Okinawa (Insel)
Ausgehend davon, dass die meisten Reisenden in der Hauptstadt Naha im Süden ankommen, wird eine Route um die Insel Okinawa (japanisch: 沖縄本島, Okinawa-hontō) von Süd nach Nord im Uhrzeigersinn beschrieben.
Hintergrund
Etwa 1¼ Millionen Menschen leben auf der langgestreckten Insel, davon rund 315000 in der Hauptstadt Naha. Dazu kommen noch geschätzt 100000 amerikanische Militärs. Während das nördliche Drittel fast menschenleer und bewaldet ist, ist der Süden mehr oder weniger komplett zugebaut – mit schnell errichteten Zweckbauten und der japanischen Vorliebe für Beton. Zu den Weltkulturerbestättten ist anzumerken, dass nichts original ist, sondern nach den Kriegszerstörungen historisierend neu gebaut wurde.
Okinawa ist zwar touristisch hoch entwickelt, aber von Japanern, für Japaner. Man darf also nur geringe Fremdsprachenkenntnisse, und dann allenfalls rudimentäres Englisch erwarten – das gilt leider auch für die Nutzung des Notrufs! Zahlen für Buslinien sind zum Glück verständlich wenn man sich die entsprechende Landkarte ausdruckt. Ebenso dürfte man mit Deuten auf die ausgestellten Essensmodelle keine Probleme haben – und betrogen wird man in Japan nicht einmal von Taxifahrern.
Wie überall in Japan gibt es fixen Saisonbetrieb. Insofern Strände bewirtschaftet sind erfolgt dies von Anfang April bis 31. Oktober.
Anreise
Drehkreuz ist sowohl für internationale, als auch innerjapanische Ankünfte der im Ortsartikel beschriebene Flughafen von Naha.
Wie man mit dem Schiff aus Kyūshū, gegebenenfalls per Kagoshima Insel-Hüpfen von Kagoshima kommt ist erläutert im Abschnitt zur Präfektur Okinawa (Okinawa-ken).
Die Touristeninfo in Naha (auf der Kokusai-dōri) vermittelt auch Fahrkarten für vier unterschiedliche touristische Tagestouren (A-D ¥ 4800-7200) zu den Hauptsehenswürdigkeiten in der Mitte bzw. zum Süden der Insel. Wer einmal als Teil einer echt-japanischen Tourgruppe gehetzt werden will, möge es sich antun.
Mobilität
Als Tourist wird man primär auf Mietwagen oder das lokale Bussystem, dessen Drehkreuz das im April 2018 vollendete neue Busterminal in Naha ist, angewiesen sein.
Der zentrale Umsteigepunkt für den Norden ist der Busbahnhof von Nago (dortiges Streckenetz). Kleinere Ortschaften werden nur von 2-3 Bussen täglich angefahren.
Im Nahbereich liegen die Fahrpeise für Einzelfahrten, linienabhängig, zwischen ¥ 150 und ¥ 300. Mehrfartenkarten wurden 2015 durch die Okica-Wertkarte ersetzt. Diese bietet, mit 10 Fahrten aufgeladen, 15% Rabatt. Weiterhin gibt es verschiedene 1-3 Tageskarten, mit oder ohne Monorail-Benutzung: Einzelheiten.
- Inselweit Busrouten finden (engl.)
- Englischsprachige Auskunft (9.00-21.00): ☎ 0570-077201, oder Skype: call-center-en01 und call-center-en02.
Spezielle Touristenlinien sind:
- 111 und 117 Flughafen ↔ Nord-Okinawa: direkt zum Hotel Orion Motobu Resort & Spa, dabei wird auch am Churaumi Aquarium Halt gemacht, in 2½ Stunden für ¥ 2500.
- 120 und 20 Flughafen ↔ Nago Bus Terminal über Busena Marine Park, Orion Happy Park, Ryukyumura, Yachimun no Sato. (Ähnlich auch 28.)
- 70 und 76 Flughafen ↔ Aeon Mall Okinawa Rycom über Okinawa Fruit Land, Nago Pineapple Park
- 152 Flughafen ↔ Ashibinaa (Einkaufszentrum)
- 95 Busstation Naha ↔ Sēfa-utaki
Mietwagen gibt es „an jeder Ecke,“ es sind die für Ausländer üblichen Einschränkungen zu beachten, siehe im Landesartikel. Bei Rückgabe des Fahrzeugs wird normalerweise der letzte Tankbeleg verlangt.
