Ackerland waren gewonnen worden.
Besiedlung
Nachdem die Gegend seit langer Zeit slawisch besiedelt war, begann eine planmäßige Ansiedlung von Deutschen ab 1753 in neu angelegten Straßendörfern. Als erster Ort im Zuge dieser Besiedlung gilt Neulietzegöricke, seit 2001 ein Ortsteil der Gemeinde Neulewin und als Dorfanlage unter Denkmalschutz gestellt. Viele Orte, die im Zusammenhang mit der Besiedlung entstanden, sind an den mit Neu… beginnenden Namen erkennbar. Die neuen Siedler wurden gezielt außerhalb Preußens mit Vergünstigungen angeworben, sie kamen aus Hessen-Darmstadt, Mecklenburg, Pfalz-Zweibrücken, Sachsen und Württemberg, aber auch aus Niederösterreich und aus dem damals mit Preußen in Personalunion regierten Schweizer Kanton Neuenburg. Zudem gab es auch zahlreiche Siedler aus dem neumärkischen Umland, welche die nunmehr trocken fallenden Flächen für eine direkte Kolonisierung von den angrenzenden Höhen aus nutzten. An die meist aus dem französischsprachigen Neuenburg stammenden frankophonen Siedler erinnern heute noch die Ortsnamen Beauregard und Vevais. Das Vorwerk Croustillier (ursprünglich La Crustille) ist lediglich eine frankophile Abwandlung zu Ranft (das Ränftchen).
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das gesamte Oderbruch im Frühjahr 1945 bei der Schlacht um Berlin schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Dörfer lagen in Trümmern. Nach der sogenannten Westverschiebung Polens und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurde das Oderbruch zur Sprachgrenze zwischen Deutsch und Polnisch.
Oderhochwasser
Die Oder führt den meteorologischen Situationen entsprechend meistens jährlich zwei Hochwasser ab. Neben dem durch Eisstand und Schmelzwasser bedingten Winter-/Frühjahrshochwasser kann sich hier ein Sommerhochwasser ereignen.

Die größte Hochwasserkatastrophe des 20. Jahrhunderts im Oderbruch ereignete sich im Frühjahr 1947. In der Nacht zum 22. März bildete Treibeis infolge Eisgangs in der Nähe des Umflutkanals bei Küstrin-Kietz eine Eisbarriere. Es staute binnen kurzer Zeit große Wassermengen, die den Oderdeich nördlich von Reitwein an zwei Stellen in einer Länge von über 100 m überfluteten. Das Hochwasser erreichte sogar das mehrere Kilometer vom Fluss entfernte Bad Freienwalde (Oder). Mehr als 20.000 Menschen wurden damals obdachlos. Auch das Oder-Winterhochwasser 1981/82 entwickelte sich zu einem starken Eishochwasser und drohte in einer Katastrophe zu münden. Bekannte schwerwiegende Ereignisse im 18. und 19. Jahrhundert sind die Hochwasser 1785 und 1838.

Hochwasser der Oder im Sommer entstehen typischerweise infolge einer Vb-Wetterlage durch ergiebige Niederschläge im oberen und mittleren Einzugsgebiet mit kurzer und steiler Hochwasserwelle. Solche Sommerhochwasser werden volkstümlich auch „Johannisflut“ genannt. Bekannt sind die starken Johanni-Hochwasser vom Juli 1736 und von August/September 1854. Das verheerende Oderhochwasser 1997 ereignete sich ebenfalls im Sommer.[1] Die danach unternommenen Hochwasserschutzmaßnahmen dämpften die Auswirkungen beim extremen Oderhochwasser 2010, das sich nach starken Regenfällen im tschechischen Einzugsgebiet schon ab Mitte Mai entwickelte.
