Uccle/Ukkel
Uccle [ykl] (französisch) oder Ukkel [ykəl] (niederländisch) ist eine von 19 Gemeinden der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt in Belgien. Sie hat 83.980 Einwohner (Stand 1. Januar 2020) auf 22,9 Quadratkilometern.
| Uccle Ukkel | |||
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| Staat: | |||
| Region: | Brüssel-Hauptstadt | ||
| Provinz: | (seit 01.01.1995 „entprovinzialisiert“) | ||
| Bezirk: | Brüssel-Hauptstadt | ||
| Koordinaten: | 50° 49′ N, 4° 21′ O | ||
| Fläche: | 22,91 km² | ||
| Einwohner: | 83.980 (1. Jan. 2020) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 3666 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 1180 | ||
| Vorwahl: | 02 | ||
| Bürgermeister: | Boris Dilliès (MR) | ||
| Adresse der Kommunalverwaltung: | Place Jean Vander Elst 29 1180 Uccle Jean Vander Elstplein 29 1180 Ukkel | ||
| Website: | www.uccle.be www.ukkel.be | ||
Uccle/Ukkel liegt im Süden der Stadt und grenzt an die Brüsseler Teilgemeinden Forest/Vorst, Ixelles/Elsene, Brüssel und Watermael-Boitsfort/Watermaal-Bosvoorde sowie an die flämischen Fazilitäten-Gemeinden Sint-Genesius-Rode, Linkebeek und Drogenbos. Uccle/Ukkel ist nach der Stadt Brüssel die flächengrößte Gemeinde der Hauptstadtregion.
Die Gemeinde hat Anteil am südlichen Stadtwald, dem Sonienwald, die an ihn angrenzenden Wohngebiete gehören zu den vornehmsten der belgischen Hauptstadt. Hier besitzen viele reiche Persönlichkeiten ihre Villen auf riesigen, teilweise parkähnlichen Grundstücken. Zu den bekannten Einrichtungen in Uccle/Ukkel zählen die Königliche Sternwarte, das Königliche Meteorologische Institut sowie Einrichtungen der Universität Lüttich und das Collège Saint-Pierre, eine 1905 gegründete Schule.
Uccle/Ukkel hat fünf Vorortbahnhöfe der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen und wird von den Straßenbahnlinien 3, 23, 52, 55, 90, 91 und 92 angefahren.

Politik
In Uccle/Ukkel regiert eine Koalition aus dem liberalen Mouvement Réformateur, der sowohl 2006 als auch 2012 bei den Kommunalwahlen die absolute Mehrheit geholt hat, den Humanisten des Centre Démocrate Humaniste und den frankophonen Regionalisten des Démocrate Fédéraliste Indépendant. Der langjährige Bürgermeister dieser Koalition, der ehemalige Senatspräsident Armand De Decker, trat am 17. Juni 2017 zurück.[1] Ihm werden Korruption, Klientelpolitik und Amtsanmassungen in der Kazakhgate-Affäre um den kasachischen Geschäftsmann Patokh Chodiev vorgeworfen.
Neuer Bürgermeister ist seit 2017 Boris Dilliès (MR), während der erste Beigeordnete und kommissarische Bürgermeister Marc Cools seither eine eigene Liste gebildet hat, weil er nicht berücksichtigt wurde.
Sport

Im Stadtviertel Diesdelle, das als das reichste Stadtviertel Belgiens gilt (2015), liegt das Stadion Ganzenvijver/Vivier d’Oie, das eines der ältesten Stadien Belgiens ist und das erste Fußballstadion auf dem europäischen Festland mit einer aus Beton erbauten Haupttribüne, die noch besteht und unter Denkmalschutz steht. In dem Stadion erlebte der Verein Racing Club de Bruxelles seine erfolgreichsten Jahre und wurde zwischen 1897 und 1908 sechsmal belgischer Fußballmeister. Später zog der Verein in das Dreilindenstadion.
