Sozialticket
Ein Sozialticket ist ein im Preis ermäßigter Zeitfahrausweis zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch ökonomisch bedürftige Menschen (z. B. Empfänger von Bürgergeld, von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz). Üblicherweise handelt es sich dabei um eine Monatskarte, in Österreich manchmal auch um eine Jahreskarte. Mitunter gibt es auch Einzel-, 4-Fahrten- oder Tageskarten als Sozialticket. Der Fahrschein ist meist nicht übertragbar und erfordert einen Wohnsitz im jeweiligen Geltungsbereich.

In manchen Orten bzw. Verkehrsverbünden können auch Empfänger von Wohngeld Sozialausweise zum Erwerb von Sozialtickets erhalten. In einigen Orten (etwa in Frankfurt am Main, Leipzig und München) werden entsprechende Sozialausweise an alle ausgegeben, die bestimmte Einkommensgrenzen unterschreiten, auch wenn sie keine Sozialleistungen beziehen.
Überwiegend erhalten die regionalen oder überregionalen Verkehrsunternehmen hierfür einen Zuschuss von den betreffenden Städten, Landkreisen und/oder Bundesländern.
Sozialtickets nach Bundesländern
Die alphabetisch nach Bundesländern sortierte Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Baden-Württemberg
Ein Sozialticket gibt es in allen großen Städten und einigen Landkreisen. Sozialtickets gibt es unter verschiedenen Bezeichnungen, bzw. in Verbindung mit speziellen Karten in:
- Konstanz Sozialticket seit 2000. Eine Monatskarte kostet 24,25 Euro, für Schüler 17 Euro.[2]
- Karlsruhe mit Karlsruher Pass seit 2009. Die Umweltmonatskarte 2 Waben, die 9Uhr-Karte 3 Waben, die Karte für Schüler und Auszubildende 2 Waben, das Schülerferienticket sowie die „Karte ab 65“ (im Abo) sind etwa 50 % ermäßigt.[3]
- In Tübingen erhalten Personen mit KreisBonus Card eine Monatskarte für 15 Euro.[4]
- Mannheim mit Sozialpass seit Juli 2012[5]
- Heidelberg Rhein-Neckar-Ticket mit Heidelberg Pass oder Heidelberg Pass+ seit Januar 2014. Beide Pässe werden auch an Wohngeldempfänger ausgegeben.[6] Am 1. September 2022 wurde ein Jahresticket für 3 Euro monatlich für Inhaber des Heidelberg Pass bzw. Heidelberg Pass+ eingeführt.[7]
- Ulm mit Lobbycard seit Juli 2014[8]
- Stuttgart mit Bonuscard + Kultur seit 2015. Die Bonuscard + Kultur erhalten auch Empfänger von Wohngeld und Kinderzuschlag.[9] Ab Mai 2023 soll der Preis des Sozialtickets auf 24,50 Euro sinken. Das Ticket soll dann im ganzen Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart gelten.[10]
- Heilbronn in Stadt- und Landkreis seit April 2015. Berechtigte Personen erhalten unter der Bezeichnung Mobilitätsticket ein bezuschusstes Sahne-Ticket II. Das Ticket ist verbundweit gültig und kann an Wochentagen (Montag bis Freitag) ab 8.00 Uhr genutzt werden; am Wochenende ganztags. Der Eigenanteil beträgt 20 € pro Monat.[11]
- Freiburg im Breisgau seit 2016. Eine Monatskarte kostet im Zeitraum von September 2022 bis März 2023 24 Euro.[12]
- Baden-Baden seit 2020[13]
Bayern
- In Augsburg gibt es ein Sozialticket für 48,40 Euro.[14] Der Absatz ging jedoch zurück, nachdem die Verkehrsbetriebe ein von Montag bis Freitag ab 9 Uhr gültiges Monatsticket (am Wochenende ganztags gültig) im Abonnement eingeführt haben, welches nur 36,60 Euro kostet.[15]
- In Erlangen haben Inhaber des ErlangenPass die Möglichkeit, verschiedene Monatskarten vergünstigt zu erwerben, etwa eine reguläre Monatskarte im Jahresabo für 21,90 Euro oder eine 9-Uhr-Monatskarte im Jahresabo für 13,40 Euro.[16]
- Mit dem München Pass, der nicht an den Bezug von Sozialleistungen, sondern nur an die Unterschreitung bestimmter Einkommensgrenzen geknüpft ist, erhält man in die Möglichkeit zum Erwerb vergünstigter Monatskarten für den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Die IsarCard S entspricht im Umfang der IsarCard9Uhr (gilt also Montag bis Freitag nicht von 6–9 Uhr), kostet aber nur knapp zwei Drittel des regulären Preises (Stand Ende 2022: 31,10 Euro).[17] Die Fahrkarten sind nicht im Abo erhältlich.[18] Es können bis zu 3 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren mitgenommen werden. Zusätzlich kann man monatlich bis zu 15 Tageskarten ohne Sperrzeit in den Sozialbürgerhäusern kaufen.[19]
- Inhaber eines Nürnberg-Passes erhalten seit Januar 2021 das neue Sozialticket Solo 31 Nürnberg-Pass für das Stadtgebiet von Nürnberg und Fürth zum Preis von 15 Euro.[20] Im Gegensatz zum bis 2020 existierenden Sozialticket ist das Ticket rund um die Uhr gültig.
