Pfarrkirche Heiligenbrunn

Die römisch-katholische Pfarrkirche Heiligenbrunn steht in der Gemeinde Heiligenbrunn (ungarisch Szentkút, kroatisch Šenkut) im Bezirk Güssing im österreichischen Bundesland Burgenland. Sie ist dem Märtyrer und Papst Clemens von Rom gewidmet und erhebt sich auf einem steilen Abhang oberhalb der Wallfahrtskapelle zum Heiligen Ulrich.[1] Die Kirche gehört zum Seelsorgeraum Zur Göttlichen Barmherzigkeit/Unteres Stremtal im Dekanat Güssing in der Diözese Eisenstadt.[2] Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.[3]

Die Nordfassade mit ihren markanten Strebepfeilern

Lage

Kirche und Kapelle liegen an den Abhängen einer steil abfallenden Hügelkette am Westrand des Dorfes. Vor allem die Pfarrkirche ist aufgrund ihrer erhöhten Lage ein markanter Blickpunkt im Ort. Die oberhalb des Baus gelegenen, größtenteils bewaldeten Abhänge sind als Kirchhöh bekannt, die im Süden angrenzenden Wiesen als Pfarrriegel. Letztere stehen bis heute zu einem großen Teil im Eigentum der Pfarre und erstrecken sich über eine Fläche von etwa 3,5 ha bis zur südlichen Ortsgrenze. Diese ursprünglich noch weitläufigeren Flächen waren Teil der Landwirtschaft der Pfarre und verfügten bis zum Ende des 20. Jahrhunderts unterhalb der Ulrichskapelle auch über einen großen Pfarrhof.

Die steil abfallende Kirchhhöh mit Pfarrkirche und Ulrichskapelle

Geschichte

Baugeschichte

Der erste bekannte Sakralbau im Bereich der heutigen Kirchhöh wurde in einer Urkunde des Jahres 1198 genannt. In dieser bestätigte König Emmerich mehrere Schenkungen, die während der Regentschaft seines Vaters und Vorgängers Bela III. an das von ihm gegründete Zisterzienserkloster Szentgotthárd getätigt wurden. Teil dieser Schenkungen war eine Heilige Quelle (lateinisch Sacrum fontem) samt Kapelle, die der damalige Bischof von Raab, Ugrinus, dem ca. 13 km südwestlich von Heiligenbrunn gelegenen Kloster überließ. Es ist allerdings nicht bekannt ob sich dieses Gebäude an Ort und Stelle der heutigen Kirche befand, oder im Bereich der Ulrichskapelle am Fuß des Abhangs darunter. Eine nähere Information zum Patrozinium dieser Kapelle findet sich im Text der Schenkungsurkunde, die nur noch als unvollständige Abschrift aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist, ebenfalls nicht. Es könnte sich daher sowohl um einen Vorgängerbau der Pfarrkirche zum Heiligen Clemens gehandelt haben (erstmals genannt 1674), aber auch um einen Vorgänger der heutigen Wallfahrtskapelle zum Heiligen Ulrich (erstmals genannt 1757).[4]

Der Altarraum mit dem geöffnetem Volksaltar zu Weihnachten 2022

Diese erste Kapelle wurde vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert durch eine Kirche ersetzt. Sie befand sich nachweislich an Ort und Stelle der heutigen Pfarrkirche und wurde in einem Visitationsbericht des Jahres 1674 erstmals näher beschrieben: Der gotische Bau habe einen Steinturm mit Glocke, einen Hochaltar, einen Wandtabernakel und eine Kanzel gehabt, und sei mit Steinplatten gepflastert gewesen.[5] Laut einem weiteren Visitationsbericht, der aus dem Jahr 1694 stammt, handelte es sich um ein renovierungsbedürftiges Gebäude auf einem Hügel über der Pfarre, inmitten eines umzäunten Friedhofes mit Karner. Das Sanktuarium mit Hochaltar sei gewölbt, der Rest des Gebäudes flach gedeckt gewesen, mit verschiedenfarbig verzierten Balken. Im Turm haben sich zwei Glocken befunden, und die Kirche sei mit einem Beichtstuhl und mit zwei Tabernakeln ausgestattet gewesen.[6] Diese Kirche erhielt 1719 einen neuen Chor,[7] 1756 eine neue Sakristei,[8] sei aber laut dem Bericht von 1757 noch immer feucht und sanierungsbedürftig gewesen.[9] Sie war bereits mit dem heute noch erhaltenen barocken Hauptaltar von 1655 ausgestattet, der ursprünglich aus der Pfarrkirche Stadtschlaining stammte. Dieser verfügte damals über zwei Altarbilder (Heiliger Clemens, Heilige Dreifaltigkeit) und zwei Apostelstatuen (Petrus und Paulus). Die beiden Seitenaltäre seien der Mutter Gottes und dem Heiligen Josef gewidmet gewesen.[10]