| Max. Pegelstand in cm | Datum |
|---|---|
| 778 | 21. März 1940 |
| 755 | 7. Jan. 2011 |
| 746 | 18. Jan. 1982 |
| 729 | 31. Juli 1997 |
| 723 | 23. März 1855 |
| 712 | 20. März 1891 |
| 709 | 3. Apr. 1888 |
| 704 | 30. März 1942 |
| 703 | 20. Apr. 1917 |
| 701 | 25. Feb. 1948 |
Weitere Entwicklung


Für den Deichaufbau und deren Erhaltung entwarf Landbaudirektor Martin Friedrich Creutz eine Deichordnung, die am 23. Juni 1717 als Teich- und Uferordnung für die Lebusische Niederung an der Oder vom König erlassen wurde. Sie schloss die Bewohner des Oberoderbruches zu einem Deichverband zusammen. Heute übernimmt der Gewässer- und Deichverband Oderbruch diese Aufgabe.
Um 1895 wurde ein Schöpfwerk bei Neutornow und eines bei Liepe errichtet, um den Bereich nordöstlich von Wriezen sicherer zu entwässern und auch das Niederoderbruch westlich der Neuenhagener Oderinsel stärker landwirtschaftlich nutzen zu können. Im abgepumpten Bereich liegt der Gewässerspiegel – auch die Grundwasseroberfläche – teilweise nur 0,5 m über NN.
Um den Ablauf der Alten Oder zu verbessern, wurde 1906–1926 die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße (HFW) angelegt, ein Kanal (künstlicher Oderarm) am Westrand der Oderniederung flussabwärts des Oderbruchs, dessen Wasserspiegel am oberen Ende in Hohensaaten mit 0,4 m über NN fast 3 m unter dem Mittelwasserstand der Oder (3,2 m über NN) liegt, die in jenem Abschnitt am Ostrand der Niederung fließt und ein deutlich größeres Gefälle hat. Der nördlich der Neuenhagener Oderinsel liegende, der HFW vorgeschaltete untere Teil der Alten Oder wird nun Odervorhaltung genannt. Deren mittlerer Wasserspiegel liegt zzt. bei 1,2 m über NN.
Ende April 2022 erhielt die Kulturlandschaft Oderbruch das Europäische Kulturerbe-Siegel.[3]
Biber im Oderbruch
Der Biber galt bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts im Gebiet als ausgerottet. 1986 wurden 46 Exemplare von der Elbe geholt und im Oderbruch angesiedelt.[4] Nun hat sich der Bestand prächtig erholt und bildet eine stabile Population. Eine Studie von 2008 hat im nördlich von Frankfurt gelegenen Oderbruch etwa 60 Ansiedlungen mit ca. 250 Exemplaren gezählt. Die Gesamtzahl der Tiere wird aber in der Studie auf weit unter 500 Tiere im gesamten Oderbruch geschätzt.[5] Seit mehreren Jahren hinterlassen die Tiere allerdings unübersehbare Spuren: Gefällte oder angenagte Bäume,[6] durch Staudämme aufgestautes Wasser vernässt Felder, Biberbaue unterhöhlen Felder oder Deiche. Noch kritischer wird das Treiben der Biber an den Oderdeichen, wenn sie wie bei Güstebieser Loose mit ihren Biberkesseln die Grasnarbe im Deich zerstören und tiefe Löcher entstehen lassen.[7]
Um dem Konfliktpotential zu begegnen, kümmert sich der Gewässer- und Deichverband Oderbruch seit 2009 mit einem Bibermanagement um ein entspannteres Verhältnis der Bewohner des Oderbruchs zum Großnager.[8]
Orte im Oderbruch und an seinen Rändern
Westlich der Oder:

Ostufer der Oder:
- Kostrzyn (Küstrin)
- Ortsteile der Gmina (Landgemeinde) Mieszkowice (Bärwalde)
- Ortsteile der Landgemeinde Cedynia (Zehden)
- Ortsteile der Landgemeinde Górzyca (Göritz (Oder))
Sehenswürdigkeiten






Neben der dünnbesiedelten Landschaft, die sich zum Radfahren und Wandern eignet, bietet das Oderbruch folgende Sehenswürdigkeiten:
- Oderbruch-Museum Altranft
- Loose-Höfe, die ab 1780 im gesamten Oderbruch entstanden sind
- Altdörfer (z. B. Altwriezen und Altwustrow) und Kolonistendörfer (z. B. Neulewin und Neulietzegöricke)
- Fähre in Güstebieser Loose, die seit Ende Oktober 2007 an historischer Stelle den deutschen und den polnischen Teil des Oderbruchs verbindet. Sie ist von April bis Oktober tagsüber in Betrieb.
