Richard Bruce Paris
Richard Bruce Paris (* 23. Januar 1946 in Bradford; † 8. Juli 2022) war ein britischer Mathematiker, der sich mit Analysis und insbesondere mit der Asymptotik von Integralen und den Eigenschaften spezieller Funktionen befasste.[1]

Privates
Richard Bruce Paris war verheiratet mit Jocelyne Marie-Louise Neidinger. Mit ihr hat er einen Sohn sowie eine Tochter.[2]
Karriere
Im Jahr 1967 absolvierte Paris sein Studium zum Bachelor of Science an der School of Science and Engineering in Dundee. Eine Fortsetzung des Studiums an der der University of Manchester beendete er dann im Jahr 1971 mit der Ernennung zum Doctor of Philosophy. Seine Dissertation mit dem Titel The Role of the Magnetic Field in Cosmogony schrieb er bei dem australisch-britischen Astronomen Leon Mestel.[3] Im Anschluss daran, von 1974 bis 1987, arbeitete Paris für das französische Kommissariat für Atomenergie bei Euratom in Frankreich. Weiter war er von 1987 bis 2000 als Hochschullehrer vom Rang eines Senior Lecturer an der Universität von Abertay in Dundee, Schottland, tätig. Dort erreichte er im Jahr 2000 schließlich den Status eines Readers, nachdem er außerdem im Jahr 1999 durch die University of Manchester den Grad eines Doctor of Science erlangte. Zusätzlich wurde Paris 1986 zum Stipendiaten des britischen Institute of Mathematics and its Applications gewählt und besaß seit 1988 eine ehrenamtliche Dozentenstellung an der Universität von St. Andrews in Schottland.[1][2]
Wissenschaftliche Arbeit
Bei dem Lehrbuch Asymptotics and Mellin-Barnes Integrals, welches Paris zusammen mit David Kaminski von der Universität von Lethbridge veröffentlichte, handelt es sich um eines der wenigen Werke der Neuzeit, in dem die Verwendung von Mellin-Transformationen zur Herleitung asymptotischer Entwicklungen ausführlich erklärt wird. Diese stellt in der Tat häufig eine mächtige Alternative zur üblichen Laplace-Methode dar. Insbesondere ist der Anwendungsbereich von Mellin-Transformation grundsätzlich nicht auf eine bestimmte Klasse von Integralen beschränkt. Stattdessen sind diese sogar für Reihen oder iterierte Integrale anwendbar und somit auch bei der Lösung von Problemen in Zahlentheorie und mehrdimensionaler Analysis hilfreich. Entsprechende Beispiele sind ebenfalls in dem genannten Buch zu finden.
Dagegen behandelt Paris in dem Lehrbuch Hadamard Expansions and Hyperasymptotic Evaluation - An Extension of the Method of Steepest Descent ausschließlich die Laplace-Methode. Auf eine kurze Einführung folgen etliche teilweise numerische Anwendungsbeispiele und es werden darauf aufbauend weniger bekannte Möglichkeiten für eine verbesserte Genauigkeit der Laplace-Methode präsentiert.[4]
Literatur
- mit A. D. Wood: Asymptotics of Higher Order Differential Equations, Longman Scientific and Technical, 1986, ISBN 0-470-20375-7
- mit D. Kaminski: Asymptotics and Mellin-Barnes Integrals, Cambridge University Press, 2001, ISBN 978-0-521-79001-7 (englisch; Reihe Encyclopedia of Mathematics and its Applications 85)
- Hadamard Expansions and Hypergeometric Evaluation - An Extension of the Method of Steepest Descent, Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-1-107-00258-6 (englisch; Reihe Encyclopedia of Mathematics and its Applications 141)
- mit F. W. J. Olver, R. Askey et al.: NIST Handbook of Mathematical Functions, Cambridge University Press, 2010, Hardback ISBN 978-0-521-19225-5, Paperback ISBN 978-0-521-14063-8 (englisch)
Weblinks
- Veröffentlichungen von und über Richard Bruce Paris auf dem Dokumentenserver Researchgate
Einzelnachweise
- DLMF: Profile Richard B. Paris. National Institute of Standards and Technology, abgerufen am 18. Dezember 2022 (englisch).
- Richard Bruce Paris. Prabook, abgerufen am 18. Dezember 2022 (englisch).
- U376701 | University of Manchester Library Universal Access. Abgerufen am 10. Januar 2023.
- R. B. Paris: Hadamard Expansions and Hyperasymptotic Evaluation: an Extension of the Method of Steepest Descents. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-1-107-08985-3.