Anstelle dieser mittelalterlichen Kirche wurde 1764 vom Patronatsherren Graf Adam III. Batthyány aus der Pinkafelder Linie der Batthyány das jetzige, spätbarocke Kirchengebäude errichtet. Im Jahr 1793 erfolgte unter dessen Sohn und Nachfolger Graf Karl Batthyány die erste Renovierung dieser Kirche.[11]

Der Tabernakel und das Altarbild Hl. Clemens am Hochaltar

Schwere Schäden erlitt der Bau während des Zweiten Weltkrieges und durch einen Blitzschlag im Juli 1947, durch den der mit Schindeln gedeckte Turm abbrannte. Der Turm wurde 1947 wieder errichtet, die Kirche 1954 generalsaniert. Bei Renovierungsarbeiten 1982 wurden Kommunionbank und Seitenaltar entfernt und Wand- und Deckengemälde übermalt. Von 1995 bis 1997 erfolgte eine umfassende Generalsanierung.[12][13]

Pfarrgeschichte

Die Wurzeln der Pfarre reichen vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück, sind aber urkundlich nicht eindeutig belegbar. Der Kirchenhistoriker Josef Rittsteuer vermutet einen in der Urkunde von 1198 genannten Presbyter (deutsch Priester) Jakobus als ersten Pfarrer einer bereits damals bestehenden Pfarrgemeinde.[14][15] Historisch belegt ist die Gründung der Pfarre für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie wurde vermutlich zwischen 1225 und 1254 gegründet und bestand nachweislich im Jahr 1255. Einer urkundlich dokumentierten Schenkung desselben Jahres nach, erhielt König Béla IV. vom Raaber Domherren Werenhart die Possessio (deutsch Besitz) Heiligenbrunn mit den Orten Heiligenbrunn, Sumetendorf, Merhart, Ujfalu und Pinka übertragen. Die letzten drei Ortschaften sind heute nicht mehr zuordenbar, werden aber mit den späteren Filialgemeinden der Pfarre in Verbindung gebracht: Strem, Reinersdorf und (Deutsch) Bieling. Die beiden kirchlichen Schenkungen von 1198 und 1255 durch ranghohe Vertreter der Diözese Györ und die explizite Bezeichnung der Orte als Possessio deuten darauf hin, dass Heiligenbrunn zu dieser Zeit das Zentrum einer geistlichen Kleinherrschaft gewesen sein dürfte.[16]

Im Jahr 1535 fielen Pfarre und Ort zusammen mit anderen Besitztümern der Héderváry an die Familie Batthyány, die sie in die Herrschaft Güssing eingliederte. Als deren Grundherr Graf Christoph Batthyány zum Protestantismus konvertierte wurde auch Heiligenbrunn protestantisch. Die Pfarre wurde vermutlich ab 1610 von evangelischen Predigern betreut, unter anderem 1618–1619 vom kalvinischen Prediger Christoph Summerauer und 1624–1629 von dessen Mitbruder Eberhard Graul. Aufgrund der Unruhen während der Bocskai-Aufstände, durch die auch ein Großteil der Höfe in Heiligenbrunn verwüstet wurde, ist allerdings unklar ob und wie weit es zu dieser Zeit überhaupt eine Pfarrorganisation gab.[17] So bezeichnete sich Graul auf der kalvinischen Generalsynode in Körmend 1629 etwa als Prediger von Strem, und nicht von Heiligenbrunn. Summerauer trat auf Synoden 1618, 1624 und 1625 wiederum als Pfarrer von Szentkút (deutsch Heiligenbrunn) auf.