- In Straubing können Inhaber des Sozial-Passes vergünstigte Einzelfahrscheine und Tageskarten erwerben.[21]
- In Landshut können Inhaber eines Sozialpasses ermäßigte Einzel- und Tagesfahrkarten erwerben.[22]
- In Regensburg können Inhaber des Stadtpass ermäßigte Monatskarten erwerben. Diese kosten ohne Zeitbeschränkung 28,50 Euro, als an Werktagen erst ab 9 Uhr gültiges Ticket (Öko-Ticket) 19,50 Euro und für Schüler und Auszubildende 16,10 Euro (ohne Zeitbeschränkung). Den Stadtpass erhalten auch Wohngeldempfänger.[23]
Berlin und Brandenburg
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bietet das Berlin-Ticket S für € 27,50 und das Mobilitätsticket an, welche einer Monatskarte entsprechen (jedoch ohne Mitnahmeregelung oder Übertragbarkeit). Sie bestehen aus einer Kundenkarte mit Lichtbild, auf der die Berechtigung bescheinigt wird, und einem Wertabschnitt für den jeweiligen Gültigkeitszeitraum. Das Mobilitätsticket für Potsdam kostet 21,70 Euro.
Seit Februar 2018 haben auch Berliner Wohngeldempfänger einen Anspruch einen Berechtigungsnachweis, der zum Kauf eines Berlin-Ticket S berechtigt.
Von Januar bis April 2023 kostet das Berliner Sozialticket nur 9 Euro.[24]
Bremen
In Bremen gibt es ein im Stadtgebiet von Bremen gültiges Sozialticket, das StadtTicket Bremen, welches 25 Euro kostet. Kinder und Jugendliche, die von Sozialleistungen leben, erhalten das Sozialticket kostenfrei. Mit dem Ticket für Erwachsene können montags bis freitags ab 19:00 Uhr sowie ganztägig an Wochenenden und Feiertagen ein weiterer Erwachsener und bis zu vier Kinder (6 bis 14 Jahre) mitgenommen werden.[25] Im ebenfalls zum Bundesland Bremen gehörenden Bremerhaven gibt es kein Sozialticket.[26]
Hamburg
Im Hamburger Verkehrsverbund berechtigt die Ausstellung einer Sozialkarte zum Erwerb von (fast allen) Monatskarten mit einer Ermäßigung von 24,80 € (Stand 2023). Dies entspricht bei den günstigsten Zeitkarten einer Ersparnis von 40 %. Der Rabatt wird von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz getragen.[27]
Der Rabatt soll auch auf das Deutschlandticket gewährt werden, sobald dieses eingeführt wird.[28]
Hessen
Im Januar 2023 wurde die Einführung eines landesweit gültigen Sozialtickets angekündigt, des Hessenpass mobil. Er soll 31 Euro kosten und auch für Wohngeldempfänger erhältlich sein.[29]
- In Darmstadt wurde am 9. Juni 2019 ein Sozialticket eingeführt, welches jeweils ab 9 Uhr gilt. Von Montag bis Freitag ab 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen können eine weitere erwachsene Person und beliebig viele Kinder unter 15 Jahren kostenfrei mitgenommen werden.[30]
- In Frankfurt am Main gibt es mit dem Frankfurt-Pass beim Rhein-Main-Verkehrsverbund ermäßigte Monatskarten, welche nicht übertragbar sind.[31] Der Frankfurt-Pass ist nicht an den Bezug von Sozialleistungen gebunden, sondern nur an die Unterschreitung bestimmter Einkommensgrenzen. Das Schülerticket und die Seniorenkarte Hessen sollen für Inhaberinnen und Inhaber des Frankfurt-Passes ab 2023 109,50 Euro im Jahr kosten. Aktuell (Oktober 2022) kosten die ermäßigten Jahreskarten noch 239 Euro. Beide Tickets gelten in ganz Hessen.[32]
- In Kassel existiert seit Juli 2020 das MittendrinTicket. Es kostet 35 Euro im Monat. Von Montag bis Freitag ab 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen gilt das Ticket im gesamten Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes und eine weitere erwachsene Person und alle zum Haushalt gehörenden Kinder unter 18 Jahren fahren dann kostenfrei mit. Um das MittendrinTicket nutzen zu können, benötigt man die Teilhabecard Kassel, die auch Wohngeldempfänger erhalten.[33]