Die zwischen Naha und Ishitake verlaufende Autobahn Okinawa Expressway ist mautpflichtig.
Radtouren um die Insel sind ohne Probleme möglich. Der Verkehr ist auf Landstraßen nördlich Ginowans ertäglich. Mehr oder weniger wildes Campen in Strandnähe toleriert.
Wanderwege sind in den Nationalparks des Nordens kaum ausgewiesen. Kartenmaterial und GPS schaden bei Wildnistouren nicht, auch um zu vermeiden in ein echtes Dschungelcamp der Amis zu streunen.
Aktivitäten
- Golf
Zwar sind die Zeiten vorbei, als in Japan Golfclubmitgliedschaften als Investitionen teuer gehandelt wurden, das Spiel ist aber unter der gehobenen Mittelklasse noch immer beliebt, auch wenn die green fees hoch sind. Per Hubschrauber direkt vom Flughafen Naha erreicht man:
- 1 Chura Orchard Golf Club (美らオーチャードゴルフ倶楽部), 恩納村 安富祖1577. Tel.: +81 98-967-8711. Verbunden mit dem relativ günstigen Hotel Miyuki Beach, einem an Torremolinos errinernden Riegel direkt am Strand. Geöffnet: 6.20-19.00.
- An der Ostküste liegt 1 Kanucha Golf (カヌチャリゾート), Nago-shi, Abu, 156-2. Mit 300-Zimmer Hotel, dem Kanucha Bay (カヌチャベイホテル&ヴィラズ内) das als zweitbestes der Insel gilt. Geboten werden auch alle Arten von Wassersport am Privatstrand. Shiraishi Takeharu, exzentrischer Eigentümer, ist großer Fan von Bill Clinton. Er hat sich eine Replika des Hauses, das jener in seiner Jugend in Hope, Arkansas bewohnte als Museum mit zeitgenössischer Einrichtung gebaut. Es war einige Zeit der Öffentlichkeit zugänglich, heute nutzt man es als Kindergarten. Preis: Hotel: DZ ab ¥ 40000 ohne alles.
Von Naha nach Norden entlang der Westküste
Die Hauptstadt geht nahtlos über in:
Urasoe (浦添市)
Die Ortschaft hat touristisch wenig zu bieten.
- Anreise
Der Monorail biegt kurz vor der Stadtgrenze Naha beim Bahnhof Furujima (古島駅) ab.
Nördlich hiervon ist:
Ginowan


1 Ginowan (宜野湾市) Kulinarisch macht sich hier die Anwesenheit zahlreicher amerikanischer Soldaten, besonders im zum „American Village” verkommenen Ortsteil Chatan – man will südkalifornische Strandbäder kopieren – sehr negativ bemerkbar, als dass es etliche Hamburger-Schuppen, Starbucks u.ä. gibt. Wer auf Nachtleben amerikanischen Stils steht, wird im dortigen Bezirk Sunabe (砂辺) glücklich werden.
Okinawa-Stadt
Kadena (嘉手納町)
Kadena wird vom amerikanischen Luftwaffenstützpunkt dominiert.

An der Spitze der Landzunge des Kap Zampa (残波岬) befindet sich ein Leuchtturm (tagsüber besteigbar, ¥ 150). Direkt dahinter ist das Luxushotel Royal mit eigenem 18-Loch-Golfplatz.
- Unterkunft
Kise
Eine Ballung von Luxushotels findet man zwischen Kariyushi- und Kise-Strand.
Der direkt auf einer Landzunge anschließende Marine Park, hat an seinem Ende eine Mole, die in einem Aussichtsturm endet, von dem man auch unter Wasser ins Meer blicken kann (¥ 1030).
Nago-Montobu-Halbinsel
Nago (名護市), obwohl mit 60000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Insel, ist wenig interessant, sondern vor allem Durchgangspunkt zur touristisch gut entwickelten Halbinsel. Die Orion-Brauerei kann nach Anmeldung besichtigt werden. Die hier Ende Januar gefeierte Kirschblüte, gilt als offizielle Eröffnung dieser Saison für ganz Japan. Der abendliche Fernsehwetterbericht zeigt täglich „das Vorrücken der Sakura-Front“ nach Norden.
Montobu (本部町)
Zur dem Hafen vorgelagerten Insel Sesoku-jima (瀬底島) gibt es eine Brücke.
