Tofacitinib
Tofacitinib (Handelsname: Xeljanz; Hersteller: Pfizer Pharma) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Januskinasen(JAK)-Inhibitoren. Es wird als Citratsalz verwendet.[2] Tofacitinib blockiert die Januskinasen JAK1 und JAK3 selektiv und irreversibel.[3] Dadurch sind diese nicht mehr in der Lage, weitere durch Zytokine verursachte Aktivierungsvorgänge durchzuführen. Zu diesen Vorgängen gehört die Phosphorylierung von STAT-Proteinen. Tofacitinib ist zugelassen zur Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis und Psoriasis-Arthritis in Kombination mit MTX bei erwachsenen Patienten, die auf eine krankheitsmodifizierende antirheumatische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Ferner besteht eine Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Colitis ulcerosa, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben.
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Tofacitinib | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel |
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| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code |
L04AA29 | |||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | ||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest (Citrat)[1] | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||||
Der Sicherheitsausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) PRAC hat im Oktober 2019 darauf hingewiesen, dass Tofacitinib das Risiko von Blutgerinnseln in der Lunge und im tiefen Venensystem erhöhen kann. Deshalb sei das Präparat bei Patienten mit erhöhtem Thromboembolierisiko mit Vorsicht anzuwenden.[4] Im November 2022 veröffentlichte die EMA Empfehlungen des PRAC zur Vermeidung schwerer Nebenwirkungen unter Tofacitinib und weiteren JAK-Inhibitoren, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnsel, Krebs und schwere Infekte. Demnach sollen JAK-Inhibitoren bei älteren Patienten (ab 65 Jahren), Rauchern oder ehemaligen starken Rauchern sowie Patienten mit erhöhtem Krebs- oder Herz-Kreislauf-Risiko nur noch dann eingesetzt werden, wenn keine anderen Medikamente geeignet oder verfügbar sind. Bei Patienten mit Risiko für Blutgerinnsel sollen sie nur mit Vorsicht eingesetzt werden.[5] Grundlage dieser Empfehlungen sind vor allem die Ergebnisse einer randomisierten Studie, die ein erhöhtes Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko unter Tofacitinib zeigte.[6]
Der Einsatz von Tofacitinib bei COVID-19-Erkrankten mit einer Pneumonie führte zu einem Rückgang von Todesfällen und Lungenversagen um jeweils etwa 50 %.[7]
Weblinks
- Rote-Hand-Briefe seit März 2019 zu Xeljanz® (Tofacitinib)
Einzelnachweise
- Datenblatt Tofacitinib citrate, ≥98% (HPLC) bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 1. Mai 2019 (PDF).
- Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Tofacitinib-Citrat: CAS-Nummer: 540737-29-9, EG-Nummer: 638-826-4, ECHA-InfoCard: 100.166.451, PubChem: 10174505, ChemSpider: 8350010, Wikidata: Q27139435.
- Tofacitinib. In: Drugs in R&D. Band 10, Nummer 4, 2010, S. 271–284, doi:10.2165/11588080-000000000-00000, PMID 21171673, PMC 3585773 (freier Volltext).
- Meeting highlights from the Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) 28-31 October 2019, PM EMA vom 31. Oktober 2019, abgerufen am 4. November 2019.
- EMA confirms measures to minimise risk of serious side effects with Janus kinase inhibitors for chronic inflammatory disorders. Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), 11. November 2022, abgerufen am 17. Januar 2023.
- Ytterberg SR, Bhatt DL, Mikuls TR et al.: Cardiovascular and Cancer Risk with Tofacitinib in Rheumatoid Arthritis. In: N Engl J Med. Band 386, Nr. 4, 27. Januar 2022, S. 316–326, doi:10.1056/NEJMoa2109927, PMID 35081280.
- Tofacitinib in Patients Hospitalized with Covid-19 Pneumonia in: The New England Journal of Medicine.
