Spitzenorganisation der Filmwirtschaft

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) ist der Spitzenverband der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft, in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins mit Sitz in Wiesbaden. Der Verband vertritt die Interessen von 17 Berufsverbänden, die insgesamt wiederum über 1.100 Mitgliedsfirmen vertreten. Präsident ist Thomas Negele.[1]

Das Logo der SPIO

Aufgabe

Als Interessenvertretung der gesamten deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft äußert sich die SPIO öffentlich zu ökonomischen, rechtlichen und politischen Fragen, die diese Branche betreffen, nimmt Stellung zu Gesetzesvorhaben und erfüllt für ihre Mitglieder Servicefunktionen.

Einrichtungen und Servicefunktionen

Eine Tochtergesellschaft der SPIO ist die seit 2002 als GmbH geführte Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK).[2]

Die SPIO führt auch ein Titelregister zur Registrierung von Urheberrechten an Filmtiteln.

Die Statistische Abteilung erfasst alle verfügbaren Daten im Bereich der deutschen Filmwirtschaft, wertet sie aus und stellt die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Mitglieder können Filme und Videos, die von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft kein Kennzeichen erhalten haben, einer Juristenkommission der SPIO (kurz SPIO/JK) vorlegen, die prüft, ob der Bildträger die Bestimmungen des Strafgesetzbuchs einhält und in diesem Fall eines ihrer zwei Prüfzeichen vergibt.

Der Verein tritt als Gesellschafter des Filmfest München auf.

Seit 1974 veranstaltet die SPIO den Deutschen Filmball in München, der im Januar im Hotel Bayerischer Hof stattfindet. Ein Teil der Erlöse kommen der Deutschen Filmkünstler-Nothilfe zugute.[3]

Die SPIO zertifiziert so genannte SPIO-Karten, die von Kinos als einzige Möglichkeit der Zugangsberechtigung verwendet werden dürfen.

Geschichte

Die erste Spitzenorganisation der Filmwirtschaft wurde am 19. Oktober 1923 gegründet. Der Filmproduzent Erich Pommer wurde ihr Vorsitzender. 1933 ging die SPIO in der neu gegründeten Reichsfilmkammer auf.

1928–1933 gab es als gewerkschaftlich orientierte Gegenorganisation die Dachorganisation der filmschaffenden Künstler Deutschlands (Dacho).

Die Nachkriegs-SPIO wurde 1950 in Wiesbaden gegründet und ist seitdem auch eine der Hauptträgerinnen des Deutschen Filminstituts (DIF, vormals Deutsches Institut für Filmkunde).

Im Dezember 1956 rief die SPIO die Deutsche Filmkünstlernothilfe ins Leben, eine gemeinnützige Stiftung zur Unterstützung notleidender Filmkünstler. Im Januar 1966 gründete sie die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.

Präsidenten

Literatur

  • Manfred Behn: Gleichgeschaltet in die „Neue Zeit“. Filmpolitik zwischen SPIO und NS. In: Hans-Michael Bock, Michael Töteberg (Hrsg.): Das Ufa-Buch. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1992, S. 340–343.

Einzelnachweise

  1. Offizielle Website – Das Präsidium. Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V., abgerufen am 20. Februar 2019.
  2. James zu Hüningen: Lexikon der Filmbegriffe. brünger.media, 22. Juli 2011, abgerufen am 20. Februar 2019.
  3. Deutscher Filmball. Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V. (SPIO), abgerufen am 20. Februar 2019.
  4. Pressemitteilung. SPIO wählt neuen Präsidenten. SPIO, 17. März 2015, abgerufen am 18. Januar 2020.
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