Zu Auseinandersetzungen kam es offenbar auch zwischen den protestantischen Predigern der Gegend: Graul beschuldigte 1624 seine Kollegen aus Schlaining, Hannersdorf und Großpetersdorf ihn im Pfarrhof verprügelt und anschließend hinausgeworfen zu haben. Ihm selbst wurde vom Patronatsherren Franz Batthyány vorgeworfen im ganzen Distrikt für Unannehmlichkeiten verantwortlich zu sein, und sein Rechnitzer Senior Wolfgang Lang beschuldigte ihn der Trunksucht. Graul wurde auf einer außerordentlich einberufenen Synode für schuldig befunden und musste beim Grundherren auf Burg Güssing und bei den Pfarrmitgliedern im Rahmen einer Messe in der Kirche Abbitte leisten.[18]

1630 wurde die Pfarre durch den Übertritt des neuen Grundherren Graf Adam I. Batthyány zum römisch-katholischen Glauben wieder katholisch.[19][20]

Der Pfarre waren jahrhundertelang die meisten Orte der Umgebung als Filialgemeinden unterstellt, auch jene mit einer größeren Zahl an Einwohnern und Gläubigen. Im Visitationsbericht von 1697 wurden Deutsch Bieling, Deutsch– und Kroatisch–Reinersdorf, Luising, Strem und Sumetendorf als Filialgemeinden genannt.[21] Zusätzlich wurde von 1656 bis 1788 die ursprünglich selbstständige Pfarre Hagensdorf als Ortskaplanei von Heiligenbrunn aus mitbetreut.[22] Die einzigen Kirchen dieses weitläufigen Seelsorgegebietes befanden sich in Heiligenbrunn und Hagensdorf, und ab 1852 auch in Strem. Die letzten beiden Dörfer wurden aufgrund ihrer höheren Bevölkerungsanzahl später zu eigenständigen Pfarren erhoben: Hagensdorf 1807 und Strem 1877.[23][24]

Die Pfarre Heiligenbrunn verfügte über eine Vielzahl an Besitzungen in Heiligenbrunn und Umgebung, und besaß bis ins 19. Jahrhundert den Großteil der Flächen südlich von Kirche und Kapelle. Der Besitz der Pfarre war Ende des 19. Jahrhunderts so groß, dass der von 1876 bis 1918 tätige Pfarrer Kaspar Pavdy für die Bewirtschaftung seines Hofes zwei Mägde und eine eigene Verwalterfamilie beschäftigte.[25]

Am 5. April 1923 wurde der Pfarrer Matthias Vinzenz Mitnyek im Pfarrhof von Heiligenbrunn erschossen. Über den Täter und das Motiv ist bis heute nichts bekannt.[26]

