Ostseeviertel
Das Ostseeviertel ist ein Ortsteil von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Es liegt beiderseits der Wolgaster Straße vom Volksstadion bis zum Ortsteil Eldena. Das Ostseeviertel hat 6050 Einwohner[1] und eine Fläche von 219,7 Hektar. Das Gebiet des Ostseeviertels gliedert sich in drei Teilgebiete Altes Ostseeviertel, Ostseeviertel-Parkseite und Ostseeviertel-Ryckseite.

Geschichte
Altes Ostseeviertel
Mit dem – heute so genannten – Alten Ostseeviertel (Lage) entstand im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks die erste Großwohnsiedlung Greifswalds. Bürger haben „freiwillige Aufbaustunden“ geleistet, um hier eine Wohnung zu bekommen. Die Grundsteinlegung war am 7. Oktober 1956. Bis 1963 war die Bebauung im Wesentlichen abgeschlossen. Es entstanden 350 Wohnungen.[2] Die Straßen wurden nach Städten der Ostseeanrainerstaaten benannt.

Ostseeviertel-Parkseite
Östlich daran anschließend entstand seit April 1981[3] ein Plattenbau-Wohngebiet, das Ostseeviertel-Parkseite (Lage) mit ehemals 2200 Wohnungen und 6000 Einwohnern[4]. Die Straßen erhielten Namen nach Städten an und Inseln der Ostsee. Im damaligen Szczeciner Ring, der heutigen Stettiner Straße befanden sich zwei Giebelmosaike „Meer und Mond“ (1982) von Mechthild Hempel, die 2010 abgerissen wurden.[5] Das Viertel wurde seit 2003 vollständig umgestaltet. Ein Park trennt dieses Viertel von der Großwohnsiedlung Schönwalde II.
Ostseeviertel-Ryckseite
Ab 1987 kam nördlich der Wolgaster Straße mit dem Ostseeviertel-Ryckseite (Lage) ein weiteres Wohngebiet hinzu, dessen Plattenbauquartiere seit den 1990er Jahren mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern ergänzt wurden. Die Straßen wurden in der Ost-West-Richtung nach (Halb-)Inseln der deutschen Ostseeküste und in der Nord-Süd-Richtung nach Polarforschern benannt.
Bildung
Schulen

- Martin-Andersen-Nexö-Grundschule
Am 1. September 1962 eröffnet als 7. Polytechnische Oberschule (POS) "Martin-Andersen-Nexö" als erste Schule im Ostseeviertel. 2001 Trennung von Grund- und Realschule. Die Schule liegt in der Warschauer Straße im Alten Ostseeviertel. - Regionale Schule "Caspar David Friedrich"
Die Regionale Schule hat ihren Ursprung in der POS "Martin Andersen Nexö". Das heutige Gebäude wurde 1989/90 erbaut. 2002 ist die Schule in das Gebäude der im gleichen Jahr geschlossenen Realschule "Caspar David Friedrich" gezogen. Ab 2002 ist die Schule Regionale Schule und trug den Namen "Martin Andersen Nexö am Ryck". 2008 wurde die Schule in "Caspar David Friedrich" umbenannt. Die Schule liegt im Usedomer Weg im Ostseeviertel-Ryckseite. - Allgemeine Förderschule "Johann Heinrich Pestalozzi"
Gegründet am 11. Dezember 1919 als Hilfsschule. Seit 1. März 1981 im heutigen Gebäude in der damaligen Wilhelm-Pieck-Allee, heutigen Wolgaster Straße im Alten Ostseeviertel. Das Gebäude ist ein Schustertyp vom Typ Rostock. - Montessori-Schule Greifswald
1994 gegründet als Grundschule in Trägerschaft der Aktion Sonnenschein im Helsinkiring. 2013 und 2019 (Oberstufe) durch Erweiterungsbauten im Gedserring heute Montessori-Gesamtschule mit Grundschulteil. Die Schule ist nach Abriss der Haupt- und Realschule (Friedrich-Engels-Schule) sowie der Grundschule (Karl-Marx-Schule) im Ostseeviertel-Parkseite die einzige Schule.
Kindertagesstätten
- Kindertagesstätte "Zwergenland"
2020 ist die Kita in einen Neubau auf dem Gelände der ursprünglichen Kinderkombination umgezogen. Sie befindet sich in der Vitus-Bering-Straße im Ostseeviertel-Ryckseite. - Integrative Kindertagesstätte "Weg ins Leben"
Das 1965 errichtete Gebäude liegt im Kotkaring im Alten Ostseeviertel. - Integrative Montessori-Kindertagesstätte
Die Kita nutzt das Gebäude einer Kinderkombination im Helsinkiring im Ostseeviertel-Parkseite und ist in Trägerschaft der Aktion Sonnenschein.
Horte
- Integrativer Kinderhort "Kunterbunt"
Das Gebäude der Kinderkombination "Hans Christian Andersen" in der Warschauer Straße im Alten Ostseeviertel wurde am 2. Mai 1974 eingeweiht. - Kinderhort "Club 4"
Der Hort befindet sich seit 2021 im Gebäude der Martin-Andersen-Nexö-Grundschule. - Montessori-Hort
Der Hort befindet sich in Montessori-Schule, in Trägerschaft der Aktion Sonnenschein.
Weblinks
- Literatur über Ostseeviertel in der Landesbibliographie MV
- Informationen zum Ostseeviertel auf der Website der Stadt Greifswald
Einzelnachweise
- Bevölkerung (Hauptwohnsitz) nach Stadtteilen am 31.12.2021. In: greifswald.de. Universitäts- und Hansestadt Greifswald, abgerufen am 9. Februar 2023.
- Helge Matthiesen: Greifswald unter sowjetischer Besatzung in der DDR. In: Horst Wernicke (Hrsg.): Greifswald: Geschichte der Stadt. Helms, Schwerin 2000, ISBN 3-931185-56-7, S. 148.
- Helge Matthiesen: Greifswald unter sowjetischer Besatzung in der DDR. In: Horst Wernicke (Hrsg.): Greifswald: Geschichte der Stadt. Helms, Schwerin 2000, ISBN 3-931185-56-7, S. 152.
- Greifswald Ostseeviertel Parkseite. staedtebaufoerderung.info, abgerufen am 6. Oktober 2022.
- Mechthild Hempel – eine biografisch - künstlerische Annäherung, auf mechthild-hempel.de, abgerufen am 2. November 2022