TuS N-Lübbecke

TuS N-Lübbecke ist der Name der ersten Männermannschaft des deutschen Handballvereins TuS Nettelstedt aus der ostwestfälischen Stadt Lübbecke in Nordrhein-Westfalen und des wirtschaftlichen Trägers (TuS N-Lübbecke GmbH) der Profimannschaft. Die Namensgebung erfolgte auf Betreiben des Hauptsponsors Paul Gauselmann. 2021 gelang der siebte Aufstieg in die Bundesliga. Der TuS N-Lübbecke spielt seit der Saison 2022/23 in der 2. Bundesliga. Seit der Saison 2020/21 ist der TuS Teil der Handballspielgemeinschaft LIT 1912.

TuS N-Lübbecke
Voller Name TuS N-Lübbecke GmbH
Gegründet1912/1945
Vereinsfarbenschwarz/rot
HalleMerkur Arena
Plätze3250
GeschäftsführerTorsten Appel
TrainerMichael Haaß
Liga2. Bundesliga
2021/22
Rang 18. Platz (Bundesliga)
DHB-Pokal2. Runde
Websitetus-n-luebbecke.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
NationalDHB-Pokalsieger
1981
InternationalEuropapokal der Pokalsieger
1981
Euro-City-Cup
1997, 1998

Geschichte

Altes Logo des TuS Nettelstedt

Schon auf dem Großfeld in den 1940er Jahren spielte man in dem 2000-Einwohner-Dorf in der damals höchsten Spielklasse. 1970 sorgte der Verein bundesweit für Aufsehen, als Herbert Lübking, seinerzeit Kopf der deutschen Nationalmannschaft, von Grün-Weiß Dankersen (heute GWD Minden) aus der Bundesliga in die Kreisliga zum TuS Nettelstedt wechselte. Aus diesem Wechsel resultierte ein bis heute anhaltendes Konkurrenzverhältnis zum Kreisrivalen GWD Minden.

Mit Lübking und anderen prominenten Verstärkungen marschierte der Verein durch die Ligen. Beim Endspiel um die Deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1975, dem letzten Meisterschaftsspiel auf dem Großfeld überhaupt, unterlag TuS Nettelstedt auf eigenem Platz der TSG Haßloch knapp mit 14:15. 1976 erreichte man mit dem sechsten Aufstieg in Folge seit 1970/71 die Hallenhandball-Bundesliga. Der TuS Nettelstedt wurde 1977 Gründungsmitglied der eingleisigen Handball-Bundesliga und war deren erster Tabellenführer.

1981 gewann der Verein den DHB-Pokal und den Europapokal der Pokalsieger, an dem man als Vizepokalsieger 1980 teilgenommen hatte. 1983 stieg der Verein in die zweite Bundesliga ab; erst elf Jahre später gelang der Wiederaufstieg. 1997 und 1998 gewann der TuS den City-Cup, 1999 erreichte man erneut das Halbfinale dieses Wettbewerbs. 2001 stieg der Verein mit hohen Schulden erneut in die zweite Liga ab. Unter dem Namen TuS N-Lübbecke gelang der sofortige Wiederaufstieg, dem sich der erneute Abstieg anschloss. In der Saison 2003/04 stellte der TuS N-Lübbecke einen Rekord auf, als der Verein mit 68:0 Punkten die Zweitligasaison abschloss. Der TuS blieb damit als zweites Team nach der SG Flensburg-Handewitt 1991/92 in einer ganzen Zweitligasaison ohne Verlustpunkt (wobei die SG Flensburg in ihrer Rekordsaison auch noch das Finale im DHB-Pokal erreicht hatte). Am 17. März 2007 absolvierte der TuS sein 500. Spiel in der eingleisigen Bundesliga und hielt anschließend nach erfolgreicher Relegationsrunde die Klasse. Als die Mannschaft am 24. Februar 2008 auf den letzten Tabellenplatz fiel, trat Trainer Velimir Kljaić zurück; an seiner Stelle übernahm Teammanager Zlatko Ferić den Trainerposten. Ferić war bereits ein Jahr zuvor nach der Beurlaubung von Coach Jens Pfänder als Ersatz eingesprungen. Dennoch stieg der Verein aus der Bundesliga ab. Am 25. April 2009 gelang dem TuS der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Zum ersten Saisonheimspiel 2009/10 wurde die Kreissporthalle Lübbecke umgebaut, seitdem ist sie mit einer VIP-Lounge ausgestattet (Merkur-Arena) und beherbergt eine Sportbar. Am 6. Februar 2010 zog der TuS N-Lübbecke durch einen 26:22-Auswärtssieg beim Bergischen HC erstmals ins Final Four des DHB-Pokals in Hamburg ein. Dort gewann man das „kleine Finale“ gegen den VfL Gummersbach und wurde Dritter. Die Bundesliga-Saison wurde mit einem zehnten Platz abgeschlossen. Auch in den beiden Folgejahren platzierte man sich mit dem zwölften und neunten Rang im Mittelfeld, stieg am Ende der Spielzeit 2015/16 als Tabellenletzter mit nur 8 Punkten jedoch erneut in die 2. Bundesliga ab. In der Ewigen Tabelle der 1. Bundesliga weist der TuS mit dem Ende der Saison 2015/16 exakt 800 absolvierte (gewertete) Partien auf. 283 davon wurden gewonnen, 439 gingen verloren. 78 Mal war Nettelstedt an einem Remis beteiligt. Hinzu kommen vier ausgetragene, jedoch später annullierte Spiele, von denen die TuS zwei gewonnen (1982 gegen PSV Hannover und 1997 gegen OSC Rheinhausen) und zwei verloren (beide 2015/16 gegen den HSV Hamburg) hatte.

