Pfarrkirche Weer
Die römisch-katholische Pfarrkirche Weer steht am östlichen Rand des Dorfes in der Gemeinde Weer im Bezirk Schwaz im Bundesland Tirol. Die dem Patrozinium des hl. Gallus unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Schwaz in der Diözese Innsbruck. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).



Geschichte
Urkundlich wurde 1268 eine Kirche genannt. 1954 wurde die Pfarre gegründet.
Der barocke Kirchenneubau 1778/1779 erfolgte unter Erhaltung des gotischen Chores und gotischen Turmes.
Architektur
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus ohne Gliederung mit Fenstern mit geschweiften Oberlichten, die zwei rotmarmornen rundbogigen Portale sind mit 1778 bezeichnet. Der eingezogene gotische Chor schließt mit einem Fünfachtelschluss. Der gotische Turm mit Schallfenstern trägt einen Spitzhelm, das Portal hat eine eiserne Tür um 1500.
Außen steht ein lebensgroßes Kreuz aus Marmor geschaffen vom Schnitzer Josef Miller im 19. Jahrhundert.
Das Kircheninnere zeigt ein dreijochiges Langhaus als bemerkenswerter Rokoko-Raum, eine Holztonne mit Rocialle-Stuck ruht auf Rocaille-Kapitellen sowie Schmuck am Chorbogen mit einer Kartusche mit einer Inschrift zum hl. Gallus. Die Fresken in gemalten Flachkuppeln malte Franz Anton Zeiller 1779, im Chor Verherrlichung Mariens durch die Vierzehn Nothelfer, im Langhaus Bau des Klosters St. Gallen und einer Heilung eines Besessenen durch den hl. Gallus.
Einrichtung
Der Hochaltar als barocker Säulenaltar zeigt das Bild hl. Gallus vor Maria von Franz Anton Zeiller 1779 und trägt die Figuren der Heiligen Sebastian, Florian, Veit, Heinrich und zwei Bischöfe und im Giebel Gottvater, der Tabernakel zeigt sich im Rokoko-Stil.
Den Kreuzweg schuf Josef Schmutzer 1780.
Das Rokoko-Orgelprospekt auf der geschwungenen Empore, bei der Erweiterung des Gehäuses 1920 wurde ein Werk von Karl Reinisch 1920 eingebaut.
Literatur
- Weer, Pfarrkirche hl. Gallus, am östlichen Rand des Dorfes. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. S. 873.