- In Wiesbaden gibt es die Kundenkarte/S, die 62,80 Euro kostet und im ÖPNV von Wiesbaden und Mainz gültig ist.[34] Im Laufes des Jahres 2023 soll der Preis um mindestens 20 Euro sinken.[35]
Mecklenburg-Vorpommern
- Bei der Rostocker Straßenbahn AG erhalten Inhaber des Warnowpasses Einzelfahrkarten und Tageskarten zum ermäßigten Preis. Seit dem 1. August 2020 können Warnow-Pass-Inhaber auch Wochen- und Monatskarten des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) für die Tarifzone Rostock ermäßigt erwerben. Im August 2022 wurde das MIRROR-WarnowTicket eingeführt, welches im ganzen Verkehrsverbund Warnow gilt (außer in der Bäderbahn Molli) und 30,42 Euro im Monat kostet. Es ermöglicht die Mitnahme von 1 Erwachsenen und 2 Kindern bis zum 15. Geburtstag oder 3 Kindern bis zum 15. Geburtstag, Mo–Fr von 19 bis 3 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen sowie 24. und 31.12. ganztägig. Es ist nur im Abonnement mit einer Laufzeit von 6 Monaten erhältlich. Der Aktionszeitraum des Tickets endet am 31. Dezember 2024.[36]
- Die Stadtwerke Greifswald bieten für Inhaber des Kultur- und Sozialpasses 6-er Tickets und Monatskarten mit einer verhältnismäßig geringen Ermäßigung (Erwachsene ca. 15 %, Kinder, Auszubildende und Studenten ca. 30 %) an.[37] Den Kultur- und Sozialpass erhält ein relativ breiter Kreis von Einwohnern, u. a. Wohngeldempfänger, Studenten und Auszubildende.[38]
- Die NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH bietet ein Sozialticket für den Stadtverkehr in Wismar zum Preis von 42 Euro an.[39]
Niedersachsen
- In Salzgitter gibt es seit Januar 2019 ein Sozialticket zum Preis von 25 Euro (Kinder 15 Euro). Seit Februar 2021 ist es zeitlich uneingeschränkt gültig.[40]
- Im Verbund des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) wird der GVH-Sozialtarif angeboten. Die Berechtigung hierzu nennt sich im gesamten Gebiet der Region Hannover die Region-S-Karte. Damit kann man die Tageskarte S oder die Monatskarte S erwerben. Der Preis ist abhängig von der Zahl befahrener Zonen. So kostet die Monatskarte S für die Zone A (Stadtgebiet Hannover) 39,40 Euro. Die Monatskarte S berechtigt werktags ab 19:00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztägig zur Mitnahme eines Erwachsenen und bis zu drei Jugendlichen oder Kindern unter 18 Jahren. Voraussetzung ist, dass die Mitgenommenen ebenfalls im Besitz einer Region-S-Karte sind und diese mitführen.[41]
- Im Landkreis Wolfenbüttel wurde am 1. August 2018 ein Sozialticket zum Preis von 25 Euro eingeführt. Kinder vom 6. bis einschließlich 14. Lebensjahr zahlen 15 Euro.[42]
- Im Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen wurde am 1. Januar 2021 ein verbundweites Sozialticket VSNCard-E für 35 Euro eingeführt.[43]
Nordrhein-Westfalen
- Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) wird seit dem 1. Januar 2013 ein Sozialticket angeboten. Es gilt für das jeweilige Kreisgebiet bzw. in größeren Städten für das Stadtgebiet und kostet es im Abonnement 36,22 Euro (ohne Abonnement 41,20 Euro). Für darüber hinaus führende Fahrten innerhalb des VRR muss ein Zusatzticket zu je 3,80 € gelöst werden. Von rund 1,35 Millionen Berechtigten nutzten 2017 ca. 166.000 (12,3 %) das Sozialticket. Berechtigungsausweise für das Sozialticket werden auch an Wohngeldempfänger ausgegeben.[44][45] Seit Januar 2023 ist das Ticket auch im Abonnement erhältlich.[46] Ab 1. Juni 2023 bietet der VRR zudem eine flexiblere Sozialticketvariante für anspruchsberechtige Kunden. Um ihnen auch Fahrtmöglichkeiten über die Preisstufe A in ihrer Stadt bzw. ihrem Kreis hinaus anbieten zu können, wurde ein Ticket konzipiert, dass sich an das Flex25-Angebot anlehnt. Die berechtigten Sozialticketkunden haben für einen Grundpreis von 2,90 Euro die Möglichkeit, um 50 Prozent rabattierte Einzeltickets in allen Preisstufen innerhalb von 30 Tage zu kaufen.[47]
- Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (Köln, Bonn, Leverkusen) sind seit März 2012 vergünstigte Monatstickets und 4er-Fahrkarten unter dem Namen MobilPass erhältlich. Diese werden direkt am Fahrscheinautomaten verkauft und sind deutlich günstiger als reguläre Fahrkarten, z. B. Monatsticket Preisstufe 1b (für Köln) 44,50 €, im Abo 37,10 € (Stand 2022).[48] Die Fahrkarten sind auf andere MobilPass-Berechtigte übertragbar. In Bonn kostet das Sozialticket ab 1. September 2022 nur noch 19 Euro.[49]
- Ostwestfalen: In Bielefeld können Inhaber des Bielefeld-Passes seit dem 1. Dezember 2011 ein Monatsticket für Busse und Bahnen im Stadtgebiet in zwei Varianten erwerben.[50] Seit April 2022 kostet das Ticket nur noch 29 Euro. Das 9-Uhr-Ticket (Montag bis Freitag nicht zwischen 3 und 9 Uhr gültig) kostet 15 Euro. Beide Tickets sind auf andere Bielefeld-Pass-Inhaber übertragbar. Von Montag bis Freitag können ab 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztags, bis zu fünf Personen (davon maximal zwei Personen ab 15 Jahren) mit dem Bielefeld-Pass Ticket fahren. Statt Personen können auch Fahrräder mitgenommen werden.[51] Weitere ostwestfälische Gemeinden mit einem Sozialticket sind Detmold, Bünde, Löhne, Enger, Spenge und Gütersloh.[52] Die Kreise Paderborn und Höxter bieten gemeinsam das Fair Ticket für 36,00 € an welches in beiden Kreisen gültig ist. Zusätzlich bietet die Stadt Paderborn ein ermäßigtes Fair Ticket für 24,90 € an, welches auf das Stadtgebiet beschränkt ist.[53]
- Im Bereich der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) gibt es seit 2013 ein MobilitätsCard genanntes Sozialticket zum Preis von 29,90 € monatlich. Werktags ab 19 Uhr und ganztags an Wochenenden und Feiertagen können ein Erwachsener und bis zu drei Kinder mitgenommen werden.[54]
- im Kreis Unna gibt es ein Sozialticket, das entweder für eine Stadt/Gemeinde im Kreis Unna oder im ganzen Kreis gilt. Es kostet 20,45 Euro für eine Stadt/Gemeinde und 33,10 Euro für den gesamten Kreis.[55]
- Im Kreis Düren gibt es das Mobil-Ticket. Es kostet 24,50 Euro monatlich. Es ist nur als Monatsticket im Jahresabonnement erhältlich und gilt täglich ohne zeitliche Einschränkungen. Die Zahlung des Ticketpreises erfolgt durch unmittelbare Überweisung des monatlichen Kostenbeitrags durch den zuständigen Sozialleistungsträger (außer bei Empfängern von Wohngeld).[56]
Rheinland-Pfalz
- In Koblenz soll laut eines Beschluss des Stadtrates von Mai 2021 ein Sozialticket eingeführt werden.[57]
- Mainz: Die Sondermonatskarte des Verkehrsverbundes Mainz-Wiesbaden kostet seit 2023 30 Euro und gilt ohne zeitliche Einschränkung.[58] Voraussetzung für die Nutzung der Sondermonatskarte ist der MainzPass. Dieser wird auch Empfängern von Wohngeld ausgestellt.[59]