Liste der Pfarrseelsorger von Heiligenbrunn

Name Wirkungszeit Anmerkung
Jakobus 1198 stiftete in Heiligenbrunn Weingärten, historisch umstritten, evtl. Pfarrer von Güssing und Betreuer der Quelle in Heiligenbrunn
Simon Albert 1674 ursprünglich aus Helvetia
N.N. 1697 starb einige Wochen vor der Visitation
Johann B. Gruden (Groden) 1697–1698 hatte ernste Probleme mit den Kuruzzen
P. Petrus Holz 1712–1713 Zisterzienserpater aus Bayern
P. Anton Galler 1714 Kapuzinerpater
Josef Ignaz Hatzl 1741–1755
P. Immanuel Fogl 1755–1756 Franziskanerpater, gehörte zum Kloster Güssing
Jakob Sumlics 1756–1759 feierte jeden 3. Sonntag und jeden 2. Festtag Hl. Messe in Hagensdorf
Paul Tometics 1759–1766
P. Ägidius Dragsich, OFM 1766–1767
Michael Josef Wagner 1767–1784 soll der 12. Pfarrer von Heiligenbrunn gewesen sein, in der Franziskanergruft Güssing begraben
Georg Genszka 1784–1788
Phillip Pirosits 1795–1809
Johann Zadrovits 1809–1810
Ignaz Kovatsits 1810–1828
Lukas Korbasics 1828–1832 später Dechant des Dekanats Güssing
Ferdinand Lendl 1832–1839
Matthias Markovits 1839–1850 gestorben und begraben in Heiligenbrunn, im ältesten, noch erhaltenen Grab am Ortsfriedhof
Georg Osztovits 1850–1873
Franz Barkovits 1873–1876
Kaspar Pavdy 1876–1918 Ehren-Dechant, besaß eine große Landwirtschaft mit Vieh und Personal, gestorben als Pfarrer von Heiligenbrunn
Matthias Vinzenz Mitnyek 1918–1923 Dominikanerpater, wurde in Heiligenbrunn unter ungeklärten Umständen erschossen, begraben in einem bis heute am Ortsfriedhof bestehenden Grab
Josef Mischinger 1923 Pfarrer von Hagensdorf
Gregor Schie 1926–1929 stammte aus der Bukowina (heute in der Ukraine)
Josef Mischinger 1929–1934 Pfarrer von Hagensdorf
Ernst Muck (P. Raimund) 1934–1936 Zisterzienserpater, gehörte zum Stift Zwettl, starb als Pfarrer von Heiligenbrunn
Wenzel Horváth (P. Angellus, OFM) 1936–1937 Kriegspfarrer im Ersten Weltkrieg
Hieronymus Vrba 1937–1945 stammte aus Mähren
Johann Kovács 1945 Salesianerpater
Stefan Dobrovich 1945–1960 von den Nationalsozialisten angezeigt, starb als Pfarrer von Heiligenbrunn
Josef Mischinger 1960–1961 Pfarrer von Hagensdorf
Rudolf Hofer 1961–1962
Mag. Jakob Pinterits 1962–1964
GR Franz Berzsenyi 1964–1991 ab 1973 auch Pfarrer von Hagensdorf, Mitglied des Priester- und Dekanatsrates, Träger des Ehrenrings von Heiligenbrunn, in der Freizeit als Fußballschiedsrichter tätig, starb als Pfarrer von Heiligenbrunn
P. Marcellus Mikolaczyk, OFM 1991–1992 auch Pfarrer von Hagensdorf, stammte aus Polen, Franziskanerpater, gehörte zum Kloster Güssing
Mag. Georg Lang 1992–1993 auch Pfarrer von Hagensdorf, später Generalvikar der Diözese Eisenstadt
Mag. Burghard Lang 1993–2013 auch Pfarrer von Hagensdorf, aus gesundheitlichen Gründen abberufen, später wieder Aushilfspfarrer in Hagensdorf und Heiligenbrunn, Träger des Verdienstkreuzes des Landes Burgenland[27]
Walter Alois Rudy 2013–2015 zuvor bereits Aushilfskaplan in Hagensdorf und Heiligenbrunn
Mag. Ján Wechter seit 2015 ursprünglich nur Pfarrer von Großmürbisch, später auch von Hagensdorf und Heiligenbrunn, seit 2020 Leiter des Seelsorgeraums Zur Göttlichen Barmherzigkeit/Unteres Stremtal mit Sitz in Strem[28]

Quelle: Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn[29]

Architektur

Äußeres

Die Kirche besteht aus einem einschiffigen spätbarocken Saalbau in Ost-West-Richtung mit einem eingezogenen halbrunden Chor im Osten. Der Scheingiebelfassade im Westen ist ein dreigeschoßiger Kirchturm mit abgerundeten Ecken und Spitzhelm vorgebaut. Seine Fassade ist durch Pilaster gegliedert und trägt im nordseitigen Erdgeschoß ein großes Holzkreuz. Das nach Westen ausgerichtete Hauptportal befindet sich im Torhaus des Turmes. Im Süden ist ein Seitenportal vorhanden und eine Sakristei angebaut. Das Langhaus wird durch zweifach abgetreppte Strebepfeiler gegliedert und verfügt über Fenster mit schmiedeeisernen Gittern.

