Wilhelm Ebbinghaus
Wilhelm August Emil Ebbinghaus (* 17. Oktober 1864 in Grüne (Iserlohn); † 1951) war ein deutscher Maler und Lithograf.
Leben und Werke
Wilhelm Ebbinghaus absolvierte eine akademische Ausbildung. Er schuf zahlreiche Bilder nach biblischen Vorlagen, nutzte aber auch zeitgenössische Motive. Viele seiner selbsterstellten Vorlagen vervielfältigte er in der Kunstanstalt (Vorm. Gustav W. Seitz), A.-G., Wandsbek in Hamburg-Wandsbek, deren künstlerischer Leiter er fast vier Jahrzehnte lang war.[1]

Das Museum Europäischer Kulturen verzeichnet seine Darstellung der Salome aus der Zeit um 1925. Das als Chromolithographie vervielfältigte Gemälde zeigt Salome auf einem Tigerfell liegend. Es ist 70 cm breit und 49 cm hoch.[2] Christa Pieske schrieb über dieses Bild: „Die Verknüpfung von orientalisiertem weiblichem Judentum und fataler Erotik durchzieht die Kulturgeschichte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts und wird doch selten so offensichtlich wie in diesem (trivialen) Bild, dessen farbige Reproduktion in Werbeanzeigen gemeinsam mit einer „Büßenden Magdalena nach Battoni“ als „für Schlafzimmer geeignet“ angepriesen wurde.“[3]
Anlässlich des zweiten Nationalen Eucharistischen Kongresses in Bolivien am 19. Juli 1939 wurde Ebbinghaus' Darstellung des Heiligsten Herzens Jesu zur Gestaltung einer Briefmarke verwendet.[4]
Ebbinghaus' Nachlass befindet sich im Altonaer Museum.[1]
Weblinks
- Literatur von und über Wilhelm Ebbinghaus in der bibliografischen Datenbank WorldCat
Einzelnachweise
- Constanze Lindner Haigis, Rezension in: Christa Pieske, Arbeitskreis Bild Druck Papier. Tagungsband Esslingen 2002, ISBN 978-3-83096403-2, S. 223
- Salome auf nat.museum-digital.de
- Christa Pieske, Die Kunstanstalt G.W. Seitz in Hamburg-Wandsbek und ihr künstlerischer Leiter Wilhelm Ebbinghaus, Hamburg 2001, S. 68–70, zitiert nach: Anna-Dorothea Ludewig, „Jüdinnen“ – literarische Weiblichkeitsentwürfe im 20. Jahrhundert, Berlin/ Boston 2022, ISBN 978-3-11-077879-3, o. S.
- Sammlergilde St. Gabriel 5, 2016, S. 50 (Digitalisat). Dort wird angegeben, es handele sich um ein Altargemälde.