- In Ludwigshafen am Rhein gibt es kein Sozialticket als Monatskarte, sondern es können bis zu 3 5-Fahrten-Karten zu je 5 Euro (Kinder 3,50 Euro) erworben werden. Die Fahrscheine gelten für eine einmalige Fahrt in eine Richtung mit Umstieg. Umwege, Rund- und Rückfahrten sind nicht gestattet. Der Geltungsbereich der Fahrkarte umfasst die Preisstufe 2 (Großwabe Ludwigshafen/Mannheim), die Geltungsdauer beträgt 90 Minuten. Fahrtunterbrechungen innerhalb der Geltungsdauer sind gestattet.[60] Am 2. Januar 2023 hat die Stadt Ludwigshafen den Verkauf von Sozialtickets wegen der schlechten Haushaltssituation eingestellt.[61]
Saarland
Im Saarland gibt es zwei saarlandweite gültige Sozialtickets, das montags bis freitags ab 9.00 Uhr gültige Fair-Ticket (an Wochenenden und Feiertagen gilt es ganztägig) und das rund um die Uhr gültige Fair-Ticket Plus. Sie kosten 29 bzw. 39 Euro. Beide Tickets können auch von Wohngeldempfängern erworben werden. Als Berechtigungsnachweis dient die SOZIALCARD.[62]
Sachsen
- Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben kann man bei Vorlage eines Dresden-Passes vergünstigte Fahrscheine erwerben. Die Vergünstigung richtet sich nach dem Fahrschein und beträgt bis zu 50 %.[63] Eine Monatskarte für die Tarifzone Dresden kostet 49,80 Euro, im Abo 27,45 Euro (Stand April 2022). Den Dresden-Pass erhalten auch Wohngeldempfänger.[64]
- Die Leipziger Verkehrsbetriebe bieten die Leipzig-Pass-MobilCard an. Diese kostet 35 Euro, im Abo 31,20 Euro.[65] Der Leipzig-Pass ist nicht an den Bezug von Sozialleistungen gebunden, sondern nur an die Unterschreitung bestimmter Einkommensgrenzen.[66]
Sachsen-Anhalt
- Inhaber des Sozial- und Familienpasses des Landkreises Harz können ermäßigte Einzelfahrscheine der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Ostharz nutzen. Diese gelten nur bis zur Landkreisgrenze und nicht auf allen Linien.[67]
- Inhaber des Magdeburger Stadtpass Otto-City-Card erhalten ein Guthaben für den Kauf von Fahrkarten bei den MVB. Dieses beträgt aktuell 5,00 EUR je Monat. Den Stadtpass erhalten auch Wohngeldempfänger.[68]
Schleswig-Holstein
In Flensburg wurde zum 1. Januar 2022 ein Sozialticket zum Preis von 25 Euro eingeführt. An Sonn- und Feiertagen können ein Erwachsener und bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahre kostenlos mitgenommen werden.[69]
Thüringen
- In Erfurt erhalten Alg-2-Empfänger einen Zuschuss von 30 Euro zu der 63,40 Euro kostenden Monatskarte der Erfurter Verkehrsbetriebe. Der monatliche Zuschuss wird nur für einen berechtigten Sozialausweisinhaber pro Bedarfsgemeinschaft gezahlt.[70]
- In Jena können Inhaber einer Jenabonus-Karte eine Monatskarte für 50,30 Euro zu erwerben (Schüler und Azubis 24 Euro).[71]
- In Weimar ist ein Sozialticket zum Preis von 25,20 Euro erhältlich.[72]
Abgelehnte Sozialtickets
- In Chemnitz wurde 2008 ein Sozialticket wegen der finanziellen Mehrbelastungen durch den Stadtrat abgelehnt.[73] 2018 wurde ein solcher Vorschlag erneut abgelehnt.[74]
- Bei der Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) sollte 2009 zeitgleich mit Leipzig auf Stadtratsbeschluss ein Sozialticket eingeführt werden. Auf Grund der finanziellen Situation der Stadt Halle (Saale) wurde das Vorhaben jedoch gekippt.[75]
- In Norderstedt wurde die Einführung eines Sozialtickets für den Hamburger Verkehrsverbund, zu dem Norderstedt gehört, abgelehnt.[76]
- In Landau in der Pfalz wurden Pläne für einen Landau-Pass, mit dem u. a. die Benutzung des ÖPNV günstiger werden sollte, im September 2021 gestoppt.[77][78]
- In Hildesheim wurde die Einführung eines Sozialtickets 2021 abgelehnt.[79]
Alternativmodelle
Andere praktizierte Modelle zur Mobilitätsteilhabe sind ein generelles Bürgerticket (mit Sozialermäßigung) oder das diskriminierungsfreie und bedingungslose Mobilitätskonzept des kostenfreien Nahverkehrs.