In dem Stadion Ganzenvijver/Vivier d’Oie fand auch das erste kontinentaleuropäische Länderspiel überhaupt statt. Am 1. Mai 1904 standen sich die Nationalmannschaften von Belgien und Frankreich gegenüber, das Spiel endete 3:3. Nach dem Spiel vereinbarte der Vereinssekretär vom Racing Club Louis Muhlinghaus mit seinen französischen Kollegen die Gründung der FIFA, die drei Wochen später in Paris erfolgte und bei der er zum ersten Generalsekretär gewählt wurde.[2]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Louis „Luigi“ Marie Van Hege (1889–1975), Fußballspieler und Bobfahrer
- Nele van de Velde (1897–1965), Malerin, Zeichnerin und Holzschneiderin
- John Cluysenaar (1899–1986), Bildhauer und Maler
- Jacques Moeschal (1900–1956), Fußballspieler und Olympiateilnehmer
- Pierre Harmel (1911–2009), Politiker, Professor der Rechte an der Universität Lüttich, Premierminister Belgiens 1965–1966
- Rudolf Cranz (1918–1941), deutscher Skirennläufer
- Jacques Tits (1930–2021), Mathematiker
- Arnould Flecy (* 1933), Radrennfahrer
- Francis Bertrand (1937–1994), Comiczeichner
- Erik Pevernagie (* 1939), Maler, wohnt in Uccle/Ukkel
- Sybille de Sélys Longchamps (* 1941), Adlige
- Salvatore Adamo (* 1943), Ehrenbürger seit 2. Juni 2010
- Willy Braillard (* 1946), Unternehmer und Autorennfahrer
- Guy R. Cornelis (* 1946), Mikrobiologe
- Paul De Grauwe (* 1946), Professor für Internationale Wirtschaft an der Katholieke Universiteit Leuven
- Patricia Radelet-de Grave (* 1948), Wissenschaftshistorikerin
- Ronald Guttman (* 1952), Schauspieler
- Pierre Van Dormael (1952–2008), Gitarrist der Pop- und Jazz-Musik
- Michel Lomme (* 1955), Fußballspieler
- Michel Neugarten (* 1955), Automobilrennfahrer
- Jean-Marie Wampers (* 1959), Radrennfahrer
- Pierre-Olivier Beckers-Vieujant (* 1960), Geschäftsmann und Sportfunktionär
- Bernard Clerfayt (* 1961), Politiker
- Delphine von Belgien (* 1968), Künstlerin, Tochter von König Albert II.
- Astrid Whettnall (* 1971), Schauspielerin
- Axel Merckx (* 1972), Radrennfahrer
- Mathilde d’Udekem d’Acoz (* 1973), Königin von Belgien, Ehefrau von König Philippe
- Laurent Pasquali (1975–2018), französischer Automobilrennfahrer
- Damien Jalet (* 1976), Tänzer und Choreograf
- Marie Kremer (* 1982), Schauspielerin
- Kenny Dehaes (* 1984), Radrennfahrer
- Vincent Kompany (* 1986), Fußballspieler
- Maxime Martin (* 1986), Automobilrennfahrer
- Vincent Vanasch (* 1987), Hockeyspieler
- Maxime de Zeeuw (* 1987), Basketballspieler
- Tom Boon (* 1990), Hockeyspieler
- Dedryck Boyata (* 1990), Fußballspieler
- Gauthier Boccard (* 1991), Hockeyspieler
- Arthur De Greef (* 1992), Tennisspieler
- Roméo Elvis (* 1992), Rapper
- Cynthia Bolingo Mbongo (* 1993), Leichtathletin
- Claire Orcel (* 1997), Leichtathletin
- Pierre Brixhe (* 1998), Handballspieler
- Cyril Ngonge (* 2000), Fußballspieler
Mit Uccle/Ukkel verbunden
- Ovide Decroly (1871–1932), belgischer Reformpädagoge, der in Uccle/Ukkel eine Schule unterhielt und dort 1932 verstarb
- Leopold Fleischhacker (1882–1946), der deutsche Bildhauer und Emigrant lebte zuletzt in Uccle/Ukkel, wo er 1946 verstarb.
Sonstiges
Die Stadt ist Sitz des Königlichen Meteorologischen Instituts von Belgien.
Weblinks
- Website der Gemeinde Uccle/Ukkel (französisch, niederländisch)
Einzelnachweise
- J. Bes: Uccle: Armand De Decker démissionne de son poste de bourgmestre. In: La Libre Belgique, 17. Juni 2017
- Filip van der Elst, Maarten Verdoodt: Ganzenvijver Ukkel. Bruzz Nr. 1580 am 25. August 2017, Seiten 24–25


