Rettungszeichen
Als Rettungszeichen werden Sicherheitszeichen bezeichnet, die auf Einrichtungen, Geräte oder Rettungswege hinweisen, die für die Rettung von Personen von Wichtigkeit sind.

Normung
Internationale Normung
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Seit 2013 sind die Rettungszeichen nach der internationalen Norm ISO 7010 verbindlich. Dies soll unter anderem in einem vereinheitlichten europäischen Arbeitsmarkt eine einheitliche Kennzeichnung gewährleisten und Verständnisprobleme vermeiden. Aus diesem Grund vermeiden die neuen Zeichen Text auf den Schildern, weil dieser bei fremdsprachigen Arbeitnehmern zu Missverständnissen führen kann. Die früher üblichen Schilder mit der weißen Schrift „Notausgang“ auf grünem Grund entsprechen daher nicht mehr der Norm.
Die Rettungszeichen-Piktogramme sind weiß und befinden sich auf einem rechteckigen Schild mit grünem Hintergrund (Grün/RAL 6032 Signalgrün) und weißem Rand. Verwendet werden sie vor allem im gewerblichen Bereich und in der Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Sie weisen hauptsächlich auf vorhandene Rettungswege, Rettungseinrichtungen (Erste Hilfe, Arzt) oder Rettungsmittel (Trage, Notdusche, Augenspüleinrichtung) hin. Es besteht dort auch die Möglichkeit, diese Schilder mit einem Richtungsschild zu kombinieren. Richtungsschilder alleine sind nicht zulässig.
EN ISO 7010 definiert Kennbuchstaben für die verschiedenen Kategorien der Sicherheitskennzeichen:
- P = Verbotszeichen
- W = Warnzeichen
- M = Gebotszeichen
- E = Rettungszeichen
- F = Brandschutzzeichen
Durch den Kennbuchstabe sowie einer dreistelligen Ziffer lässt sich jedes genormte Sicherheitskennzeichen identifizieren.
Deutschland
In Deutschland sind Rettungszeichen konkret in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geregelt. Diese sind eine amtlich anerkannte Sammlung für technische Regeln und Richtlinien unter dem Rechtsrahmen des Arbeitsschutzgesetzes. Die ASR A1.3 mit dem Titel „Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnung“ regelt die genauen Kennzeichnungspflichten für Arbeitsstätten. Im Zusammenhang mit Rettungszeichen ist auch die ASR A2.3 „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ zu beachten. Die früher maßgeblichen Kennzeichnungsregelungen nach BGV A8 wurden durch die aktuellere ASR A1.3 abgelöst. Bestehende Beschilderung hat jedoch Bestandsschutz
Die ASR A1.3 definiert darüber hinaus Zusatzzeichen, die zusammen mit einem Sicherheitszeichen verwendet werden und ein Kombinationszeichen ergeben.[1]
Übersicht
EN ISO 7010 (aktuell)
Rettungszeichen nach der aktuell gültigen und international einheitlichen ISO 7010:
E001: Rettungsweg/Notausgang (links)(2)
E002: Rettungsweg/Notausgang (rechts)(2)
E003: Erste Hilfe
E004: Notruftelefon
E007: Sammelstelle
E008: Notausgangsvorrichtung, die nach Zerschlagen einer Scheibe zu erreichen ist
E009: Arzt
E011: Augenspüleinrichtung
E012: Notdusche
E013: Krankentrage
E014: Erkennungssystem für das Vorhandensein und die Orientierung eines Kindersitzes (CPOD)
E015: Trinkwasser
E016: Notausstieg mit Fluchtleiter
E017: Rettungsausstieg
E018: Öffnung durch Linksdrehung