In den Hügeln darüber liegt der Bell Beach Golf Club.
Churaumi Aquarium
Nach Süden (zum Ortskern von Motobu hin) schließen sich an:
- das Museumsdorf Okinawa Village
- Oceanic Culture Museum mit Planetarium 海洋文化館・プラネタリウム
- ein neun Hektar großer botanischer Garten, mit für Kenner sehenswertem Arboretum. Für die Orchideen-Sammlung kann man sich auch einer Führung anschließen.
- ein Schmetterlingsgarten

- Unterkunft
In unmittelbarer Nähe hinter dem Park (von Nord nach Süd)
- Yugaf Inn, landestypischer 3*-Bau, ☎ +81 980-48-4388
- Centurion Hotel Resort
- Yukarina Resort (ゆくりなリゾート), kleiners Familienhotel
- Deutlich besser ist der Minshuku Sendan (☎ 0980-48-4113) wenige Häuser weiter 山川554 für ¥ 17000-23000 pro Doppel m.F.
- Hotel Mahaina großes Haus mit Wellnessangeboten.
- Churaumi Village zwei etwa 700 m voneinander entfernte Anlagen mit Bungalows für ¥ 5000-8500 p.P.
- Marine Piazza, Hotelriegel mit Meerblick aus 49 Zimmern.
Die Insel Yagaji im Norden der Halbinsel kann man über zwei Brücken erreichen. Von dort geht es ebenfalls über eine Brücke auf die kreisrunde Insel Kouri (古宇利) mit kleinem Strand und Aussichtsturm.
Abstecher nach Iejima (伊江島)
Diese kleine Insel liegt wenige Kilometer vor Montobu und beherbergt neben einem Golfplatz auch amerikanische Truppen, weshalb der Strand des Dorfes GI Beach heißt.
Beim Ie Beach ist der Campingplatz Ie Village Youth Travel Village (伊江村青少年旅行村)
Sehenswert sind die Höhlen von 1 Nyata
Un'ten (運天)
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Abstecher nach Iheya und Izena
Nahe der Südspitze, vor der Brücke zum Inselchen Noho-jima ist der
1 Izena-jima (伊是名島)
Kap Akamaru (赤丸岬)

Die Strände an beiden Seiten dieser auf halbem Wege zur Nordspitze der Insel gelegenen Landzunge sind schön. Nur der südliche wurde 1977 wieder für die einheimische Bevölkerung geöffnet, es entstanden einige Hotels. Die Nordseite dient weiterhin nur der Entspannung der Besatzer.
Nicht unbedingt ansehen muss man den im Hinterland liegenden Hiji-Wasserfall (比地大滝, ¥ 100) außer man ist zugleich an der reichen subtropischen Flora und Fauna des umgebenden Nationalparks (¥ 500) interessiert, dann sollte man 2-3 Tage bleiben. Es gibt einen Campingplatz (¥ 1000 p.P.) 40 Minuten Fußmarsch vom Wasserfall.
Ostküste von Nord nach Süd
Der Norden der Insel ist vergleichsweise dünn besiedelt, was vor allem daran liegt, dass die Amerikaner weite Bereich für ihre 1 Dschungelkämpferausbildung beanspruchen, deren Zentrum um Camp Gonsalves ist.
Kap Hedo (辺戸岬)
Bei diesem nördlichsten Kap der Insel ist ein kleines Cafe und ein Aussichtspunkt. Die Steilküste ist felsig, ein nicht übermäßiger Strand ist 800 m südlich.
Etwa zehn Kilometer nach Süden ist das nördlichste Dorf Okinawas, Ata (安田; 150 Einw). Zu sehen ist wenig, aber es gibt ein ziemlich monströses Hotel Ada Garden. Nur 400 m vor dem Ort ist die unbewohnte Insel Adaka-shima mit zwei schönen Stränden, zu denen man ggf. hinüberpaddeln kann.
Entlang der Küstenstraße ist für die ersten vierzig Kilometer außer Landschaft wenig zu sehen. Dabei ist die Straße nahe der Westküste gut ausgebaut, durch den Osten führt eine beschauliche Landstraße.
Camp Schwab, Basis der Ledernacken, verhindert Zugang zur Küste nördlich von 1 Henoko (辺野古})
Katsuren
Teil der Stadt Urama ist die Halbinsel Katsuren.