Ähnliche Vergünstigungen
- Der Wuermeling-Pass war ein Berechtigungsausweis zur „Fahrpreisermäßigung für kinderreiche Familien“
Österreich
Empfänger von Ausgleichszulage ab 65 Jahren erhalten die Vorteilscard, mit der alle Züge der ÖBB zum halben Preis benutzt werden können und in einigen Verkehrsverbünden ermäßigte Fahrkarten für den ÖPNV erworben werden können, gratis (Vorteilscard Senior:in Frei).[80]
Kärnten
Empfänger von Ausgleichszulage erhalten das landesweit gültige Kärnten Ticket Spezial, welches zum 1. Jänner 2022 eingeführt wurde, für 199 Euro im Jahr.[81]
Oberösterreich
Inhaber eines Aktivpass der Stadt Linz oder Leonding erhalten eine Monatskarte für die Kernzone Linz für 15,10 bzw. 13 Euro.[82]
Salzburg
Die Stadt Salzburg beschloss, 2023 ein bundeslandweites Ticket für 50 Euro im Jahr einzuführen. Voraussetzung ist das Innehaben einer Aktiv:Karte PLUS. Diese soll jeder erhalten, dessen Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, die aktuell bei 1.371 Euro für einen 1-Personen-Haushalt angenommen wird.[83]
Steiermark
Inhaber einer Sozialcard der Stadt Graz erhalten eine Jahreskarte für den ÖPNV für 50 Euro (bzw. 60 Euro einschließlich Nutzung der Grazer Schloßbergbahn).[84]
Tirol
Empfänger von Ausgleichszulage erhalten das in ganz Tirol gültige Jahres-Ticket Spezial 2023 für 238,50 Euro.[85]
Wien
Inhaber eines Mobilpass der Stadt Wien erhalten ein 31 Tage gültiges Ticket mit dem Namen 31 Tage WIEN Mobilpass für die Wiener Linien für 18 Euro.[86] Auch ermäßigte Einzelfahrkarten für 1,20 Euro können von Inhabern des Mobilpass erworben werden.[87]
Einzelnachweise
- Infrastrukturatlas - Daten und Fakten über öffentliche Räume und Netze Berlin 2020, ISBN 978-3-86928-220-6, dort S. 20
- Tarife Stadtbus Sozial- und Pflegepassinhaber 2019, Stadtwerke Konstanz
- Angebote. Karlsruher Pässe, Karlsruher Pass
- Monatskarte. Stadtwerke Tübingen, abgerufen am 12. Oktober 2021.
- Sozialticket Ludwigshafen: Preis sinkt, Ticketanzahl steigt. In: Mannheimer Nachrichten. 23. Mai 2019, abgerufen am 17. Juni 2021 (deutsch).
- Stadt Heidelberg: Sozialticket. Abgerufen am 17. Juni 2021.
- Heidelberg macht´s möglich: Schülerticket für 3 Euro im Monat und andere bezuschusste Abos Schüler und Inhaber des HD Pass bezahlen für Jahreskarten ab 1. September nur 3 Euro im Monat/ „Karte ab 60“ auf 365 Euro im Jahr vergünstigt / Bestandskunden der rnv müssen nichts unternehmen. Stadt Heidelberg, 12. August 2022, abgerufen am 16. August 2022.
- LobbyCard und KinderBonusCard. Abgerufen am 17. Juni 2021 (deutsch).
- Bonuscard + Kultur beantragen. Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen am 10. Februar 2023.