E019: Öffnung durch Rechtsdrehung
E020: Not-Halt-Knopf
E021: Schutzhütte
E022: Tür öffnet durch Drücken auf der linken Seite
E023: Tür öffnet durch Drücken auf der rechten Seite
E024: Vorläufige Evakuierungsstelle
E025: Nothammer
E026: Notausgang für nicht-gehfähige oder gehbeeinträchtigte Personen (links)
E027: Medizinischer Notfallkoffer
E028: Wiederbelebungsgerät
E029: Fluchtretter
E030: Notausgang für nicht-gehfähige oder gehbeeinträchtigte Personen (rechts)
E031: Generalalarm auf einem Schiff
E032: Sammelstelle auf einem Schiff
E033: Schiebetür öffnet nach rechts
E034: Schiebetür öffnet nach links
E035: Messer für Rettungsfloßausrüstung
E036: Rettungsboot
E037: Bereitschaftsboot
E038: Rettungsfloß
E039: Mit Davit aussetzbares Rettungsfloß
E040: Rettungsring
E041: Rettungsring mit Leine
E042: Rettungsring mit Licht
E043: Rettungsring mit Leine und Licht
E044: Rettungsweste
E045: Rettungsweste für Kinder
E046: Rettungsweste für Säuglinge
E047: Radartransponder für Suche und Rettung
E048: Signalrakete
E049: Fallschirm-Signalrakete
E050: Leinenwurfgerät
E051: UKW-Sprechfunkgerät (Senden/Empfangen), tragbar
E053: Einbootungsleiter
E054: Offene Rutsche für Schiffsevakuierung
E055: Geschlossene Rutsche für Schiffsevakuierung
E056: Überlebensanzug
E057: Tür öffnet durch Ziehen auf der linken Seite
E058: Tür öffnet durch Ziehen auf der rechten Seite
E059: Fluchtleiter
E060: Rettungsstuhl
E061: Wasser-Rettungsausrüstung
E062: Tsunami-Zufluchtsbereich
E063: Tsunami-Zufluchtsgebäude
E064: Ersthelfer
E065: Zufluchtsort im Freien bei Naturkatastrophen
E067: Evakuierungsmatratze
E068: Rettungsring mit Licht und Rauch
E069: Person-über-Bord-Melder
E070: Rettungsaufzug für nicht-gehfähige oder gehbeeinträchtigte Personen
Zusatzzeichen Pfeil(3) (ehemalig E005)
Zusatzzeichen Pfeil(3) (ehemalig E006)
DIN 4844-2 (aktuell)
Rettungszeichen nach der Fassung 2021-11 der DIN 4844-2:
D-E019 Notausstieg
Der Entwurf DIN 4844/A1 von 2022-02 führt zusätzlich das Rettungszeichen D-E021 "Ausgangstür für Nebenfluchtwege, die nicht über Hauptfluchtwege führen" auf.[3]
DIN 4844-2 (veraltet)
Rettungszeichen nach der durch ISO 7010 abgelösten in Deutschland gegoltenen DIN 4844:
Richtungsangabe für Erste-Hilfe-Einrichtungen, Rettungswege, Notausgänge(1)
Richtungsangabe für Erste-Hilfe-Einrichtungen, Rettungswege, Notausgänge(1)
Rettungsweg / Notausgang(2)
Rettungsweg / Notausgang(2)
Erste Hilfe
Notruftelefon
Sammelstelle
Arzt
Augenspüleinrichtung
Notdusche
Krankentrage
alte Darstellung für Rettungsweg links
WSE001 Öffentliche Rettungsausrüstung
- Bemerkungen
Weltweit
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Nicht alle Länder verwenden die oben genannte ISO 7010 Norm. In den USA etwa sind nach wie vor andere Rettungszeichen verbreitet.
Literatur
- Unfallverhütungsvorschrift – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz. März 2007. – BGV A8
Einzelnachweise
- ASR A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, abgerufen am 13. Juli 2021.
- Sicherheitskennzeichen neu geregelt bei Austrian Standards, abgerufen am 5. Juni 2017
- DIN 4844-2/A1:2022-02 - Entwurf. In: beuth.de. Beuth Verlag, abgerufen am 17. Januar 2022.