Bei Heshikiya ist die für Zivilisten gesperrte Basis der US-Marine, White Beach (inkl. vorgelagerter kleiner Inseln).
Auf der Brücke zu den Inseln Henza, Miyagi und Ikei steht das
.
Henza ist komplett mit Öltanks zugestellt. Auf Miyagi und Ikei treibt man im Inneren Landwirtschaft, zu beiden Seiten gibt es jedoch Sandstrände. Die Nuchi-uma-Salzfabrik hat einen Werksverkauf und kann wochentags besichtigt werden. Das Hotel Big Time Resort ist japanische Mittelklasse. Bei Gezeitenwechsel bilden sich vor Ikei Strudel, die Schwimmern gefährlich werden können.
Die 250 Meter lange Brücke zur Yabuchi-Insel (藪地島) wird gerne von Anglern fast zugeparkt, was kein Problem darstellt, da die Insel kaum mehr bewohnt ist. Die bestigte Straße endet hinter der Brücke. An ihrem Ende ist eine Kalksteingrotte. Die Strände sind felsig bzw. aus grobem, dunklem Sand.
Auf die unbewohnte Insel Ukibaushima (浮原島) werden Tagesausflüge angeboten.
Nakagusuku
Die Stadt an deren Nordgrenze sich eine weitere erhaltene Burg befindet grenzt im Westen an Ginowan.

Südlich von Naha
Vorbei am Luftwaffenstützpunkt gelangt man Richtung Südspitze. Die Küste ist felsig, sofern es Strände gibt bestehen sie aus schwarzem Vulkansand.
In der Region gibt es etliche Gusuku-Ruinen, diese sind für den nicht archäologisch Vorgebildeten kaum von Interesse. Es handelt sich um die Burgen der Feudalherrn, der aji aus dem 13. bis 18. Jahrhundert.
Itoman (糸満市)
Die 1 „Innenstadt“ dieser an der Westküste liegenden Stadt ist auf aufgeschüttetem Land errichtet, dort verlaufen die Straßen im Schachbrettmuster, die ursprüngliche Ortschaft liegt im hügligen Bereich.
Aus Naha fahren die Busse 34 und 89. Zur eigentlichen Südspitze der Insel von der Busstation mit den Linien 82, 107 oder 108.
- Aktivitäten
Der zwischen Grund- und Mittelschule gelegene innerörtliche Nishizaki Water Park, ist nichts weiter als ein um einen Teich gebauter Spielplatz. Direkt daneben ist der Sports Park mit Tennisplätzen. Eine inland befindliche Kaserne der Japanischen „Selbstverteidigungsarmee“ ist von drei Golfplätzen umgeben.
- Unterkunft
Verzeichnis (jap.)
Südspitze
Das Südende der Insel bildet Kap Arasaki, am nahen Kap Kyan (喜屋武埼, Kyanmiyazaki) steht ein Leuchtturm.
Nanjō (南城市)
Die Gemeinde 1 Nanjō deckt den süd-östlichsten Zipfel der Insel ab. Südlich des Ortes sorgt eine Luftwaffenbasis für Lärmbelästigung. Die örtlichen Strände sind teilweise aus hellem Sand, der aber grobkörnig ist.
Aus Naha fahren (ca. 40 Min.) die Busse 37, 38, 39.
Der Ryukyu Golf Club gilt Kennern als einer der besten Okinawas. Die Tagesmitgliedschaften gibt es unter der Woche schon für ¥ 11100 (zzgl. Green Fee und Caddy)
- Unterkunft
Die Preise der örtlichen Minshuku liegen im üblichen Breich um ¥ 5000. In Hafennähe zu nennen sind das
Guest House Amawari 10 (あまわり10, ☎ +81 90-9788-4113), Marinote (マリンノート; sehr einfach) und
traditionell mit Tatami Agaihama (アガイ浜, 与那原町字東浜106-4, ☎ +81 98-988-8026).
Abstecher nach Kudaka
Nördlich des Fischerhafens von Azama ist ein langgestreckter Sandstrand.
Ausflüge
Zu den außenliegenden Insel gehen die meisten Fähren ab Naha.
Literatur
Siehe die Angaben allgemein zu Okinawa.
Weblinks
- Itoman (schlechtes engl.)
- Touristeninfo Uruma (jap.)
- Bericht einer Radtour 2016 (engl.)