- Schloss Neuhardenberg
- Erholungs- und Erlebnisdorf Groß Neuendorf (Kunstgalerien, historische Hafenanlage mit Oderblick, Skaterbahnen, Oder-Neiße-Radweg, Töpferei, Museen, Bootsfahrten)
- Hafenmühle in Kienitz
- Musenhof Kunersdorf mit anliegenden Kolonnadengräbern
- Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg (mit dem alten Raddampfer Riesa, der früher auf der Oberelbe fuhr)
- Wasserwanderwege (z. B. die Strom-Oder oder die alten Oder), die man von verschiedenen Kanuverleihstationen aus erobern kann.
- Oderbruchzoo Altreetz
- Stüler-Kirche Reitwein sowie den in der Nähe befindlichen sowjetischen Befehlsstand der Schlacht um die Seelower Höhen
- Klosterkirche Altfriedland mit Ruinen des Klosters Friedland am Klostersee
- Theater am Rand in Zollbrücke
- Festung Küstrin
Besonders interessant sind das Frühjahr mit den teilweise gefluteten Poldern und kalte Winter mit der zugefrorenen Oder sowie die Zeiten der Vogelzüge. Allein am Kietzer See, dem zentralen Gewässer des Europäischen Vogelschutzgebiets Altfriedländer Teich- und Seengebiet, rasten im Herbst bis zu 30.000 durchziehende Saat- und Blässgänse.
Für Radfahrer wurde die ehemalige Bahnstrecke (Oderbruchbahn-Radweg) von Wriezen bis Neurüdnitz als Radweg befestigt. Auch die Wege parallel zum Oderdeich sind bei Radfahrern sehr beliebt. Direkt auf dem Oderdeich führt der Oder-Neiße-Radweg entlang – inzwischen einer der beliebtesten in Deutschland.
Wirtschaft
Landwirtschaft prägt das Oderbruch.[9] Daneben spielen der Tourismus[10] sowie die Gewinnung erneuerbarer Energien[11][12] eine gewisse Rolle.
Weitreichende Bekanntheit innerhalb Deutschlands erlangte das Oderbruch ab dem 19. Jahrhundert durch seine Zuckerfabrikation, die untrennbar mit Fachleuten wie Johann Gottlieb Koppe verbunden ist.
Literatur
nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet
- Friedrich Beck, Reinhard Schmook (Hrsg.): Mythos Oderbruch. Das Oderbruch einst und jetzt. Berlin 2006, ISBN 3-86650-070-X.
- Bildungs- und Beschäftigungsverein e. V. (Hrsg.): Das Oderbruch im Wandel der Zeiten 1747–1997. Aus Anlaß des Jubiläums „250 Jahre Trockenlegung des Oderbruchs“. Wriezen 1997.
- Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Zweiter Teil. Das Oderland: Das Oderbruch und seine Umgebungen im Projekt Gutenberg-DE
- Bernd Herrmann: Nun blüht es von End' zu End’ all überall. Die Eindeichung des Nieder-Oderbruches 1747–1753 – Umweltgeschichtliche Materialien zum Wandel eines Naturraums. Waxmann, 1997, ISBN 3-89325-499-4.
- Hans-Friedrich Kniehase: Das Oderbruch: slawische und deutsche Siedlungsgenese seit dem Hohen Mittelalter. Verlag für geographische und historische Wissenschaften, Scharbeutz 1995, ISBN 3-9805557-0-4.