Inneres

Über dem einschiffigen zweijochigen Langhaus befindet sich zwischen Doppelgurtbögen ein breites Platzlgewölbe, das auf Doppelpilastern ruht. Ein rundbogiger Triumphbogen trennt das Kirchenschiff vom Chor, dessen Gewölbe mit zwei Gurten versehen ist. Die dreiachsige Empore im Westen hat eine flache Brüstung und wird von zwei schmiedeeisernen Stützpfeilern getragen.

Ausstattung

Der barocke Hochaltar aus dem Jahr 1655 ist ein schwarz lackierter, zweigeschoßiger Säulenaufbau aus Holz mit vergoldeten Holzschnitzfiguren und Zierschnitzereien, der bis unter die Decke des Chorgewölbes reicht. Im ersten Geschoß befindet sich zwischen sechs teils gewundenen Säulen und vier Heiligenfiguren das Altarbild des Heiligen Clemens, das ihn in Gefangenschaft in den Marmorsteinbrüchen von Chersones auf der Krim darstellt.[30] Er ist im päpstlichen Ornat mit Camauro und Pallium abgebildet, wird von Betenden und Engeln flankiert, und öffnet mit einer Hacke in der rechten Hand eine Quelle im Fels. Vor dem Altarbild befindet sich ein vergoldeter Tabernakel, der seitlich zwei Putti mit Kerzenleuchtern und im Zentrum ein goldenes Kreuz und eine Holzschnitzfigur des Lamm Gottes trägt. Im zweiten Geschoß des Altares ist auf einem Aufsatzbild Christus der Auferstandene bei seiner Fahrt in den Himmel dargestellt. Flankiert wird es von zwei Engeln, zwei Heiligenfiguren und vier Engelsköpfen. Darüber befindet sich ein von zwei gewundenen Säulen getragener Sprenggiebel mit drei weiteren Schnitzfiguren. Im Zentrum eine gen Himmel deutende Frau, die seitlich von zwei Putti flankiert wird.

Der geöffnete und mit Weihnachtskrippe ausgestattete Volksaltar im Dezember 2022

Unter dem Triumphbogen zwischen Kirchenschiff und Chor befindet sich ein hölzerner Volksaltar mit abnehmbarer Front. Der Innenraum ist dem Heiligen Grab nachempfundenen und enthält eine Holzschnitzfigur des Leichnams Christi. Geöffnet wird er zum Karfreitagshochamt und, umgestaltet zur Krippe, an den Weihnachtsfeiertagen. Dieser Altar diente bis 1982 als Basis eines damals entfernten Marienaltares, der sich ursprünglich links vor dem Triumphbogen befand. Sein hölzerner Altaraufbau mit Tabernakel und zwei Engelsfiguren befindet sich heute am Altar in der Ulrichskapelle, seine Madonnenstatue steht auf einer Wandkonsole links am Triumphbogen. Auf der Konsole rechts befindet eine Herz-Jesu-Figur, und links und rechts des Hochaltares gibt es zwei weitere (leere) Konsolen. Diese trugen bis zur letzten Generalsanierung der Kirche Ende des 20. Jahrhunderts zwei Holzschnitzfiguren des Hochaltares.

Die Madonnenstatue des 1982 entfernten Seitenaltares.

