Palomares

Palomares
Der Torre Palomares vor dem Ort

Palomares ist ein kleiner Ort an der spanischen Südostküste zwischen Almería und Cartagena. Er gehört zur Gemeinde Cuevas del Almanzora.

Geographie

Der Río Almanzora fließt bei Palomares ins Mittelmeer.

1966 hatte der Ort rund 2.000 Einwohner, 2011 waren es noch 1.668 Einwohner, 2021 waren es 2.094 Einwohner.[1]

Geschichte

Das Gebiet war nach der islamischen Eroberung Spaniens Teil des Emirats von Granada, erst 1488 eroberten christliche Truppen die Stadt. Die Moriscos wurden gezwungen, den christlichen Glauben anzunehmen. Als sie gegen ihre Unterdrückung revoltierten, wurden sie in der Folge 1570 vertrieben. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert überfielen Berberpiraten regelmäßig die Gegend, erst der Bau mehrerer Befestigungen ermöglichte die erneute Besiedlung von Palomares.[2]

Atombomben-Havarie

Bekannt wurde Palomares durch das Nuklearunglück von Palomares am 17. Januar 1966, bei dem ein US-Langstreckenbomber vom Typ B-52 mit vier Wasserstoffbomben an Bord nach einem Zusammenstoß mit einem Tankflugzeug des Typs KC-135 abstürzte.[3] Zwei der Bomben zerbarsten beim Aufprall auf den Boden und setzten dabei radioaktives Plutonium frei. Eine dritte Bombe wurde durch einen Sicherheitsfallschirm gebremst und blieb unbeschädigt. Die vierte Bombe fiel ins Mittelmeer und konnte erst durch den Hinweis eines Fischers entdeckt und aus dem Wasser geborgen werden.[4]

Als Folge wurden 2,6 Quadratkilometer mit radioaktivem Material kontaminiert, darunter auch Wohngebiete. Trotz Aufräumarbeiten im Jahr 1966 wurde 2004 in einer Studie immer noch eine zu hohe radioaktive Belastung festgestellt. Als Reaktion wurden die betroffenen Gebiete enteignet und abgesperrt, um eine weitere Nutzung zu verhindern.[5] Weitere Verhandlungen zwischen Spanien und den USA konnten keine Einigung für die Kostenübernahme einer weiteren Dekontamination erreichen.[6][7] 2022 waren die Gebiete noch immer kontaminiert und gesperrt.[8]

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungszahlen siehe INE
  2. Cuevas del Almanzora - Historia | My Almeria. Abgerufen am 8. November 2022 (spanisch).
  3. Atomunglücke: Defekte Technik, tödliche Fracht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft. 8. Oktober 2009, archiviert vom Original am 8. Oktober 2009; abgerufen am 8. November 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spiegel.de
  4. Spain, U.S. Agree to Radioactivity Cleanup 40 Years After Atomic Accident. 25. März 2015, abgerufen am 8. November 2022 (amerikanisches Englisch).
  5. Palomares: 50.000 metros contaminados con plutonio. In: El País. 10. Dezember 2010, ISSN 1134-6582 (elpais.com [abgerufen am 8. November 2022]).
  6. Linda Hall: The government's price isn’t right for plutonium-contaminated land in Palomares (Almeria). In: Euro Weekly News. 7. Oktober 2022, abgerufen am 8. November 2022 (britisches Englisch).
  7. Nuklearunfall in Spanien: Als es Atombomben regnete. In: spektrum.de. Abgerufen am 22. Januar 2023.
  8. Linda Hall: The government's price isn’t right for plutonium-contaminated land in Palomares (Almeria). In: Euro Weekly News. 7. Oktober 2022, abgerufen am 8. November 2022 (britisches Englisch).
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