Landi (Unternehmen)

Die Landi Schweiz AG ist die nationale Einkaufs-, Logistik- und Marketingorganisation für die Landi-Läden. Hauptaktionär ist die Schweizer Agrargenossenschaft Fenaco. Weitere Anteile halten die LAVEBA Genossenschaft in St. Gallen und der Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS). Die rund 270 Landi-Läden konzentrieren sich auf den ländlichen Raum in der Deutsch- und Westschweiz. Weiter gibt es auch den Landi-Online-Shop.[3] Gemeinsam bilden die Landi-Läden und die Landi Schweiz AG den Landi Detailhandel. Daneben steht die Marke Landi auch für die schweizweit 183 landwirtschaftlichen Genossenschaften und Aktiengesellschaften (Stand 2020). Eigentümer (Mitglieder) der Landi sind im Grundsatz aktive Schweizer Bäuerinnen und Bauern als Genossenschafter oder Aktionäre.

Landi Schweiz AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 1989
Sitz Dotzigen, Schweiz
Leitung Philipp Zgraggen
(Präsident des Verwaltungsrates)

Ernst Hunkeler
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)

Mitarbeiterzahl rund 400
Umsatz 1,53 Mrd. CHF (2022)[2]
Branche Detailhandel
Website www.landischweiz.ch

Die nationale Verteilung ab Dotzigen wurde an die Fiege Logistik (Schweiz) AG ausgelagert.

Angebot der Landi-Läden

Das Sortiment der Landi-Läden umfasst rund 8000 Artikel. Der Fokus des Sortiments liegt auf Eigenmarken, die bekanntesten sind Farmer (Getränke), Okay (Geräte und Zubehör für den Garten), Capito (Erden, Pflanzennahrung und Pflanzenschutz) sowie bitscat und bitsdog (Tiernahrung).[4] Die Landi setzt auf eine konsequente Dauertiefpreisstrategie. Ergänzt wird das Sortiment durch «Top Angebote». Dies sind Artikel, die nur in einem begrenzten Zeitraum angeboten werden. Die Landi bietet zudem einen umfassenden Produkteservice über das gesamte Sortiment an.

Seit 2013 vertreibt die Landi Motorroller unter der Eigenmarke Tell, die in China hergestellt werden.[5] Insgesamt kommen rund 11 % der in der Landi angebotenen Produkte aus China, 5 % aus dem übrigen Asien, 52 % aus der Schweiz, 14 % aus Deutschland, 17 % aus dem übrigen Europa, 1 % aus Amerika und 0,1 % aus Afrika (Stand 2020).[6]

Geschichte

Im 19. Jahrhundert entstanden in der ganzen Schweiz – mit Ausnahme des Tessins – landwirtschaftliche Genossenschaften. Diese übernahmen die Vermarktung der Ernte und ermöglichten günstigere Preise beim Einkauf von Agrarprodukten.

1964 gründete der Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften Bern (VLG) das Ressort Geräte.[7] 1971 schlossen sich fünf landwirtschaftliche Genossenschaftsverbände aus dem Mittelland und der Westschweiz zusammen und gründeten die Arbeitsgruppe Haus & Garten. Diese hatte zum Ziel, die Einkaufsaktivitäten der einzelnen Genossenschaften zusammenzuführen. Die Arbeitsgruppe baute das Sortiment der Agrarprodukte aus, um weitere Kundengruppen anzusprechen. 1979 wurde vom VLG Bern, vom NWV Solothurn, vom VLGZ Luzern, vom FCA Fribourg und vom FVAV Lausanne die UFA Haus & Garten AG in Bern mit Sitz in der Felsenau (Bern) gegründet. Der Erfolg dieser Arbeitsgruppe bewog die landwirtschaftlichen Verbände der Ostschweiz (VOLG Winterthur, Landverband St. Gallen (eh. LV St. Gallen, seit 2019 LAVEBA), GVS Schaffhausen) dazu, im Jahr 1984 die UFA Haus + Garten Pfungen AG mit Sitz in Pfungen zu gründen.[7]

1988 folgte die Fusion mit der UFA Haus + Garten AG Bern und im folgenden Jahr der Umzug von Bern und Pfungen nach Dotzigen.[7] Die UFA Haus + Garten AG war von nun an eine Dienstleistungsorganisation für die Verkaufsstellen der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Das Dienstleistungsangebot umfasste die Marketingstrategie inklusive einheitlichem Werbeauftritt, Layout und Einrichtung der Läden, Schulungen des Verkaufspersonals, Einkauf sowie Logistik der Produkte.