In der Saison 2016/17 gelang der umgehende Wiederaufstieg. Das Ziel Klassenerhalt wurde in der Saison 2017/18 verfehlt und die Mannschaft stieg erneut ab. In der Saison 2020/21 stieg TuS N-Lübbecke als Tabellenzweiter in die Bundesliga auf.

Bekannte Spieler

Herbert Lübking, Dieter Waltke, Rainer Niemeyer (beide Weltmeister 1978), Peter Pickel, Gennadij Chalepo, Zbigniew Tłuczyński, Bogdan Wenta, Zoran Mikulić, Talant Dujshebaev, Sven Lakenmacher, Andrei Lawrow, Frank Løke, Abas Arslanagić (Olympia-Sieger 1972), Zoran Živković (Olympia-Sieger 1972 als Spieler und 1984 als Trainer, 1986 Weltmeister als Trainer), Velimir Kljaić (Olympia-Sieger 1996 als Trainer), Milan Lazarević und Zdravko Miljak (Olympia-Sieger 1972), Slavko Goluža (Olympia-Sieger 1996), Risto Arnaudovski, Michał Jurecki, Artur Siódmiak, Michele Skatar, Nikola Blažičko, Branko Kokir, Þórir Ólafsson, Tomasz Tłuczyński, Oleg Gagin (Weltmeister 1982)

Kader des TuS N-Lübbecke 2022/23

Nr. Nationalität Name Position Geburtstag Größe
1 Norweger Håvard Åsheim TW 10.01.1994 1,93 m
12 Finne Joonas Klama TW 18.02.2000 1,94 m
29 Deutscher Nikolas Katsigiannis TW 17.09.1982 1,94 m
2 Deutscher Jó Gerrit Genz RR 19.05.1995 1,94 m
4 Deutscher Paul Holzhacker RA 16.05.2002
5 Niederländer Rutger ten Velde LA 05.03.1997 1,79 m
6 Deutscher Finn-Jannes Gernus LA 04.10.2002 1,76 m
7 Deutscher Florian Baumgärtner RR 10.02.1995 2,06 m
9 Deutscher Dominik Ebner RA 04.09.1994 1,89 m
11 Litauer Benas Petreikis RM 09.02.1992 1,88 m
14 Deutscher Peter Strosack RA 30.06.1994 1,83 m
19 Deutscher Yannick Dräger KM 15.01.1994 1,99 m
20 Kroate Tin Kontrec KM 09.09.1989 1,96 m
22 Kroate Luka Mrakovčić RM 22.09.1994 1,91 m
24 Deutscher Sven Weßeling RL 16.12.1997 1,96 m
28 Deutscher Marek Nissen RL 28.01.2001 1,94 m
44 Isländer Örn Vésteinsson Östenberg RL 15.11.1998 1,95 m
48 Tscheche Leoš Petrovský KM 05.01.1993 2,00 m
52 Deutscher Tom Skroblien LA 19.04.1993 1,87 m