- Neues Sozialticket für Suttgart ab 1. Mai. Landeshauptstadt Stuttgart, 9. Februar 2023, abgerufen am 10. Februar 2023.
- Mobilitätsticket. HNV, abgerufen am 18. Oktober 2021.
- Sozialticket. Abgerufen am 17. Juni 2021.
- Sozialticket - Stadt Baden-Baden. Abgerufen am 24. September 2021.
- Sozialticket - Zuschuss im Öffentlichen Nahverkehr. Stadt Augsburg, abgerufen am 4. August 2021 (deutsch).
- Augsburger Allgemeine: Nahverkehr: Das Sozialticket ist nicht mehr so gefragt. 21. März 2019, abgerufen am 4. August 2021.
- ErlangenPass - Vergünstigungen. In: erlangen.de. Abgerufen am 28. November 2022.
- Andreas Schubert: München: MVV-Tickets werden im Dezember erneut teurer. Süddeutsche Zeitung, 17. September 2021, abgerufen am 24. September 2021.
- IsarCard S. Abgerufen am 24. September 2021.
- München Pass, Stadt München
- Solo 31 Nürnberg-Pass. VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, abgerufen am 2. Dezember 2022.
- Tarife | Verkehr | Stadtwerke Straubing. Abgerufen am 4. August 2021.
- Mit dem Bus bequem ans Ziel. In: Stadtwerke Landshut. Abgerufen am 3. November 2021 (deutsch).
- Stadt Regensburg - Bürgerservice - Dienstleistungen. Abgerufen am 3. Februar 2023.
- Joachim Fahrun: Berlin verlängert 9-Euro-Sozialticket bis Ende April. Berliner Morgenpost, 7. Februar 2023, abgerufen am 9. Februar 2023 (deutsch).
- VBN: MonatsTicket. Abgerufen am 24. Januar 2022.
- Gareth Joswig: Endstation 2,80 Euro, taz, 21. Juni 2018, abgerufen am 6. Mai 2021
- Sozialrabatt auf Zeitkarten des HVV. In: hamburg.de. 13. Januar 2023, abgerufen am 18. Januar 2023.
- Mirjam Baer: Sozialrabatt auch für 49-Euro-Ticket. In: FINK.HAMBURG. 9. November 2022, abgerufen am 10. November 2022.
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- Sozialticket Ludwigshafen: Preis sinkt, Ticketanzahl steigt. Ludwigshafen - Stadt am Rhein, 23. Mai 2019, abgerufen am 26. April 2022.
- Stadt Ludwigshafen stoppt Verkauf von Sozialtickets: „Unsozial“ – Kritik von SPD. Ludwigshafen 24, 3. Januar 2023, abgerufen am 4. Januar 2023.
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- Stadtpass Otto-City-Card (OCC). Landeshauptstadt Magdeburg, abgerufen am 3. Februar 2023.
- Fahrkarten Flensburg | Aktiv Bus Flensburg. Abgerufen am 25. Januar 2023.
- Monatskarte (Sozialticket). Erfurt.de – das offizielle Stadtportal der Landeshauptstadt Thüringens, 14. Januar 2021, abgerufen am 1. Juli 2021.
- Tickets auf einen Blick - Jenaer Nahverkehr. Abgerufen am 27. Mai 2021.
- Sozialticket. Stadtverwaltung Weimar - Finanzen, abgerufen am 26. April 2022.
- Kein Sozialticket für Chemnitz. 8. Oktober 2008, abgerufen am 12. April 2011.
- Stadtrat stimmt gegen Sozialticket | Freie Presse - Chemnitz. 19. Dezember 2018, abgerufen am 5. Mai 2021.
- Sozialticket: Halle hat kein Geld. Ermäßigtes ÖPNV-Ticket für sozial Bedürftige wird nicht eingeführt. 26. November 2009, archiviert vom Original am 4. Februar 2010; abgerufen am 12. April 2011.
- Andreas Burgmayer: Das HVV-Sozialticket ist in Norderstedt gescheitert. Hamburger Abendblatt, 22. September 2015, abgerufen am 10. Februar 2022 (deutsch).
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- S. W. R. Aktuell, S. W. R. Aktuell: Sozialpass vorerst gestoppt. Südwestdeutscher Rundfunk, 21. September 2021, abgerufen am 24. September 2021.
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