Der Geschäftsbereich Haus und Garten entwickelte sich erfreulich, während das Agrarsortiment stagnierte. Um neue Kundengruppen zu gewinnen, wurde deshalb das Sortiment gezielt angepasst. Weiter wurde auch die Umsetzung der Vision «grössere Verkaufsflächen» vorangetrieben.

1994, ein Jahr nach der Gründung der Fenaco, wurde aus der UFA Haus + Garten AG die Landi Schweiz AG. Die Verkaufsstellen wurden in «LANDI Läden» umbenannt. Im selben Jahr wurde der erste Landi-Laden, wie wir ihn heute kennen, in Ebikon eröffnet.[8]

Seither wird das Landi-Laden Konzept in Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern Landi und der Landi Schweiz AG kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. In den letzten Jahren wurde bei den regionalen Landis zahlreiche Fusionen vollzogen. Die Landi Reba AG aus Aesch BL, wessen Aktien zu 90 Prozent im Besitz der Fenaco selbst sind, dürfte mit einem Umsatz von über 100 Millionen Franken im Jahr 2021 zu der Spitze der Landis gehören.[9] Mit einem Umsatz von 61,28 Millionen Franken zählte die Landi Maiengrün, Genossenschaft aus Hendschiken zu den zehn grössten Landis im Jahr 2019.[10] 2018 zählte die Landi Weinland, Genossenschaft aus Marthalen mit rund 99,4 Millionen Franken zu der Spitze der Landis.[11] Die Landi Frila, Genossenschaft aus Eiken war im Jahr 2012 mit einem Umsatz von 56,6 Millionen Franken die fünftgrösste Landi.[12]

2008 wurde in Dotzigen ein Hochregallager gebaut.[7] 2015 wurde in Lahr, Deutschland, eine Lagerhalle von LahrLogistics eröffnet, ein Joint Venture mit der ZG Raiffeisen. 2018 wurden am selben Standort zwei zusätzliche Lagerhallen in Betrieb genommen.[13] 2020 wurde das Garden Center Plus in Luxemburg eröffnet.[7]

Siehe auch

  • Volg, die zweite Detailhandelskette der Fenaco

Einzelnachweise

  1. Landi Schweiz AG. Handelsregisteramt des Kantons Bern, abgerufen am 1. Mai 2021.
  2. https://www.schweizerbauer.ch/markt-preise/marktmeldungen/landi-laeden-umsatzwachstum-gestoppt/
  3. Landi «eröffnet» Online-Shop. Schweizer Bauer, 26. Oktober 2017, abgerufen am 31. August 2020.
  4. Eigenmarken. Landi AG, abgerufen am 15. Oktober 2020.
  5. Billig-Töffs aus China: Händler von Marken-Rollern sind sauer auf die Landi. In: blick.ch. 22. Juli 2013, abgerufen am 10. Dezember 2022.
  6. Adrian Krebs: Landi-Sortiment: Gut die Hälfte der Produkte kommt aus der Schweiz. In: bauernzeitung.ch. 5. August 2020, abgerufen am 10. Dezember 2022.
  7. Über uns. Geschichte. In: landischweiz.ch. Abgerufen am 9. November 2022.
  8. Überzeugen durch Leistung. (PDF; 4 MB. S. 43–46) Die Geschichte des Zusammenschlusses der landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände der Schweiz. In: fenaco.com. 2015, abgerufen am 19. Januar 2020.
  9. Simon Tschopp: Baselbieter Landi Reba setzt neue Rekordmarke. In: bzbasel.ch. 21. April 2022, abgerufen am 2. Oktober 2022.
  10. Ruth Steiner: Lenzburg - Startschuss zur Modernisierung: Landi Maiengrün wird für 4,3 Millionen Franken umgebaut. In: aargauerzeitung.ch. 27. Juni 2020, abgerufen am 2. Oktober 2022.
  11. Roland Müller: Die 100-Millionen-Marke in Griffweite. In: bauernzeitung.ch. 24. Mai 2019, abgerufen am 2. Oktober 2022.
  12. Geri Hirt: Fricktal - Die fünftgrösste Landi der Schweiz kann Gewinn fast um die Hälfte steigern. In: aargauerzeitung.ch. 8. April 2013, abgerufen am 2. Oktober 2022.
  13. Neue Hallen in Lahr: Mehr Kapazität für die LANDI-Logistik. In: fenaco.com. 15. November 2018, abgerufen am 1. Mai 2021.
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