Transfers zur Saison 2022/23

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
DeutschlandSven Weßeling[1]SG BBM Bietigheim
DeutschlandJó Gerrit Genz[2]ASV Hamm-Westfalen
DeutschlandNikolas Katsigiannis[3]Rhein-Neckar Löwen
FinnlandJoonas Klama[4]Bergischer HC
NiederlandeRutger ten Velde[5]TuS Ferndorf
DeutschlandPaul Holzhacker[6]GWD Minden
IslandÖrn Vésteinsson Östenberg[7]Haslum HK, Dezember 2022
Stand: 17. Dezember 2022
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
DeutschlandLutz Heiny[8]HC Erlangen
DeutschlandJan-Eric Speckmann[9]VfL Lübeck-Schwartau
DeutschlandValentin Spohn[10]VfL Eintracht Hagen
SlowenienAljoša Rezar[3]Karriereende
DeutschlandMarvin Mundus[11]TuS Ferndorf
JapanRennosuke Tokuda[12]Górnik Zabrze
DeutschlandTom Wolf[13]SG BBM Bietigheim
Stand: 15. September 2022

Transfers zur Saison 2023/24

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
DeutschlandLeon Grabenstein[14]HSG Konstanz
DeutschlandFynn Hangstein[15]ThSV Eisenach
DeutschlandTim Roman Wieling[16]ASV Hamm-Westfalen
DeutschlandTim Kloor[17]SC Magdeburg
Stand: 9. Februar 2023
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
NorwegenHåvard Åsheim[18]Ziel unbekannt
DeutschlandPeter Strosack[19]TSV Bayer Dormagen
Stand: 26. Januar 2023
Commons: TuS N-Lübbecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. handball-world.news: "Kompletter Spieler": TuS N-Lübbecke verpflichtet Neuzugang aus Bietigheim vom 8. Februar 2022, abgerufen am 8. Februar 2022
  2. handball-world.news: Jo Gerrit Genz kehrt zum TuS N-Lübbecke zurück vom 15. März 2022, abgerufen am 15. März 2022
  3. Nikolas Katsigiannis folgt auf Aljoša Rezar beim TuS N-Lübbecke. In: tus-n-luebbecke.de. 4. Mai 2022, abgerufen am 4. Mai 2022.
  4. tus-n-luebbecke.de: Nachwuchstorwart Joonas Klama unterschreibt beim TuS N-Lübbecke, abgerufen am 15. Juli 2022
  5. tus-n-luebbecke.de: Niederländischer Nationalspieler Rutger ten Velde schließt sich dem TuS N-Lübbecke an, abgerufen am 15. Juli 2022
  6. handball-world.news: TuS N-Lübbecke holt ein Linkshänder-Talent von GWD Minden, abgerufen am 31. August 2022
  7. handball-world.news: TuS N-Lübbecke verpflichtet isländischen Rückraumspieler mit sofortiger Wirkung, abgerufen am 17. Dezember 2022
  8. handball-world.news: HC Erlangen verpflichtet "echten Kämpfer" vom 17. Januar 2022, abgerufen am 17. Januar 2022
  9. handball-world.news: VfL Lübeck-Schwartau: Lübbecke-Linksaußen Speckmann kommt, Ritterbach geht vom 3. Februar 2022, abgerufen am 3. Februar 2022
  10. handball-world.news: Valentin Spohn wechselt zum VfL Eintracht Hagen vom 7. Februar 2022, abgerufen am 7. Februar 2022
  11. handball-world.news: "Junger und entwicklungsfähiger" Spieler wechselt von N-Lübbecke nach Ferndorf vom 10. Mai 2022, abgerufen am 10. Mai 2022
  12. pgnig-superliga.pl: Transfery w PGNiG Superlidze (2022/23) vom 1. August 2022, abgerufen am 17. August 2022
  13. handball-world.news: Mit sofortiger Wirkung: Tom Wolf wechselt von Lübbecke zu Ligakonkurrent vom 15. September 2022, abgerufen am 15. September 2022
  14. handball-world.news: Stammtorhüter Asheim geht: TuS N-Lübbecke präsentiert neuen Keeper vom 23. November 2022, abgerufen am 23. November 2022
  15. handball-world.news: TuS N-Lübbecke bestätigt Verpflichtung von Zweitliga-Torschützenkönig Fynn Hangstein vom 3. Januar 2023, abgerufen am 3. Januar 2023
  16. handball-world.news: TuS N-Lübbecke verpflichtet Rechtsaußen von Erstligisten, abgerufen am 27. Januar 2023
  17. handball-world.news: SC Magdeburg-Talent wechselt zu TuS N-Lübbecke, abgerufen am 9. Februar 2023
  18. handball-world.news: TuS N-Lübbecke verliert Stammtorhüter vom 22. November 2022, abgerufen am 22. November 2022
  19. handball-world.news: Keine Vertragsverlängerung beim TuS N-Lübbecke: Peter Strosack wechselt innerhalb der 2. HBL vom 24. Januar 2023, abgerufen am 26. Januar 2023

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