- Hans-Friedrich Kniehase (Hrsg.): Kulturlandschaft Oderbruch. Hydrologie und Siedlung einer Niederungslandschaft in Mittelalter und Neuzeit. Verlag für geographische und historische Wissenschaften, Scharbeutz / Wetter (Ruhr) 2003, ISBN 3-9805557-2-0.
- Erwin Nippert: Das Oderbruch. Zur Geschichte einer deutschen Landschaft, Brandenburgisches Verlagshaus 1995, ISBN 3-89488-077-5.
- Ilona Rohowski (Hrsg.), Ingetraud Senst (Mitarbeit): Landkreis Märkisch Oderland. Städte Bad Freienwalde und Wriezen, Dörfer im Niederoderbruch (= Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum im Auftrag Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg [Hrsg.]: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Band 9.1). 1. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-230-7.
- Hans-Jürgen Schmelzer: Meines Vaters Felder. Biografie einer Landwirtsfamilie im Oderbruch. 1. Auflage. be.bra verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86124-679-4.
- Reinhard Schmook: Ich habe eine Provinz gewonnen – 250 Jahre Trockenlegung des Oderbruchs. 1. Auflage. Frankfurter Oder Editionen, Frankfurt(Oder) 1997, ISBN 3-930842-23-8.
- Reinhard Schmook (Red.): 250 Jahre Trockenlegung des Oderbruchs, Fakten und Daten einer Landschaft. Frankfurt(Oder), Frankfurter Oder Editionen, 1997, ISBN 3-930842-31-9.
- Carmen Winter: Das Oderbruch – Liebe auf den zweiten Blick. 2. Auflage. Findling Verlag, Neuenhagen 2005, ISBN 3-933603-27-7.
- Thomas Worch: Das Oderbruch entdecken – Streifzüge durch eine Grenzregion. 1. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89794-034-5.
Weblinks
Einzelnachweise
- Das Sommerhochwasser an der Oder 1997 (PDF; 10 MB) Studien und Tagungsberichte, Band 16, Landesumweltamt Brandenburg, 1998, S 12, Auf: lfu.brandenburg.de (deutsch, PDF, 10,4 MB)
- Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch. Elbegebiet, Teil II. Havel mit deutschem Odergebiet
- Oderbruch wird europäisches Kulturerbe. In: rbb24. 28. April 2022, abgerufen am 28. April 2022.
- Jeanette Bederke: Biber setzen Oderbruch unter Wasser. In: morgenpost.de. Berliner Morgenpost, 3. Mai 2008, abgerufen am 8. Juni 2016.
- Bauern hoffen auf Hilfe gegen den Biber-Boom. moz.de, Märkische Oderzeitung, 15. Februar 2008; abgerufen am 8. Juni 2016.
- Die Bewohner des Oderbruchs schützen ihre Bäume vor dem sich immer mehr ausbreitenden Nager. In: Märkische Allgemeine, 3. März 2009.
- Etwa 60 Biberfamilien im Oderbruch. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Märkische Oderzeitung. 9. April 2008, archiviert vom Original.
- Annette Herold: Konfliktmanagement für Mensch und Biber. In: pnn.de. Potsdamer Neueste Nachrichten, 19. Mai 2009, abgerufen am 8. Juni 2016.
- Nadja Voigt: Oderbruch-Reiseführer überarbeitet. (Nicht mehr online verfügbar.) Märkische Oderzeitung, 3. Juli 2014, archiviert vom Original.
- Wirtschaft. In: letschin.de. Gemeinde Letschin, abgerufen am 5. September 2015.
- Gemeinde Letschin – 107 % EEG-Strom. In: energymap.info. Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e. V., abgerufen am 5. September 2015.
- Integriertes kommunales – Energiekonzept der Region Niederoderbruch-Oberbarnim. In: wriezen.de. Abgerufen am 5. September 2015.