Links des Volksaltares steht ein modernes Prozessionskreuz in barockisierender Form und rechts ein moderner Ambo. Unter der Westempore befinden sich zwei Prozessionsfahnen mit Abbildungen des Heiligen Ulrich und der Heiligen Dreifaltigkeit auf der einen, und der Magna Mater Austriae und des Heiligen Josef mit Kind auf der anderen. Vor dem im südseitigen Eingangsbereich vorhandenen Beichtstuhl unter der Empore steht eine Figur des Heiligen Antonius. Die vierzehn Kreuzwegstationen an den Wänden des Langhauses wurden 1999 vom österreichischen Maler Herbert Wagner geschaffen.[31]

Die 1999 von Herbert Wagner geschaffenen Kreuzwegstationen

Die auf der Empore positionierte Orgel wurde im Jahre 1879 vom Orgelbauer Anton Tauß aus Großpetersdorf geschaffen, 1987 von Anton Hocker aus Graz saniert und erweitert (Mixtur, Pedal), und 2015 von der Orgelbaufirma Miachel Walcker-Mayer aus Guntramsdorf generalsaniert. Es handelt um eine mechanische Orgel mit einem Pedal, zwei Manualen und acht Registern.

Im Turm befinden sich zwei Glocken. Die größere nach dem Erzengel Michael benannt, die kleinere nach dem Heiligen Bischof Ulrich.[32]

Sonstiges

  • Bei der Kirche handelt es sich um den einzigen Sakralbau in Österreich, der dem Heiligen Papst und Märtyrer Clemens von Rom gewidmet ist.[33]
  • Unter der Kirche befindet sich eine Gruftanlage unbekannter Größe. Der Zugang wurde 1997 bei Wegearbeiten entdeckt, aber nicht freigelegt.

Fotogalerie

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Burgenland 1976. Heiligenbrunn, Kath. Pfarrkirche hl. Clemens, S. 129.
  • Heiligenbrunn – Chronik zur 800-Jahr-Feier. Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn, S. 155–158
Commons: Pfarrkirche Heiligenbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ulrichskapelle Heiligenbrunn. In: Weinidylle Südburgenland. Weinidylle Südburgenland, abgerufen am 3. September 2022.
  2. https://www.martinus.at/seelsorgeraum/3037. In: martinus.at. Diözese Eisenstadt, abgerufen am 11. September 2022.
  3. Burgenland - unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. In: BDA. Bundesdenkmalamt, 29. Juni 2022, abgerufen am 4. September 2022.
  4. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 151, 1–15.
  5. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 154, 21–22.
  6. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 154, 42–59.
  7. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 155, 33.
  8. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 155, 8.
  9. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 155, 2931.
  10. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 199, S. 155, 11–19.
  11. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 155, 9498.
  12. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 156, 2740.
  13. Pfarre Heiligenbrunn. In: martinus.at. Diözese Eisenstadt, abgerufen am 6. September 2022.
  14. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 151, 2350.
  15. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 152, 915.
  16. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 152, 915.
  17. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 153, 63105.
  18. Reformation und Gegenreformation. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 48, 4069.
  19. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 153, 105107.
  20. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 154, 110.
  21. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 154, 3542.
  22. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 164, 7588.
  23. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 164, 7588.
  24. Röm.-kath. Pfarre Strem. In: martinus.at. Diözese Eisenstadt, abgerufen am 23. Oktober 2022.
  25. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 157160.
  26. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 158.
  27. Diözese Eisenstadt (Hrsg.): Amtliche Mitteilungen der Diözese Eisenstadt. 2015/8 Auflage. Nr. 626. Eisenstadt 25. November 2015, S. 37.
  28. Diözese Eisenstadt (Hrsg.): Amtliche Mitteilungen der Diözese Eisenstadt. 2015/5 Auflage. Nr. 623. Eisenstadt 1. August 2015, S. 21.
  29. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 157160.
  30. PATROZINIEN - Hl. Clemens von Rom (23. November). In: martinus.at. Diözese Eisenstadt, abgerufen am 28. Dezember 2022.
  31. Kranzniederlegung – Prof. Herbert Wagner. In: Gemeinde Heiligenbrunn. Gemeinde Heiligenbrunn, 4. Oktober 2021, abgerufen am 4. September 2022.
  32. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 156, 25.
  33. Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Heiligenbrunn. In: Heiligenbrunn - Chronik zur 800-Jahr-Feier. 1998, S. 152, 5152.

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